BRIC-Konzerne Gewinner der letzten drei Jahre
Wien, 10. Jänner 2011 Analyse der Marktkapitalisierung der höchstbewerteten Unternehmen weltweit
- Unternehmen des Energiesektors gewinnen an Gewicht – Finanzsektor kommt zurück
- Deutschlands Bedeutung an internationalen Börsen weiter gesunken – Großbritannien dagegen legt zu
- Weiterhin kein österreichisches Unternehmen in den Top 300
„Keine Frage: Das nächste Jahrzehnt gehört den Schwellenländern.Während die Industriestaaten noch lange unter den Folgen der Finanzkrise leiden werden, wächst die Bedeutung der Schwellenmärkte rasant“, erwartet Gerhard Schwartz, Partner bei Ernst & Young in Österreich und Leiter der Transaction Advisory Services. Die sogenannten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) spielen an den Weltbörsen eine immer wichtigere Rolle: Im Top-100-Ranking konnten sich zum Jahresende 2010 19 Unternehmen aus diesen Ländern platzieren – im Jahr zuvor waren es 18, Ende 2008 sogar nur elf. Das ergab eine Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young, die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit im Jahresvergleich untersucht.
Top-Aufsteiger: Exxon und Apple
Angeführt wurde das Firmenranking zum Jahreswechsel von einem US-Unternehmen. Der Energieriese Exxon löste den chinesischen Konkurrenten Petrochina an der Spitze ab und ist somit das teuerste Unternehmen der Welt. Exxon kommt auf eine Marktkapitalisierung von knapp 369 Mrd. Dollar, Petrochina erreicht gut 303 Mrd. Dollar. Als zweiter Top-Aufsteiger sticht Apple hervor. Im Vergleich zum Vorjahr schaffte der IT-Konzern den Sprung von Platz 11 unter die Top 3 und gilt mit rund 296 Mrd. Dollar nunmehr als das drittteuerste Unternehmen der Welt.
Kräftemessen in Europa
Trotz der Dax-Rally und trotz des guten Konjunkturverlaufs in Deutschland: Im Verlauf des Jahres 2010 ist Deutschlands Gewicht an den Weltbörsen weiter leicht gesunken. Zum 31. Dezember 2010 waren wie vor einem Jahr nur vier deutsche Unternehmen in der Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt vertreten – zum Jahresende 2008 waren es immerhin noch acht. Im Top-300-Ranking ging die Zahl der deutschen Unternehmen von 14 auf 13 zurück. Damit belegt Deutschland derzeit im Länderranking den sechsten Platz, den es sich mit Brasilien und der Schweiz teilt. Davor platzieren sich die Vereinigten Staaten, China, Großbritannien, Frankreich und Japan.
Gestiegen ist hingegen das Gewicht Großbritanniens, das im weltweiten Top-100-Ranking nun mit neun Unternehmen vertreten ist (Vorjahr: acht) und damit den dritten Platz hinter den Vereinigten Staaten und mit China belegt. Frankreich folgt mit sechs Unternehmen auf dem vierten Platz.
„Trotz eines für österreichische Unternehmen eher erfreulichen Börsenjahres – immerhin konnte der ATX 2010 um rund 15 Prozent zulegen – finden sich auch heuer wieder keine österreichischen Unternehmen unter den Top 300“, so Schwartz. Teuerste österreichische Unternehmen sind unverändert die ERSTE Group Bank, der Verbund und die OMV. Sie konnten ihren Wert entweder steigern oder zumindest in etwa halten.
Energieunternehmen auf dem Vormarsch
Im vergangenen Jahr hat vor allem die Energiebranche deutlich an Gewicht gewonnen: Die Zahl der Energieunternehmen, die sich unter den Top 100 platzieren konnten, stieg im Jahr 2010 von 18 auf 20. „Das Wiedererstarken der Weltwirtschaft führt zu steigenden Energiepreisen. Damit gewinnen gerade Öl- und Gasunternehmen deutlich an Attraktivität“, so Schwartz. Versorger hatten hingegen einen relativ schweren Stand: Von ihnen sind nur noch zwei unter den Top 100 vertreten, im Vorjahr waren es drei, Ende 2008 sogar acht.
Die wichtigste Branche ist aber nach wie vor der Finanzsektor. Die Finanzkrise hatte zu einer vorübergehenden erheblichen Schwächung der Branche an den Weltbörsen geführt, von der sie sich inzwischen aber wieder erholt hat. Während sich Ende 2008 – kurz nach Ausbruch der Krise – nur 16 Unternehmen aus der Finanzbranche in der Liste der Top-100-Unternehmen platzieren konnten, war die Zahl zum Jahresende 2009 schon wieder auf 24 gestiegen. Derzeit liegt sie bei 23.