Global Mobility Effectiveness Survey 2013

Unternehmen nutzen Mobilitätsprogramme kaum zum Ausbau von Wettbewerbsvorteilen

  • Share
  • Expatriate Management kaum in Mitarbeiterentwicklung und Unternehmensstrategie eingebunden
  • Operative Tätigkeiten belasten unterbesetzte Expatriate Management Abteilungen
  • Mobilitätsprogrammen werden kaum auf Effektivität und Effizienz geprüft
  • Fehlendes Compliance Know-How als großes Risiko

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der für Mobilitätsprogramme verantwortlichen Führungskräfte von multinationalen Konzernen gibt an, dass ihre Teams lediglich operative Tätigkeiten erbringen und keinen Einfluss auf die Mitarbeiterentwicklung oder höhere Unternehmensziele haben. Dennoch ist die überwiegende Mehrheit der Befragten (83 Prozent) der Meinung, dass Mobilitätsprogramme einen positiven Einfluss auf die Karriereentwicklung der einzelnen Mitarbeiter haben und ihrem Unternehmen helfen zukünftige Führungskräfte zu entwickeln und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Fast die Hälfte der befragten Expatriate Manager berichtet außerdem, dass ihr Unternehmen keine Strategie für die globale Mitarbeiterentwicklung hat.

Die Mehrheit der Expatriate Manager ist nicht in die Strategiebildung eingebunden und hat Schwierigkeiten ihre Rolle im Unternehmen einzuschätzen. Viele Befragte sind aber auch zu sehr mit dem operativen Tagesgeschäft beschäftigt, um die Wichtigkeit ihrer Funktion innerhalb des Unternehmens aufzuzeigen. Immerhin die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihr Team unterbesetzt ist. Die Last der operativen Tätigkeiten zeigt sich auch darin, dass sieben von zehn Expatriate Managern (68 Prozent) interne Büroarbeiten erledigen müssen und 69 Prozent von ihnen nicht in die Auswahl von Expatriates einbezogen werden. Das sind die Ergebnisse der Global Mobility Effectiveness Survey 2013 des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY. Im Rahmen der Studie wurden 264 Führungskräfte aus dem Expatriate Management von multinationalen Konzernen befragt.

Fehlende Evaluation von Mobilitätsprogrammen belastet Wettbewerbsfähigkeit
78 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Abteilung den Return on Investment (ROI) der Mobilitätsprogramme nicht misst. Die meisten Unternehmen vernachlässigen darüber hinaus auch die Beobachtung der Mitarbeiterentwicklung nach Beendigung von Auslandsentsendungen. Und das, obwohl 16 Prozent der Entsendeten das Unternehmen innerhalb der ersten zwei Jahre nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland verlassen und weitere 41 Prozent anschließend in jene Position zurückkehren, die sie vor der Auslandsentsendung innehatten.

 „Mit der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft steigt auch der Druck auf Unternehmen Mitarbeiter zu beschäftigen, die die Mechanismen des globalen Marktes verstehen. Viele multinationale Konzerne könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit auf diesem internationalen Markt steigern, wenn sie ihre Expatriate Manager mehr in die Entwicklung der Unternehmensstrategie einbinden würden“, erklärt Regina Karner, Partnerin bei EY in Österreich: „Unternehmen müssen beginnen, ihre Mobilitätsprogramme als Mittel der Mitarbeiterentwicklung zu sehen und nicht nur als einfachen Weg, um offene Positionen zu besetzen. Das Expatriate Management sollte deshalb am besten direkt in die Mitarbeiterentwicklung eingebunden werden. Denn nur wenn die beiden Funktionen eng zusammenarbeiten, können Mitarbeiter mit Auslandserfahrung langfristig an das Unternehmen gebunden und so zu den Führungskräften der Zukunft ausgebildet werden.“

Konzerne haben kaum Know-How für Entsendungen in Wachstumsmärkte
Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gibt an, Mitarbeiter in Wachstumsmärkte zu entsenden, in denen die Gesetze laufenden Änderungen unterliegen. Trotzdem zeigt die Umfrage, dass viele Konzerne kein adäquates Know-How für die Abwicklung von Steuer-, Gehaltsabrechnungs- und Einreiseformalitäten im Zusammenhang mit Auslandsentsendungen in diese Märkte haben:

  • 40 Prozent geben an, keine Kontrollmechanismen zur Beobachtung der Compliance mit Steuer- und Sozialversicherungsgesetzen zu haben
  • 31 Prozent berichten, bereits externe Berater oder Unternehmen beauftragt zu haben, um Vergehen gegen solche Gesetze zu behandeln
  • 73 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Geschäftsreisende nicht unter die Verantwortung des Expatriate Managements fallen

Dabei ist den meisten Expatriate Managern das signifikante Risiko von Compliance-Verstößen durchaus bewusst. Aber: „Das Risikobewusstsein ist bei den meisten Unternehmen nicht so ausgeprägt. Risiken, die mit Auslandsentsendungen und Geschäftsreisen verbunden sind, könnten mit adäquaten Maßnahmen von vornherein minimiert werden. Stattdessen handeln die meisten Konzerne erst, wenn ein konkreter Schaden eingetreten ist. Das erzeugt natürlich Frustration bei den Expatriate Managern, da sie die Verantwortung für negative Auswirkungen zu tragen haben. Gerade in Zeiten, in denen Geschäftsreisen und informelle Auslandsentsendungen immer mehr zunehmen, ist es deshalb essentiell, dass Expatriate Manager auch andere Abteilungen auf diese Risiken hinweisen und darauf pochen adäquate Vorsorgemechanismen zu entwickeln“, so Karner weiter.

 

EY im Überblick
EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Mit rund 650 Mitarbeitern an vier Standorten erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von 82 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt 175.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.
 
EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

 Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/austria

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.