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Ernst & Young Pressemitteilung 2011 - Mittelstandsbarometer 2011: Fachkräftemangel bremst Wachstum - Ernst & Young - Österreich

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Mittelstandsbarometer 2011: Fachkräftemangel bremst Wachstum

Wien, 25. Jänner 2011

Ernst & Young-Studie unter mittelständischen Unternehmen in Österreich:

  • Beste Geschäfts- und Konjunkturlage für mittelständische Unternehmen seit Jänner 2008.
  • Investitionsbereitschaft konstant vorhanden, aber weiterhin niedrig.
  • Mittelständische Unternehmen wollen neue Jobs schaffen, aber nur jedes vierte mittelständische Unternehmen kann freie Stellen problemlos besetzen.
  • Zwei von drei Betrieben rechnen mit Umsatzeinbußen wegen Fachkräftemangels.

 „Mit ihrer aktuellen Geschäftslage und der Konjunkturentwicklung sind die mittelständischen Unternehmen in Österreich derzeit so zufrieden wie seit Jänner 2008 nicht mehr. Aber, auch wenn sich die heimischen Betriebe von der europäischen Schuldenkrise und den wirtschaftlichen Problemen einiger europäischer Länder recht unbeeindruckt geben, so machen Probleme wie der Fachkräftemangel oder steigende Rohstoff- und Energiekosten doch Sorgen. Für viele heimische Unternehmen wird 2011 daher ein herausforderndes Jahr, das sie jedoch auf guter Basis starten können“, so Mag. Helmut Maukner, Country Managing Partner von Ernst & Young in Österreich.

92 Prozent der mittelständischen Unternehmen sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden, drei von fünf bezeichnen sie sogar als uneingeschränkt gut. 37 Prozent der Unternehmer erwarten eine weitere Verbesserung der eigenen Geschäftslage und 57 Prozent glauben, dass die Konjunktur in Österreich auch künftig anziehen wird. Angesichts der guten Konjunkturaussichten wollen die mittelständischen Unternehmen auch investieren und mehr Mitarbeiter einstellen. Dabei stoßen die Unternehmen aber zunehmend auf Probleme: drei von vier mittelständischen Unternehmen haben Schwierigkeiten, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, und etwa zwei von drei mittelständischen Unternehmen befürchten Umsatzeinbußen aufgrund des Mangels an Fachkräften. Damit könnte sich in Zukunft der zunehmende Fachkräftemangel zu einer erheblichen Wachstumsbremse für die mittelständischen Unternehmen in Österreich entwickeln.

Das sind Ergebnisse des „Mittelstandsbarometers 2011“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Studie wird halbjährlich durchgeführt, ihr liegt eine Umfrage unter 900 mittelständischen Unternehmen in Österreich zugrunde, die im Dezember 2010 durchgeführt wurde.

Wenig Veränderung bei Investitionsbereitschaft und Neueinstellungen
Bei den Investitionen wird es 2011 weiter leicht aufwärts gehen: 29 Prozent der Befragten planen, die Investitionsausgaben im kommenden Jahr zu erhöhen (Juli 2010: 28 Prozent, Februar 2010: 22 Prozent). Dagegen wollen nur 10 Prozent ihre Investitionsausgaben reduzieren. Auch bei den Neueinstellungen wollen die Unternehmen das Niveau vom Sommer 2010 in etwa halten: 26 Prozent der mittelständischen Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten neue Mitarbeiter einstellen (Juli 2010: 27 Prozent, Februar 2010: 17 Prozent), nur 7 Prozent ihren Mitarbeiterstand reduzieren.

Helmut Maukner zu diesen Ergebnissen: „Positiv ist, dass per saldo jedenfalls ein deutlicher Anstieg bei Investitionen und Neueinstellungen zu erwarten ist. Es stehen nicht mehr nur Kostensenkungsprogramme ganz oben auf der Tagesordnung, sondern es wird auch wieder verstärkt über Innovationen, neue Produkte und Expansion nachgedacht.“ Allerdings könne man auch beobachten, dass der Aufwärtstrend sowohl bei den Geschäftsaussichten als auch bei Investitionsabsichten und Neueinstellungen zunehmend abflache. „Nach der Krise ist es recht schnell wieder aufwärts gegangen, aber lange bevor das Vorkrisenniveau vom Jänner 2008 wieder erreicht ist, sind wir nun in einer Phase, in der für Wachstum auf unternehmerischer Seite wieder deutlich mehr getan werden muss als das Nützen eines Konjunkturaufschwungs allein“, so Maukner.

Wachstumsbremse Fachkräftemangel
Auch wenn rund ein Viertel der befragten Betriebe neue Mitarbeiter einstellen will, wird die Rekrutierung für zumindest einige Unternehmen kein leichtes Unterfangen: : Immerhin 74 Prozent der  Befragten berichtet von Schwierigkeiten, neue und qualifizierte Mitarbeiter zu finden – jeder Fünfte bezeichnet dies sogar als „sehr schwierig“. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht: Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen in Österreich (66 Prozent) erwartet, dass es in den kommenden drei Jahren (noch) schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden.

