
Die Podiumsdiskussion stieß auf reges Interesse. Und dies ist nicht verwundernswert, wurde doch die aktuelle Berichterstattung großer Zeitungen thematisiert, die beim Leser oftmals den Eindruck erweckt, die Turbulenzen der beispiellosen Finanz- und Wirtschaftskrise seien bereits überstanden und wir befänden uns bereits wieder auf Wachstums- und Wohlstandskurs. Ist dieser Eindruck nicht vielleicht irreführend und gründet auf falschen Vorstellungen? Diese Annahmen in Frage zu stellen, war das Ziel des diesjährigen Entrepreneur Clubs, so Heinrich Christen, Partner in Charge EOY Switzerland.
Daniela Decurtins, stellvertretende Chefredakteurin des Zürcher Tages-Anzeigers, leitete die Diskussion. Außerdem nahmen Dr. Walter Grübler, Präsident des Verwaltungsrats der Sika AG, Dr. Urs Rickenbacher, Entrepreneur Of The Year 2007, Lantal Textiles, Dr. Gerhard Schwarz, stellv. Chefredakteur NZZ und designierter CEO der Avenir Suisse sowie Dr. Klaus W. Wellershoff, CEO von Wellershoff & Partners Ltd., Zürich, an der Diskussion teil.

Ausgehend von der Leistung Schweizer Unternehmen stellte sich die zentrale Frage, ob diese der Finanzkrise mit den richtigen Mitteln begegneten? Dr. Urs Rickenbacher trug die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens vor, das gerade in Zeiten der größten Finanzkrise Innovation vorangetrieben und erfolgreich ein neues Produkt auf den Markt gebracht hat. Dr. Klaus W. Wellershoff hielt dem jedoch entgegen, viele Unternehmer seien sich nicht vollkommen der Tatsache bewusst, dass die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, gesamtfinanzieller Natur sind, sich deshalb nicht hundertprozentig kontrollieren lassen und auf keinen Fall unterschätzt werden dürften. Dr. Gerhard Schwarz betonte, eine florierende Wirtschaft basiere auf Vertrauen - und genau das fehle unseren Märkten derzeit. Dr. Walter Grübler wiederum sieht die Schwellenländer als neue treibende Wirtschaftskräfte, worauf sich die westlichen Länder einstellen und gegen die sie künftig bestehen müssen.
Ein weiteres Thema war die Zukunft Europas, der EU und des Euro. Auch in dieser Frage vertraten die Diskussionsteilnehmer unterschiedliche Standpunkte, die noch vielfältiger wurden, als die Zuhörer in die Diskussion einbezogen wurden. Allgemein einig waren sich jedoch Podiumsteilnehmer und Zuhörer darüber, dass für ein erfolgreiches Navigieren durch diese - noch andauernde - Finanzkrise offene, tiefgehende und sorgfältige Gespräche über genau diese Themen zwingend erforderlich sind.