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Ernst & Young Pressemitteilung 2011 - Venture Capital / Private Equity Country Attractiveness Index 2011: Schwellenländer drängen an die Spitze – Österreich auf Rang 22 - Ernst & Young - Österreich

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Venture Capital / Private Equity Country Attractiveness Index 2011: Schwellenländer drängen an die Spitze – Österreich auf Rang 22

Barcelona/Wien, 22. März 2011
  • USA, Großbritannien und Kanada auf den vorderen Plätzen.
  • Wachsende Anziehungskraft von Schwellenmärkten wie China (Rang 20) und Brasilien (Rang 43) für Private Equity- und Venture Capital-Investoren.
  • Österreich auf Platz 22 von insgesamt 80 Ländern des Index zufriedenstellend, aber Detailergebnisse zeigen Problemfelder bei Kapitalmarkttiefe, Anlegerschutz und Corporate Governance, Besteuerung, Unternehmenskultur und Transaktionsmöglichkeiten sowie Arbeitsmarkt und sozialem Umfeld.

Für Investoren aus aller Welt gibt es 2011 immer mehr Gründe, ihr Geld in Schwellenländern wie Brasilien und China anzulegen. Die Ursachen dafür liegen in der Erhöhung der wirtschaftlichen Aktivitäten dieser Staaten sowie in Verbesserungen in deren Kapitalmarktsystemen und institutionellen Strukturen. Dies ergab der „Global VCPE Country Attractiveness Index“, der seit 2007 vom International Center for Finance Research der IESE gemeinsam mit Ernst & Young erhoben wird.

 

Interessante Aufsteiger in vielversprechenden Regionen sind laut dem Index außerdem: Indonesien, Vietnam, verschiedene Länder im Nahen Osten, Marokko, Kenia, Tunesien und Nigeria.

 

Gerhard Schwartz, Partner bei Ernst & Young in Österreich und Leiter der Transaction Advisory Services, meint dazu: „Die geografische Verteilung bei Private-Equity-Unternehmen nimmt zu. Schwellenmärkte sind aufgrund ihrer günstigen langfristigen Wachstumsraten und steigenden sozioökonomischen Mobilität ein wichtiger Baustein der Investmentstrategien von Private Equity-Unternehmen geworden. Es ist also nicht überraschend, dass Brasilien und China unter den Gewinnern im diesjährigen Index sind: 2010 hatten die zehn größten Buyout-Fonds für Schwellenländer entweder Lateinamerika oder Asien zum Ziel.“

 

Die diesjährigen Gewinner und Verlierer
Die vorderen Ränge des Index belegen die USA (Platz 1), Großbritannien (Platz 2) und Kanada (Platz 3). Sie bekommen Bestnoten in Bezug auf die vom Index berücksichtigten sechs wichtigsten Faktoren für die Venture Capital- und Private Equity-Attraktivität eines Landes: wirtschaftliche Aktivität, Kapitalmarkttiefe, Besteuerung, Anlegerschutz und Corporate Governance, Arbeitsmarkt und soziales Umfeld sowie Unternehmenskultur und Transaktionsmöglichkeiten.

 

Im Vergleich zu vor fünf Jahren hat sich Brasilien am stärksten entwickelt. Das Land konnte 14 Plätze gutmachen und belegt dieses Jahr Platz 43. Auch Indonesien und Saudi-Arabien haben einen großen Schritt nach vorne gemacht und sind beide um elf Plätze auf Rang 48 bzw. 25 vorgerückt. Andere Länder haben im Index nicht so gut abgeschnitten. In Westeuropa hat Irland einen starken Wirtschaftsabschwung erlebt, der sich durch einen Abstieg um zehn Plätze zeigt. Erwartungsgemäß rutschte auch Spanien von Rang 20 auf Rang 23 ab. Verschiedene osteuropäische Länder büßten aufgrund wirtschaftlicher Lähmung und der Schwächung von Kapitalmarkstrukturen ebenso zahlreiche Plätze ein.

 

Die Ergebnisse zu Österreich im Detail
Auf den ersten Blick erscheint die Positionierung Österreichs auf dem 22. Rang von 80 Ländern – damit um einen Platz gegenüber 2007 verbessert – durchaus zufriedenstellend. Bei näherer Betrachtung zeigen die Detailergebnisse allerdings genau jene Problemfelder auf, die auch in der derzeitigen politischen Diskussion thematisiert werden und bei denen teilweise dringender Handlungsbedarf besteht.

