Analyse der Marktkapitalisierung der höchstbewerteten Unternehmen weltweit
Schweizer Unternehmen gewinnen an den Weltbörsen an Bedeutung Vier Schweizer Unternehmen unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt / Teuerste Schweizer Unternehmen: Nestlé und Roche Holding / Finanzbranche gewinnt stark an Bedeutung
ZÜRICH, 6. JULI 2009 - Im ersten Halbjahr 2009 haben die Schweizer Top-Konzerne an Börsenwert gewonnen. Damit ist das Gewicht der Schweiz an den Weltbörsen gestiegen: Zum 30. Juni 2009 waren vier Schweizer Unternehmen in der Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt vertreten - vor einem halben Jahr waren es noch drei. Damit liegt die Schweiz im Länderranking hinter den Vereinigten Staaten, China, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan. Gemessen an der Gesamtmarktkapitalisierung belegt die Schweiz den fünften Rang: Die im Top-100-Ranking vertretenen Schweizer Unternehmen haben aktuell einen Wert von 424 Milliarden US-Dollar, Ende 2008 hatten sie noch 416 Milliarden US-Dollar gekostet - ein Wertgewinn von 8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young, die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit im Halbjahresvergleich (Stichtage: 30. Juni 2009 und 31. Dezember 2008) untersucht.
Europa und die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen sechs Monaten an Gewicht verloren, während vor allem asiatische Unternehmen ihre Bedeutung an den Weltbörsen steigern konnten: So ist die Zahl der chinesischen Unternehmen im Top-100-Ranking im ver-gangenen Jahr von 8 auf 11 gestiegen, und vier der zehn teuersten Unternehmen der Welt kommen aus China (Dezember 2008: 3). Europa ist hingegen nur noch mit 35 Unternehmen im Ranking vertreten - vor einem halben Jahr waren es noch 38. Der Anteil Nordamerikas sank in den vergangenen sechs Monaten sogar von 43 auf 38.
Renaissance der Schwellenländer
Derzeit scheint sich die Theorie der Abkopplung der Schwellenländer von den Industrieländern doch noch zu bewahrheiten: Während die Volkswirtschaften der Industrieländer mit heftigen Einbrüchen kämpfen und noch kaum Besserung in Sicht ist, haben sich Lage und Stimmung in einigen Schwellenländern in den vergangenen Monaten deutlich verbessert.
Noch zur Jahreswende hatten der Absturz der Rohstoffpreise und die globale Rezession die Aktien von Unternehmen aus den BRIC-Staaten erheblich belastet. „Die Krise hatte kurzfristig zu einem Einbruch des Vertrauens in die Schwellenländer geführt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass diese die Krise besser überstehen als der Westen“, beobachtet Louis Siegrist, Leiter von Transaction Advisory Services von Ernst & Young Schweiz. Inzwischen habe der Optimismus wieder eindeutig die Oberhand gewonnen - das Ergebnis sind erhebliche Kursteigerungen an den Börsen einiger Schwellenländer. Louis Siegrist dämpft allerdings die Erwartungen: „In einigen Schwellenländern ist nun der Goldrausch wieder ausgebrochen - man knüpft an die Übertreibungen des Boomjahres 2007 an“. Anders als viele Marktteilnehmer sieht er derzeit keine Anzeichen für einen nachhaltigen Aufschwung noch in diesem Jahr und für ein Anziehen der Nachfrage, die die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise rechtfertigen würden.
Finanzbranche gewinnt wieder an Gewicht
Die Finanzkrise hat zu einer erheblichen Schwächung des Finanzsektors auch an den Weltbörsen geführt. Ende 2008 konnten sich nur noch 16 Unternehmen aus der Finanzbranche in der Liste der Top-100-Unternehmen platzieren. Ende 2007 waren es noch 27, im Jahr davor sogar 32. Inzwischen ist der Anteil wieder auf 19 gestiegen. „Einige Finanzunternehmen konnten jüngst überraschend gute Zahlen vorlegen. Damit steigt die Hoffnung, dass die Finanzbranche das Schlimmste überstanden hat“, sagt Louis Siegrist. Die im Top-100-Ranking vertretenen Unternehmen aus der Finanzbranche waren vor einem halben Jahr insgesamt noch 1,42 Billionen US-Dollar wert, derzeit liegt ihr Wert bei 1,99 Billionen US-Dollar - ein Zuwachs um 40 Prozent.
Auch die Energie- und Rohstoffbranchen haben wieder überdurchschnittlich stark an Gewicht gewonnen: Die Zahl der Energieunternehmen, die sich unter den Top-100 platzieren konnten, stieg im ersten Halbjahr 2009 von 16 auf 20, die Zahl der Rohstoffunternehmen von 3 auf 5. „Mit den steigenden Ölpreisen gewinnen gerade Öl- und Gasunternehmen deutlich an Attraktivität. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieser Trend angesichts der nach wie vor schwachen Weltkonjunktur von Dauer sein wird“, zeigt sich Louis Siegrist skeptisch. Er stellt allerdings fest, dass sich das Investorenverhalten in den vergangenen Monaten deutlich verändert hat: „Anfang des Jahres ging es vor allem um die Fragen: Wen trifft die Krise am härtesten? Und: Wer überlebt die Krise? Heute stehen wieder grosse, langfristige Fragen auf der Agenda: Die Rohstoffverknappung und die zukünftige Entwicklung der Energiepreise sowie das wirtschaftliche Erstarken der Schwellenländer.“
Petrochina teuerstes Unternehmen der Welt
Das am höchsten bewertete Unternehmen der Welt war zum 30. Juni 2009 Petrochina mit einer Marktkapitalisierung von 367 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Exxon Mobil (341 Milliarden US-Dollar). Aktuell sind die zehn teuersten Unternehmen der Welt zusammen 2,2 Billionen US-Dollar wert, vor einem halben Jahr lag ihr Börsenwert bei 2,1 Billionen US-Dollar. Der Wert der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt stieg im Verlauf des ersten Halbjahres von 9,3 auf 9,9 Billionen US-Dollar.
Download Analyse (PDF, 157.6 kB)
Download Medienmitteilung "Analyse der Marktkapitalisierung der höchstbewerteten Unternehmen weltweit" (PDF, 46.6kB)
Kurzporträt von Ernst & Young
Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen und Beratung. Unsere 135'000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt verbinden unsere gemeinsamen Werte sowie ein konsequentes Bekenntnis zur Qualität. In der Schweiz ist Ernst & Young ein führendes Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Steuern und Recht sowie Transaktionen und Rechnungslegung an. Unsere 1'900 Mitarbeitenden in der Schweiz haben im Geschäftsjahr 2007/08 einen Umsatz von CHF 563 Mio. erwirtschaftet. Wir differenzieren uns, indem wir unseren Mitarbeitenden, Kunden und Anspruchsgruppen helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website www.ey.com/ch.
Ernst & Young bezieht sich auf die globale Organisation der Mitgliedsfirmen von Ernst & Young Global Limited, von denen jede eine eigene Rechtseinheit bildet. Ernst & Young Global Limited, UK, erbringt keine Dienstleistungen für Kunden.