Energiesektor Top-Vertrauensgewinner im zweiten Quartal 2011
Wien, 29. Juli 2011
Ernst & Young Vertrauensindex im Sommer 2011
Vertrauen in die Stabilität und Funktionsfähigkeit der wichtigsten Player und Institutionen weiter leicht gestiegen
Weiterer Vertrauensverlust in den Euro – Sorge um Auseinanderbrechen der Eurozone nimmt zu
Bedenken um steigende Energiepreise und Staatsverschuldung nach wie vor gegeben
Österreichische Unternehmer bewerten eigene Lage zu 63 Prozent positiv – Industrie ganz vorne
„Die Stimmung unter Österreichs Unternehmer ist im zweiten Quartal 2011 weiterhin positiv. So ist das Vertrauen in die Stabilität und die zentralen Player und Institutionen nochmals gegenüber der März-Befragung leicht gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Höchstwert von September 2010“, stellt Helmut Maukner, Country Managing Partner des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young in Österreich fest.
Den stärksten Vertrauensgewinn erreichte der Energiesektor mit einem Plus von 12 Prozentpunkten. Er konnte somit seinen schlechten Wert von März 2011 fast wieder vollständig revidieren. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima hat die Diskussion über die Kernenergie und seine Alternativen angeregt und rückt den Bereich der erneuerbaren Energien immer weiter in den Fokus. Der Euro – im März 2011 noch der große Vertrauensgewinner – büßte mit einem Minus von 4 Prozentpunkten stark an Vertrauen ein. So lauten die Ergebnisse des aktuellen Ernst & Young Vertrauensindex, der unter 200 österreichischen Unternehmen erhoben wurde und seit Juni 2009 vierteljährlich durchgeführt wird.
Sorge um Energiepreise und Staatsverschuldung bleibt
Österreichs Manager sind nach wie vor besonders besorgt über die steigenden Energiepreise (72 Prozent) und die steigende Staatsverschuldung (60 Prozent). Ein zunehmender Anteil an Unternehmen (54 Prozent) zeigt sich auch über ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Zone besorgt. Die Mehrheit der befragten Manager (58 Prozent) glaubt weiterhin „eher nicht“ oder „sicher nicht“ daran, dass die angeschlagenen Euro-Staaten ihre Verschuldung noch in den Griff bekommen werden. Allerdings ist der Anteil der Zweifler gegenüber März (71 Prozent) deutlich gesunken. Die Themen „demografische Alterung“ (minus 10 Prozentpunkte) und „Fachkräftemangel“ (minus 7 Prozentpunkte) bereiten hingegen weit weniger Sorgen als noch im Quartal davor.
Optimistische Einschätzung der eigenen Lage
Die große Mehrheit der Befragten ist hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich optimistisch. So beurteilen auch in diesem Quartal 63 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage positiv – fast genauso viele wie im März (64 Prozent). Die Hälfte aller Manager blickt auch den kommenden sechs Monaten zuversichtlich entgegen. Das sind zwar weniger als noch im März (64 Prozent), aber die Anzahl der Skeptiker und jene der Optimisten hält sich weiterhin die Waage. Mehr als jeder dritte Manager erwartet den stärksten kurzfristigen Aufschwung für die Industrie (37 Prozent) und hält die Branche auch langfristig für am stabilsten (34 Prozent).
Konjunkturprognose für die Weltwirtschaft verhaltener
Aktuell erwarten 22 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Entwicklung der Weltwirtschaft. Im März waren das noch 12 Prozent. Japans Wirtschaft wird nach der Natur- und Reaktorkatastrophe im Frühjahr weiterhin vergleichsweise kritisch bewertet. „Die schwächeren Aussichten für die Weltkonjunktur sind durch die wirtschaftliche und finanzpolitische Situation der USA bedingt. Die österreichischen Unternehmer verfolgen diese Entwicklung aufmerksam. Und auch die Schuldenkrise in der Euro-Zone dämpft trotz insgesamt robuster Konjunkturlage in einigen Ländern des Euro-Raums nach wie vor die Stimmung", sagt Maukner.
Ernst & Young Vertrauensindex
Im Juli 2011 hat Ernst & Young Unternehmen in Österreich bereits zum achten Mal zu ihren Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage und der Entwicklung des eigenen Unternehmens befragt. Insgesamt wurden 200 Unternehmen zu Themen wie Konjunkturentwicklung, Vertrauen und Zukunftssorgen befragt. Der Ernst & Young Vertrauensindex wurde erstmals im Juni 2009 erhoben. Ziel ist es, in relativ kurzen Intervallen das Vertrauen der Unternehmen in die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft sowie die Stabilität und Funktionsfähigkeit der wichtigsten Player und Institutionen zu messen und abzubilden.