 

„Das Gleichbleiben bzw. die leichte Verbesserung im Ranking ist im Großen und Ganzen auf das Kriterium ‚Wirtschaftliche Aktivität‘ zurückzuführen. Österreich ist eben deutlich besser durch die Finanzkrise gekommen als andere Länder und hat sich deshalb hinsichtlich des erwarteten mittelfristigen BIP-Wachstums von Rang 71 auf Rang 55 und hinsichtlich der Arbeitslosigkeit von Rang 21 auf Rang zehn verbessert. Hier sind Länder wie Spanien, Griechenland oder auch Irland erwartungsgemäß geradezu abgestürzt“, so Gerhard Schwartz. „Bei anderen Kriterien sieht die Entwicklung bei weitem nicht so gut aus. Das ist vor allem deshalb besorgniserregend, weil dies insbesondere zukunftsorientierte Bereiche betrifft, in denen jetzt die Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre gestellt werden.”

 

So sind beim Kriterium „Kapitalmarkttiefe“ durchwegs Verschlechterungen zu verzeichnen – zu nennen sind hier vor allem IPO- und M&A Aktivitäten, aber auch der Kreditmarkt. Lediglich der geringere Non-Performing Loan Anteil bei österreichischen Banken verhindert hier ein noch deutlicher negatives Ergebnis. Besorgniserregend ist laut Schwartz auch die Verschlechterung im Bereich „Anlegerschutz und Corporate Governance" von Rang 14 auf Rang 17, wo in allen Teilbereichen an Boden verloren wurde. „So gesehen ist es kein Zufall, dass Österreich trotz jahrelanger Diskussion als letztes Land innerhalb der EU noch keine Enforcement Behörde eingerichtet hat“, urteilt der Experte.

 

„Die Verschlechterung beim Kriterium ‚Besteuerung‘ von einem ausgezeichneten achten Platz auf den immer noch sehr guten neunten Platz mag noch als statistische Unschärfe betrachtet werden”, so Schwartz. Es sei aber zu befürchten, dass die zuletzt getroffenen Maßnahmen hinsichtlich der Wertpapierbesteuerung und die dadurch verursachte Verunsicherung in Zukunft eine weitere Verschlechterung bringen werden.

 

Bei der Beurteilung von „Unternehmenskultur und Transaktionsmöglichkeiten“ sowie „Arbeitsmarkt und sozialem Umfeld“, einem Bereich in dem Österreich üblicherweise weit überdurchschnittlich beurteilt wird, konnten die Gesamtränge 17 bzw. 14 beibehalten werden. Bei einem genaueren Blick rutscht Österreich allerdings auch hier bei einigen Detailkriterien etwas nach hinten: so in den Dimensionen Innovation, Unternehmensgründungen und Forschung & Entwicklung, bei der Korruption (von Rang 10 auf Rang 13) sowie im Ausbildungsbereich (von Rang 13 auf Rang 17).


Der Global VCPE Country Attractiveness Index
Der Global Venture Capital and Private Equity Country Attractiveness Index (Global VCPE Country Attractiveness Index) wird seit 2007 von der IESE Business School der University of Navarra und Ernst & Young erstellt. In den diesjährigen Index wurden achtzig Länder aufgenommen und nach folgenden Kriterien auf ihre Attraktivität für Venture Capital und Private Equity-Investments geprüft:

  1. Wirtschaftliche Aktivität
  2. Kapitalmarkttiefe
  3. Besteuerung
  4. Anlegerschutz und Corporate Governance
  5. Arbeitsmarkt und soziales Umfeld
  6. Unternehmenskultur und Transaktionsmöglichkeiten

Der Index soll durch die Analyse umfangreicher sozioökonomischer Daten Investoren als Entscheidungshilfe dienen und jenen Gesetzgebern ein Hilfsmittel sein, die die unternehmerischen Aktivitäten, das wirtschaftliche Wachstum und den Zugang zu Finanzierungen für KMUs verbessern wollen.

Kontakte

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Kristin Posch
Corporate Communications

Ernst & Young
Wagramer Straße 19
A-1220 Wien
Telefon +43 (1) 211 70-1156
E-Mail: presse@at.ey.com

Hier finden Sie den Venture Capital and Private Equity Country Attractiveness Index 2011 (pdf, 4mb) als Download.

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