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Ernst & Young Pressemitteilung 2011 - Analyse zu Börsengängen im Jahr 2011 - Ernst & Young - Österreich

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Analyse zu Börsengängen im Jahr 2011: Japan und Libyen bremsen IPO-Markt

Wien, 06. April 2011

 

  •  Finanzinvestoren Haupttreiber bei Groß-Börsengängen, aber Japan und Libyen schaffen Verunsicherung.
  • Schwache Entwicklung in Europa – Deutlich stärkere Aktivitäten in Schwellenländern als in Industrienationen.
  • Für Österreich werden nach drei Jahren Pause wieder Börsengänge erwartet – Positiver Ausblick auch für Deutschland. 

Die Katastrophe in Japan und die politischen Unruhen im Nahen und Mittleren Osten haben dem weltweiten Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz IPOs) in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Dämpfer versetzt: Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 ging die Zahl der weltweit durchgeführten Börsengänge leicht von 293 auf 290 zurück, während das Emissionsvolumen um 14 Prozent von 53,6 auf 46,1 Milliarden USDollar sank. Während sich allerdings das Emissionsvolumen in Nordamerika fast verdreifacht hat, ging es in Europa um drei Viertel zurück. Das sind Ergebnisse des vierteljährlich durchgeführten weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

 

Die Zahl der Börsengänge ging in Asien von 174 auf 164 und in Nordamerika von 43 auf 38 zurück. In Europa war zwar ein leichter Anstieg von 48 auf 50 zu verzeichnen, beim Emissionsvolumen gab es hingegen in Europa einen regelrechten Einbruch von 8,4 auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Auch an den asiatischen Börsen ging das Emissionsvolumen deutlich zurück – von 35,9 auf 26,4 Milliarden US-Dollar –, während in Nordamerika ein deutlicher Anstieg von 5,2 auf 14,6 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen war. Grund für den starken Anstieg in den Vereinigten Staaten waren vor allem Börsengänge von Unternehmen aus dem Portfolio von Finanzinvestoren.

 

So fanden im ersten Quartal mit den IPOs der Krankenhauskette HCA (4,4 Milliarden US-Dollar) und des Pipeline-Betreibers Kinder Morgan (3,3 Milliarden US-Dollar) der größte sowie der drittgrößte jemals durchgeführte IPO von Unternehmen aus dem Besitz von Private-Equity-Firmen statt. Und dieser Trend wird vorerst anhalten, erwartet Gerhard Schwartz, Leiter der Ernst & Young Transaction Advisory Services in Österreich: „Finanzinvestoren werden in diesem Jahr verstärkt die verbesserte Lage an den Aktienmärkten nutzen, um sich gewinnbringend von ihren Beteiligungen zu trennen. Insgesamt stehen derzeit weltweit 55 Unternehmen aus dem Besitz von Finanzinvestoren kurz vor dem Börsengang, was geschätzte 14,3 Milliarden USDollar in die Kassen der Private Equity-Firmen spülen könnte.“

 

Allerdings fahren die Finanzinvestoren derzeit zumeist zweigleisig und bereiten neben dem IPO auch einen Verkauf an einen strategischen Investor oder einen anderen Finanzinvestor vor. Bei einer Eintrübung des IPO-Klimas könnten also vermehrt diese Käufergruppen zum Zug kommen.

 

Schwellenländer bleiben Hauptstütze des IPO-Markts – Europa schwach

Die Mehrzahl der IPOs findet nach wie vor in den aufstrebenden Schwellenländern statt: 72 Prozent aller Börsengänge wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres in den „Emerging Markets“ gezählt.

 

Mit 110 Börsengängen, die insgesamt 23,9 Milliarden US-Dollar einbrachten, war China (inklusive Hongkong) abermals die Hauptstütze des weltweiten IPO-Markts – sogar leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals, als bei 113 Börsengängen insgesamt 19,8 Milliarden USDollar erlöst wurden.

