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Ernst & Young Pressemitteilung 2011 - Halbjahresupdate Mittelstandsbarometer 2011 - Ernst & Young - Österreich

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Österreichischer Mittelstand trotzt Konjunktursorgen – mehr Jobs und höhere Investitionen geplant

Wien, 9. September 2011

 

Ernst & Young Halbjahresupdate Mittelstandsbarometer 2011:

  • Geschäftsprognosen verbessert – Konjunkturprognosen eingetrübt

  • Eigenkapital für Mittelstand wichtiger Baustein

  • Investitionen sollen steigen, Beschäftigung auch

  • Fachkräftemangel nach wie vor Thema für den Mittelstand


 

 „Der österreichische Mittelstand trotzt den zunehmenden Konjunktursorgen und den Turbulenzen an den Kapitalmärkten und setzt weiter auf eine gute Geschäftsentwicklung“, kommentiert Helmut Maukner, Country Managing Partner bei Ernst & Young in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen Updates zum Mittelstandsbarometer 2011. 40 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Mehr als jeder vierte Mittelständler will mehr investieren und zusätzliche Jobs schaffen.

 

Gegenüber dem Jahresbeginn hat sich die Geschäftslage der Unternehmen etwas eingetrübt, ist aber nach wie vor sehr gut: 93 Prozent der Mittelständler bewerten ihre aktuelle Situation positiv. Der Anteil der uneingeschränkt Zufriedenen ist jedoch deutlich gefallen – von 61 auf aktuell 42 Prozent. Auch die Konjunkturerwartungen haben sich eingetrübt: Der Anteil der Optimisten ist deutlich niedriger als zu Beginn des Jahres.

 

„Der Aufschwung in Österreich hält zwar noch an, hat aber an Kraft verloren und ist deutlich fragiler als noch zu Jahresbeginn“, stellt Maukner fest. „Die Risiken haben eindeutig zugenommen – auch wenn sich die österreichische Wirtschaft derzeit robust zeigt gegenüber der europäischen Schuldenkrise und den wirtschaftlichen Problemen einiger Nachbarländer“, beobachtet Maukner. „Die starke Binnennachfrage und auch das Wachstum in den Schwellenländern sorgen für ausreichend Wachstumsimpulse.“

 

Konjunkturerwartungen eingetrübt

„Eine Verschlechterung der Konjunktur in Österreich sieht der Mittelstand vorerst nicht, allerdings haben sich die Konjunkturaussichten gegenüber Jahresbeginn deutlich eingetrübt“, so Erich Lehner, verantwortlicher Partner für die Agenda Mittelstand bei Ernst & Young. Nur noch 37 Prozent der Unternehmen erwarten eine (weitere) Verbesserung der Binnenkonjunktur, deutlich weniger als noch im Dezember (57 Prozent). Die Mehrheit der Unternehmen (55 Prozent) geht von einer gleich bleibenden Wirtschaftslage aus. Einen Abschwung bezeichnen nur acht Prozent der Befragten als wahrscheinlich.

 

Gute Eigenkapitalausstattung

Erstmals wurden die Mittelständler auch zu ihrem Eigenkapital befragt. „Eigenkapital von externen Investoren kann dabei helfen, für die sich eventuell abzeichnende Abschwächung des Wirtschaftswachstums gut gewappnet zu sein. Die letzte Krise hat vielen schmerzlich gezeigt, dass ausreichend Eigenkapital ein lebensnotwendiger Baustein für viele Mittelständler ist, wenn die Gewinne ausbleiben“, kommentiert Lehner. 44 Prozent der Unternehmer gaben an, über eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent zu verfügen. Deutlich weniger (25 Prozent) haben eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent.

 

Für den Großteil der Befragten (70 Prozent) ist die Unabhängigkeit von Banken ein wichtiger Grund zur Erhöhung der Eigenkapitalquote, für 68 Prozent ist auch eine verbesserte Flexibilität relevant. Doch mehr als die Hälfte der Mittelständler in Österreich (53 Prozent) würde externe Kapitalgeber ablehnen, wenn andere Finanzierungen ausreichen. 44 Prozent der Befragten  betrachten die klassische Beteiligungsgesellschaft als wichtigste Quelle, um ihre Eigenkapitalausstattung zu verbessern, gefolgt von strategischen Investoren und der Venture Capital Gesellschaft, die 42 bzw. 40 Prozent der Befragten für wichtig halten. Einen IPO hält weniger als jeder vierte Mittelständler (22 Prozent) für wichtig.