„Immer mehr Unternehmen stoßen an ihre Wachstumsgrenzen, weil ihnen das entsprechende Personal fehlt“, so Mag. Erich Lehner, verantwortlicher Partner für die Agenda Mittelstand bei Ernst & Young. Etwa zwei Drittel der befragten mittelständischen Unternehmen (64 Prozent) befürchten sogar, dass ein Mangel an Fachkräften zu Umsatzeinbußen für das eigene Unternehmen führen wird – 20 Prozent der befragten Unternehmen prognostizieren sogar erhebliche Einbußen von mehr als 5 Prozent.

Rund 60 Prozent der Befragten nennt die hohe Konkurrenz der Großunternehmen um Top-Talente und den generellen Mangel an solchen als wichtigste Gründe für die Schwierigkeit, offene Stellen zu besetzen. Auch hohe Gehaltsforderungen der Bewerber (42 Prozent), die zu geringe Attraktivität und die mangelnde Bekanntheit des eigenen Unternehmens (beide jeweils 25 Prozent) stellen nach Meinung der Unternehmen ein Problem dar.

Defizite im Bildungs- bzw. Ausbildungssystem Hauptursache für Fachkräftemangel
Neben dem allgemeinen Mangel an Fachkräften identifizieren 74 Prozent der Unternehmer vor allem Defizite im österreichischen Bildungs- bzw. Ausbildungssystem. „Zwar sind die Noten für die bundesweite Standortpolitik und die regionalen Rahmenbedingungen nach wie vor positiv, aber jene für die Bildungspolitik haben zuletzt deutlich abgenommen“, so Erich Lehner. So bewerten 31 Prozent der Befragten die Bildungspolitik in ihrem Bundesland mit „mangelhaft“ bzw. „ausreichend“ – im Februar 2010 waren es noch 21 Prozent. Die demografische Entwicklung und die mangelnde Bereitschaft von Unternehmen, ältere Fachkräfte zu beschäftigen, wurden als weitere wichtige Ursache für den Fachkräftemangel genannt.

Fachkräftemangel fordert innovative Strategien von mittelständischen Unternehmen
„Der sich abzeichnende Fachkräftemangel kann sich zu einem erheblichen Problem für die mittelständischen Unternehmen auswachsen“, erwartet Lehner. „Gerade die mittelständischen Unternehmen drohen, im verschärften Wettbewerb um ein knapper werdendes Arbeitskräftepotenzial ins Hintertreffen zu geraten.“ Große Unternehmen hätten bessere Voraussetzungen, über eine professionelle Personalentwicklung geeignete Arbeitskräfte aus den eigenen Reihen zu rekrutieren oder neue anzuwerben. Zum anderen könnten Großunternehmen durch ihre höhere Bekanntheit leichter Mitarbeiter für offene Stellen gewinnen. „Kleinere Unternehmen werden es zukünftig immer schwerer haben, sich gegen die großen Konzerne zu behaupten und Top-Fachkräfte für sich zu gewinnen. Der Fachkräftemangel könnte die österreichische Wirtschaft Milliarden kosten. Am stärksten betroffen werden die mittelständischen Unternehmen sein“, prognostiziert Lehner.

Für mittelständische Unternehmen wird es daher zunehmend wichtig, schnellstmöglich Strategien gegen den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern zu entwickeln. „Die Unternehmen müssen schleunigst gegensteuern. Es reicht nicht, über fehlende Fachkräfte zu klagen und nach der Politik zu rufen. In Frage kommen beispielsweise innerbetriebliche Weiterbildungen, Kooperationen mit Hochschulen oder anderen mittelständischen Unternehmen aus der Region oder flexible Arbeitszeiten – es gibt viele Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Attraktivität steigern können“, so Lehner.

Der Mittelstandsbarometer
Im Rahmen seiner „Agenda Mittelstand“ befragt Ernst & Young die mittelständischen Unternehmen seit Jänner 2008 regelmäßig hinsichtlich ihrer Stimmungen, Top-Themen und Perspektiven. Beim aktuellen Halbjahresupdate des Mittelstandsbarometers 2011 wurden im Dezember 2010 900 mittelständische Unternehmen in Österreich befragt. Weiters wurden die Daten nach Branchen und Bundesländern ausgewertet. Die letzte Befragung fand im Juli 2010 statt.

Die „Agenda Mittelstand“
Mittelständische Unternehmen in Österreich machen den größten Teil der heimischen Wirtschaft aus. Allerdings stehen sie vor komplexen Herausforderungen: die Krise und die Zeit danach, sich verändernde regulatorische Anforderungen, zunehmende Bedeutung von Ratings und Risikomanagement, verstärkte Internationalisierung, neue Entwicklungen im Bereich der IT und nicht zuletzt der weltweite Wirtschaftsabschwung. In dem Wissen um die große wirtschaftliche aber auch gesellschaftliche Bedeutung des Mittelstandes und, um mittelständische Unternehmen gezielt unterstützen zu können, hat Ernst & Young die „Agenda Mittelstand“ ins Leben gerufen. Der „Mittelstandsbarometer“ ist Teil der „Agenda Mittelstand“. Weitere Informationen zur „Agenda Mittelstand“ finden Sie hier. 

Kontakte

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Kristin Posch
Corporate Communications

Ernst & Young
Wagramer Straße 19
A-1220 Wien
Telefon +43 (1) 211 70-1156
E-Mail: presse@at.ey.com

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