Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell und die Faber-Castell AG – 252 Jahre im Dienste des „Bleysteffts“

Gewinner des Ehrenpreises für Familienunternehmen

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Wer schreiben kann, kennt Faber-Castell: Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell führt in der 8. Generation den weltweit größten  Hersteller von Bunt- und Bleistiften

Frankfurt, 19. September 2013

Der Unternehmer

Bleistifte?! – Nein, das ist nichts für mich, denkt sich Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, als er Anfang der Sechziger Jahre Abitur macht. „Ich kann mir für mein Leben Interessanteres vorstellen, als eine Bleistiftfirma zu leiten“, schreibt er über seine Zukunftspläne. Nun – von dieser Absage gegenüber dem Produkt, ist heute wahrlich nicht mehr viel übrig. Der Bleistift hat den Grafen gewissermaßen erobert. Seit 1978 steht der heute 72-Jährige in 8. Generation in Folge an der Spitze der Bleistift-Dynastie und verkörpert das edle Image der Marke wie kein Zweiter : Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell ist das Gesicht eines der ältesten Industrieunternehmen der Welt, das über 2000 hochwertige Produkte zum Schreiben, Zeichnen und Kreativen Gestalten herstellt und mit einer Produktion von mehr als 2 Milliarden Blei- und Farbstiften pro Jahr der weltweit bedeutendste Hersteller von holzgefassten Stiften ist.

Als der Vater 1978 starb, übernahm der junge Graf, der bis dato als Investmentbanker in London und New York lebte, als 37-Jähriger als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen mit dem Stammsitz bei Stein nahe Nürnberg . Ende der 70er Jahre liefen bei Faber-Castell die Geschäfte vor allem im Stammhaus  unbefriedigend. „Ich musste erst lernen, dass man sich nicht zu schade sein darf, gewisse Dinge selbst in die Hand zu nehmen“, erinnert sich der Graf. Also krempelte er die Ärmel hoch und gab dem Unternehmen einen neuen Kurs – und zwar weg vom Massenmarkt, hin zum Premiumprodukt. Er bildete Kompetenzfelder - Spielen und Lernen, Art & Graphic, Premium, Allgemeines Schreiben und Markieren – die bis heute das Geschäft des Hauses strukturieren, expandierte in asiatische Märkte und in neue Geschäftsfelder wie die Herstellung von Kosmetikstiften und Applikatoren für renommierte Kosmetikunternehmen, rief exklusive Schreibgerätelinien ins Leben und kümmerte sich fortan als Botschafter in eigener Sache um das Image der Marke und des Unternehmens. Denn: „Die Markenführung ist und bleibt bei uns Chefsache“, so der Graf.

Entwicklung

Den ersten Bleistift aus dem Hause fertigte 1761 der Schreiner Kaspar Faber. Er legte in seiner Werkstatt im Zeitalter der Aufklärung den Grundstein, auf dem seine Enkel, insbesondere sein Urenkel Freiherr Lothar von Faber – die 4. Generation – bauen konnte. Mit ihm, dem weitsichtigen Lenker in der Unternehmensgeschichte, gelang ab 1839 der Durchbruch von der kleinen  Manufaktur zum international ausgerichteten Markenunternehmen. Der damals 22-Jährige modernisierte die Produktionsverfahren, brachte die ersten Qualitätsstifte in 16 Härtegraden auf den Markt und bedruckte seine Bleistifte mit dem Firmennamen, um sich von minderwertiger Konkurrenz abzugrenzen – so kreierte er den ersten Markenbleistift „A.W.Faber“. Er wagte als erster Bleistiftfabrikant den Sprung in die „Neue Welt“ und gründete 1849 eine Niederlassung in New York, gefolgt von eigenen Geschäften und Agenturen in London, Paris, Wien und St. Petersburg. Zudem war er außergewöhnlich sozial eingestellt – er rief unter anderem eine der ersten deutschen Betriebskrankenkassen ins Leben. 1881 bzw. 1891 brachte Lothar von Faber das die Erhebung in den erblichen Freiherrenstand und den Titel des erblichen Reichsrats ein. Nachdem Lothars Sohn Wilhelm und seine beiden einzigen Söhne bereits früh verstorben waren, heiratete seine Enkelin Freiin Ottilie von Faber Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen. 1898 entstand somit nicht nur ein neues Adelsgeschlecht, sondern auch einer  der bekanntesten Markennamen überhaupt: „Faber-Castell“.

Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell zeigte mit seiner Neuausrichtung des Unternehmens in den 90er Jahren einen ähnlich Weitblick wie sein Ururgroßvater vor über 150 Jahren, denn mit ihm an der Spitze und der weiteren Expansion des Unternehmens nach Lateinamerika und Asien schaffte Faber-Castell nach den schwierigen 80er Jahren endgültig den Sprung zum erfolgreichen Global Player. So ist die Unternehmensgruppe inzwischen in 120 Ländern vertreten, verfügt weltweit über 15 Werke und 25 Vertriebsgesellschaften und beschäftigt über 7.000 Mitarbeiter.