 

Investitionen und Beschäftigung sollen steigen

Noch stehen beim österreichischen Mittelstand die Zeichen eindeutig auf Wachstum: Die Auftragslage ist sehr gut, die Kapazitätsauslastung ebenfalls. Angesichts der guten Geschäftsprognosen wollen die Mittelständler mehr investieren und zusätzliche Mitarbeiter einstellen: Mehr als jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) plant, die Gesamtinvestitionen zu steigern, nur sieben Prozent wollen weniger investieren. Ähnlich bei der Beschäftigung: 26 Prozent der Mittelständler wollen die Belegschaft aufstocken, nur acht Prozent planen einen Personalabbau. Unterm Strich ist daher mit einem deutlichen Anstieg der Beschäftigtenzahl im österreichischen Mittelstand zu rechnen, der ähnlich stark ausfällt wie im Nach-Krisenjahr 2010.

 

Dabei dürften immer mehr Unternehmen allerdings Probleme haben, ihre Vakanzen rasch zu füllen: Immerhin 74 Prozent der Mittelständler berichten – wie auch schon Anfang des Jahres – von Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Jeder zehnte bezeichnet es sogar als sehr schwierig, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden – und eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht: Die Mehrheit der Mittelständler (68 Prozent) erwartet, dass es in den kommenden drei Jahren (noch) schwieriger wird, geeignete Fach- und Führungskräfte zu finden.

 

In diesem Zusammenhang wurde auch die Stimmung unter den Mittelständlern zu den neuen Regelungen zur Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa abgefragt. Fast die Hälfte der Unternehmer (48 Prozent) bewertet die Regelungen im Hinblick auf die Rekrutierung von Fachkräften positiv. Als Folge der Öffnung erwartet jedoch jeder vierte Manager steigende Löhne.

 

Um zu verhindern, dass sich der Fachkräftemangel zu einem existenziellen Problem entwickelt, müssen die Unternehmen rechtzeitig gegensteuern. Hier sei Kreativität gefragt, so Lehner: „Ob stärkere innerbetriebliche Weiterbildung, Kooperationen mit Hochschulen oder anderen Mittelständlern aus der Region, flexible Arbeitszeitmodelle insbesondere zur Familienförderung, oder  Stärkung der eigenen Attraktivität als Arbeitgeber – es gibt viele Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Attraktivität steigern können.“

 

 Der Mittelstandsbarometer

Im Rahmen seiner „Agenda Mittelstand“ befragt Ernst & Young die mittelständischen Unternehmen seit Jänner 2008 regelmäßig hinsichtlich ihrer Stimmungen, Top-Themen und Perspektiven. Beim aktuellen Halbjahresupdate des Mittelstandsbarometers 2011 wurden im Juli dieses Jahres 900 mittelständische Unternehmen in Österreich befragt. Weiters wurden die Daten nach Branchen und Bundesländern ausgewertet. Die letzte Befragung fand im Dezember 2010 statt.

 

Die „Agenda Mittelstand“

Mittelständische Unternehmen in Österreich machen den größten Teil der heimischen Wirtschaft aus. Allerdings stehen sie vor komplexen Herausforderungen: die Krise und die Zeit danach, sich verändernde regulatorische Anforderungen, zunehmende Bedeutung von Ratings und Risikomanagement, verstärkte Internationalisierung, neue Entwicklungen im Bereich der IT und nicht zuletzt der weltweite Wirtschaftsabschwung. In dem Wissen um die große wirtschaftliche aber auch gesellschaftliche Bedeutung des Mittelstandes und, um mittelständische Unternehmen gezielt unterstützen zu können, hat Ernst & Young die „Agenda Mittelstand“ ins Leben gerufen. Der „Mittelstandsbarometer“ ist Teil der „Agenda Mittelstand“.

 

Mittelstandsbarometer 2009

Kontakte

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Kristin Posch
Corporate Communications

Ernst & Young
Wagramer Straße 19
A-1220 Wien
Telefon +43 (1) 211 70-1156
E-Mail: presse@at.ey.com

Hier finden Sie die Ernst & Young Studie "Halbjahresupdate Mittelstandsbarometer 2011" (pdf, 361kb) als Download.

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