Schweizer M&A-Aktivität im vierten Quartal 2012 im Aufschwung

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Im Vergleich zum Vorquartal nahm der Schweizer M&A-Markt im vierten Quartal 2012 an Aktivität zu. So wurde mit 165 angekündigten Transaktionen ein Wachstum von über 16 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2012 gemessen. Das Transaktionsvolumen verzeichnete im selben Zeitraum ein Wachstum von circa 86 Prozent. 2012 wurden insgesamt 606 M&A-Transaktionen mit einem offengelegten Volumen von rund CHF 111 Mia. angekündigt. Bezogen auf die Anzahl Transaktionen entspricht dies einem Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gemessen am Transaktionsvolumen hingegen konnte mehr als eine Verdoppelung verzeichnet werden.

Zürich 14. Januar 2013 – Der signifikante Anstieg des Transaktionsvolumens 2012 im Vergleich zum Vorjahr, ist zum Grossteil auf die Glencore/Xstrata Transaktion im Q1 12 zurückzuführen. Bei Ausschluss dieser Transaktion in der Höhe von CHF 49 Mia. in der Betrachtung, würde das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr rund 21 Prozent betragen. Jürg Stucker, Leiter Mergers & Acquisitions bei EY Schweiz, sagt: «Im vierten Quartal 2012 verzeichneten wir erneuten einen Anstieg der Schweizer M&A-Aktivität. Die 165 angekündigten Transaktionen im Umfang von rund CHF 10 Mia. entsprechen einer Steigerung um 16 bzw. 86 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die andauernden Massnahmen der Europäischen Zentralbank zur Stabilisierung der Wirtschaft trugen dazu bei, dass die Märkte wieder vorsichtiges Vertrauen in zukünftiges Wachstum fassten.»

SMI setzt Aufwärtstrend fort
Analog zum Vorquartal setzte der Swiss Market Index (SMI) seinen Aufwärtstrend fort und beendete das vierte Quartal 2012 mit einem Wachstum von rund drei Prozent. Nach dem Jahrestief im Juni 2012, konnte der Schweizer Aktienmarkt somit die in der ersten Jahreshälfte entstandenen Verluste wieder gutmachen. Über die letzten zwölf Monate betrachtet erzielte der Index trotz der europäischen Schuldenkrise und des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds ein solides, zweistelliges Wachstum von ca. 13 Prozent.

Mit Ausnahme des Industriesektors «Energie, Transport und Versorgung», zeigte sich 2012 eine positive Entwicklung sämtlicher gleich gewichteter Industriesektoren. Der Sektor «Industriegüter und Dienstleistungen» wies mit einem Anstieg um ca. 15 Prozent die höchste Aktienperformance aus, die vor allem durch das Übertreffen bestehender Gewinnerwartungen getrieben wurde. Die zweithöchste Aktienperformance erreichte der Sektor «Gesundheitswesen» mit einem Anstieg von rund neun Prozent.

Aktivster M&A-Sektor: «Industriegüter und Dienstleistungen»
Mit einem Anteil von rund 20 Prozent aller angekündigten Transaktionen im vierten Quartal 2012, verzeichnete der Sektor «Industriegüter und Dienstleistungen» zudem die höchste Aktivität in Bezug auf die Anzahl angekündigter M&A-Transaktionen je Sektor in der Schweiz. Auf dem zweiten und dritten Rang folgten die Sektoren «Medien, Technologie und Telekommunikation» sowie «Chemie-, Bau- und Werkstoffindustrie» mit Anteilen von 16 respektive 13 Prozent aller angekündigten Transaktionen. Zusammengefasst machen diese drei Top-Industriesektoren knapp die Hälfte aller während des vierten Quartals 2012 angekündigten Transaktionen in der Schweiz aus.

Steigende Anzahl Transaktionen über CHF 50 Mio.
Die Anzahl Transaktionen mittlerer Grösse zwischen CHF 50 und 250 Mio. erhöhte sich in den letzten drei Monaten von 34 Prozent im dritten Quartal auf 40 Prozent im vierten Quartal 2012. Grosse Transaktionen über CHF 250 Mio. verzeichneten ebenfalls einen höheren Anteil am M&A-Markt und waren im vierten Quartal 2012 für rund 30 Prozent aller Transaktionen mit offengelegtem Transaktionsvolumen verantwortlich, ausgehend von einem Anteil von knapp 20 Prozent im dritten Quartal 2012. Währenddessen reduzierte sich der Anteil kleiner Transaktionen mit offengelegten Transaktionsvolumen von unter CHF 50 Mio. im Q4 12 von 48 auf 30 Prozent.

Ausblick
Solange die Lösung der europäischen Schuldenkrise ausstehend ist, wird diese auch 2013 einer der dominierenden Faktoren sein und zu moderater Schweizer M&A-Aktivität und gemindertem Risikoappetit von potenziellen Käufern beitragen. Louis Siegrist, Managing Partner, Leiter Transaction Advisory Services bei EY Schweiz, meint dazu: «Aufgrund des momentan volatilen Marktumfelds neigen Unternehmen eher dazu, vorhandene Cashreserven aufzusparen, anstatt damit risikobehaftete M&A-Strategien durchzuführen.»

Infolge der anhaltenden europäischen Schuldenkrise suchen Unternehmen aus Übersee, insbesondere aus Asien, nach günstigen europäischen Übernahmezielen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Dieser Umstand könnte auch den Schweizer M&A-Markt beeinflussen, da viele exportorientierte Schweizer Unternehmen unter Margendruck leiden und dadurch ebenfalls zu potenziellen Übernahmezielen werden könnten, wenn sich die ökonomischen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.

In Anbetracht der europäischen Schuldenkrise, kränkelnder Weltwirtschaft und zunehmenden Sparmassnahmen bei vielen europäischen Unternehmen, sind die Aussichten für die Schweizer M&A-Aktivität 2013 verhalten. Nichtsdestotrotz ist ein leichter Aufwärtstrend der Deal-Aktivität aufgrund der stabilen ökonomischen Aussichten für die Schweizer Wirtschaft möglich, vor allem mit einer zunehmenden Erholung der europäischen Wirtschaft.

M&A Quarterly Switzerland
Die Veröffentlichung Mergers & Acquisitions Quarterly Switzerland von EY fasst die industrieübergreifende Entwicklung des M&A-Markts in der Schweiz zusammen. Das Ziel der Publikation besteht darin, einen Überblick über den M&A-Markt, die Bewertungskennzahlen, Ereignisse und Akquisitionsgelegenheiten zu geben. Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um die 17. Ausgabe dieser Veröffentlichungsreihe, die im Dezember 2008 initiiert wurde.

Kurzporträt von EY
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