Innovation

Die Produkte von „Faber-Castell“ sind Klassiker. Sie begleiten Verbraucher auf dem Weg vom Kind zum Künstler, vom Studenten zum Vorstand – von Generation zu Generation – und geben der Branche seit über 250 Jahren neue Impulse. Ein Beispiel hierfür ist der typisch grüne „Castell 9000“, der 1905 von dem fränkischen Unternehmen entwickelt wurde und bis heute legendär auf dem Weltmarkt ist – jedes Kind hielt ihn schon in Händen. Oder der silberne „Grip 2001“, der durch ergonomische Dreikantform und einen Noppengriff sinnvollen Nutzen mit guter Formgestaltung verbindet und es weltweit auf viele internationale Design-Preise brachte. Die Qualität der holzgefassten Blei- und Farbstifte – Bruchfestigkeit der Minen, Farbbrillanz oder Lichtechtheit – steht dabei seit jeher außer Frage. Das wussten schon die Impressionisten, zum Beispiel Vincent van Gogh. Er schrieb 1883 an einen Künstlerfreund: „Ich wollte dir noch erzählen von einer Sorte von Bleistiften von Faber ... Sie sind sehr weich und von besserer Qualität als die Zimmermannsbleistifte, geben ein famoses Schwarz und man arbeitet dabei sehr angenehm bei großen Studien.“

Den guten Ruf der Produkte aus dem Hause weiß der Firmenchef Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell zu nutzen. Vermarktung ist seine Stärke. Er reist regelmäßig um den Globus, nicht zuletzt um die Kernwerte der Marke Tradition & Kompetenz, höchste Qualität, Innovation & Kreativität sowie soziale und ökologische Verantwortung zu erhalten und zu festigen.

Außerdem pflegt er seine Kundenkontakte, hält Vorträge, nimmt an Benefiz-Veranstaltungen oder Pressekonferenzen teil, eröffnet Faber-Castell-Boutiquen. Er tritt im Dienste seiner Marke meist höchstpersönlich in Aktion – auch mal mit kreativen Einfällen: So warf er etwa vor Journalisten Bleistifte von dem 25 Meter hohen Turm des Familienschlosses, um von der Bruchfestigkeit der Faber-Castell-Bleistifte zu überzeugen – alle blieben unversehrt.

Verantwortung

Auch was die Verantwortung betrifft, tritt Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell in die Fußstapfen seines Ururgroßvaters. So unterzeichnete der Graf im März 2000 gemeinsam mit der IG Metall die Faber-Castell Sozialcharta, die in ihrem Umfang und ihrer weltweiten Gültigkeit zu den ersten freiwilligen Vereinbarungen dieser Art zählt. Sie garantiert den Arbeitnehmern in allen Faber-Castell Betrieben die Wahrung der Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen, wie sie von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) empfohlen werden. Das bedeutet: keine Diskriminierung, angemessene Löhne, keine überlangen Arbeitszeiten etc.

Auch die Umwelt kommt bei Faber-Castell nicht zu kurz. Im brasilianischen Prata unterhält Faber-Castell seit Mitte der 80er Jahre auf 10.000 m2 eigene Pinienplantagen, die vom FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert sind und zu 80 Prozent die weltweite Jahresproduktion des Unternehmens decken. Ein ökologisch geschlossener Kreislauf entsteht dabei durch konstante Wiederaufforstung der geernteten Bäume – jedes Jahr werden über 1 Million Setzlinge angepflanzt. Zudem werden die Wälder nicht nur zur Holzgewinnung genutzt, sondern dienen auch dem Schutz der Arten, der Ökosysteme und der genetischen Vielfalt. Hierfür enthalten die Plantagen rund 2.700 Hektar naturbelassene Waldfläche, die Lebensraum für zahlreiche, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind und durch firmeneigene Projekte wie Arboris, Animalis und ECOmmunity geschützt werden. Eben ganz im Sinne des Firmenchefs: „Man muss kein Visionär sein, um zu erkennen, dass die Sicherung der Ressourcen für das Leben der kommenden Generationen von höchster Bedeutung ist“.  

Nachhaltiges Wachstum, das Denken in Generationen und das Erhalten der Werte liegen ihm besonders am Herzen. Er möchte „anständig Geld verdienen“ im doppelten Sinne des Wortes – in ethischer wie im wirtschaftlicher Hinsicht.

Der Wettbewerb

Die Auszeichnung „Entrepreneur des Jahres“ honoriert unternehmerische Spitzenleistungen durch eine unabhängige Jury in verschiedenen Kategorien – weltweit in 60 Ländern, in Deutschland 2013 zum 17. Mal. Der von EY organisierte Wettbewerb wird von namhaften Unternehmen und Medien unterstützt: Dazu gehören DZ BANK, Jaguar, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Manager Magazin. Neben der Auszeichnung erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten fördert EY mit dem Programm „Entrepreneur of the Year Junior Academy“ unternehmerischen Nachwuchs.

EY im Überblick

EY* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 7.700 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 1,22 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 167.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

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