 

Während in Nordamerika und Asien also relativ rege IPO-Aktivitäten zu verzeichnen waren, entwickelte sich der europäische IPO-Markt eher schwach – mit Ausnahme des Boom-Markts Polen, wo 31 IPOs stattfanden, bei denen allerdings nur 122 Millionen US-Dollar erlöst wurden. Im übrigen Europa wurden hingegen nur 19 Börsengänge gezählt, die insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar einbrachten. Im ersten Quartal 2010 hatten in Europa noch 48 Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von 8,3 Milliarden US-Dollar stattgefunden.

 

Ausblick für Österreich und Deutschland

In Österreich hofft man dieses Jahr wieder auf etwas mehr Schwung am Kapitalmarkt. „Nach drei Jahren ohne einen einzigen Börsengang ist hierzulande nun endlich wieder mit IPOs zu rechnen. Einige Unternehmen beschäftigen sich derzeit sehr konkret mit diesem Thema und zumindest zwei bis drei neue Listings werden für das Jahre 2011 allgemein erwartet“, sagt Schwartz. So planen etwa Unternehmen wie die Austrian Metall AG (AMAG) oder Isovoltaic Börsengänge für 2011.

 

Der deutsche IPO-Markt blieb in den ersten Monaten dieses Jahres abermals hinter den Erwartungen zurück: Bei zwei Börsengängen – nach drei im Vorjahresquartal – wurden insgesamt 176 Millionen US-Dollar erlöst. Für 2011 rechnet man beim deutschen Nachbarn mit 20 bis 30 Börsengängen.

 

Verunsicherung durch Krisen in Japan, Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten

Die relativ schwache Entwicklung in den meisten europäischen Ländern führt Schwartz auf die stark gestiegene Volatilität des Aktienmarkts und die Verunsicherung der Investoren infolge der Japankrise und der politischen Turbulenzen in Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten zurück: „Die Katastrophe in Japan und die Libyen-Krise haben zu Kursrutschen und erheblicher Nervosität bei den Anlegern geführt – gerade zu dem Zeitpunkt, als das Börsenfenster endlich wieder weit offen schien“, so Schwartz.

 

In einem derart volatilen Umfeld fehle den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit – dementsprechend hätten einige Kandidaten ihre Börsengänge zeitweilig zurückgestellt. „Für Österreich  bedeutet dies aber bislang keine Änderungen der IPO-Pläne“, ist Schwartz positiv.

 

Die jüngsten Kurserholungen an den Weltbörsen könnten zudem den Boden für eine Trendwende bereiten: „Derzeit zeichnet sich eine Verbesserung des IPO-Klimas ab, und in den kommenden Monaten stehen einige größere Börsengänge an – sofern nicht erneut Hiobsbotschaften von den weltweiten Krisenherden den Börsenaspiranten einen Strich durch die Rechnung machen.“ Auch die schwelende Schuldenkrise in Europa könne, so Schwartz, jederzeit wieder zu einer Verunsicherung der Investoren und damit zu einer Eintrübung des

IPO-Klimas führen.

 

Top IPO in China

Der bislang größte Börsengang des Jahres 2011 fand in Singapur statt: Der Hafenbetreiber Hutchison Port Holdings hat bei seinem IPO in Singapur 5,5 Milliarden Dollar eingeworben. Fast ein Drittel des weltweiten Emissionsvolumens entfiel im ersten Quartal auf die New York Stock Exchange (13,8 Milliarden US-Dollar bzw. 30 Prozent des weltweiten Emissionsvolumens), die damit erstmals seit 2008 wieder die Rangliste anführt – gefolgt von der chinesischen Shenzen Stock Exchange (11.2 Milliarden US-Dollar, 24 Prozent) und der Singapore Stock Exchange (5,6 Milliarden US-Dollar, 12 Prozent). Gemessen an der Zahl der Erstnotierungen liegt hingegen die Shenzhen Stock Exchange (78 IPOs) weiterhin an erster Stelle, gefolgt von der Warschauer NewConnect (29 IPOs) und der Australien Securities Exchange (26 IPOs).

 

Kontakte

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Kristin Posch
Corporate Communications

Ernst & Young
Wagramer Straße 19
A-1220 Wien
Telefon +43 (1) 211 70-1156
E-Mail: presse@at.ey.com

Hier finden Sie die Studie Global IPO Update Q1 2011 (pdf, 805.2kb) als Download.

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