Ulrich Walter – Der Naturkost-Pionier

Entrepreneur des Jahres in der Kategorie Handel

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Ein Bioladen war der Anfang; heute ist die Ulrich Walter GmbH mit der Marke „Lebensbaum“ Marktführer für ökologischen Kaffee, Tee und Gewürze

Frankfurt, 19. September 2013

Der Unternehmer

Das Jahr 1979: Ulrich Walter ist ein Kind seiner Zeit. Er trägt einen Wollpulli, lebt mit seiner Frau in einem selbst renovierten Häuslingshaus im niedersächsischen Diepholz, hält sich Schafe, baut Gemüse an, und als der örtliche Bioladen zu schließen droht, übernimmt er ihn. Das damals junge Bio-Sortiment weist für einen Lebensmittelladen jedoch schmerzliche Lücken auf – weder Kaffee, Tee noch Gewürze werden in Bio-Qualität hergestellt. Nicht erhältlich, heißt es. Also nimmt es der Niedersachse, Jahrgang 1949, selbst in die Hand. Er macht sich auf die Suche nach Erzeugern von Kaffee, Tee, Gewürzen und Kräutern aus kontrolliert-ökologischem Anbau, gründet die Ulrich Walter GmbH und vermarktet die Produkte unter dem Markennamen „Lebensbaum“. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der „Bio“ allenfalls mit der „Müsli-Generation“ assoziiert wird, in der Discounter den deutschen Lebensmittelmarkt stürmen und zudem mit einem Gründer an der Spitze der Firma, der partout zu keinem Kompromiss bereit ist: Ulrich Walter will natürliche Lebensmittel verkaufen, die ökologisch und unter fairen Bedingungen angebaut werden. Nichts anderes!

Ulrich Walter ist ein „Öko“ der ersten Stunde. Nur vom Esprit seiner Ideale wird die Geschäftsidee von „Lebensbaum“ jedoch nicht getragen. Sein Handwerkszeug als Unternehmer – Soll und Haben, mit Augenmaß wirtschaften, verbindlich sein, Rückschläge wegstecken – gibt ihm eine der damals größten Reedereien, die „Hansa“, mit auf den Lebensweg – er lernt den Beruf des Schifffahrts-Kaufmann. Engagement und der entsprechende Zeitgeist kommen hinzu. Anfang der 80er Jahre reist Ulrich Walter auf der Suche nach Lieferanten um die Welt, organisiert mit Gleichgesinnten in Oberursel bei Frankfurt die erste Biomesse in Deutschland, gibt eine Kundenzeitschrift heraus und ist an der Gründung des ersten Bio-Verbands von Händlern und Herstellern beteiligt. Er ruht nicht. Und so gelingt es ihm, nicht nur eine erste Käufergemeinde für sich zu gewinnen, sondern er fördert das Entstehen eines neuen ganzheitlichen Bewusstseins. Mit Erfolg für das junge Unternehmen: Binnen weniger Jahre füllen Kaffee, Tee und Gewürze der Marke „Lebensbaum“ die Regale nahezu eines jeden Bio-Ladens und der Familienbetrieb reift zu einem mittelständischen Naturkost-Unternehmen heran, das heute rund 120 Mitarbeiter beschäftigt.

Entwicklung

Anfang der Achtziger Jahre betritt Ulrich Walter einen der heiß umkämpftesten Märkte: die Lebensmittelbranche Deutschlands. Kein Platz für Ideale, so scheint es. Die Händler kämpfen mit harten Bandagen, duellieren sich mit Tiefstpreisen. Aber Ulrich Walter schreckt nicht zurück, im Gegenteil. Er hebelt den Markt mit einem ebenso revolutionären wie programmatischen Konzept aus: Nicht über den Preis vermarktet er seine Produkte, sondern über Qualität. Er macht das, was viele Firmen fürchten, zur Erfolgsgrundlage seiner Unternehmenspraxis – Qualität, Fairness und Umweltschutz. So kauft Walter seine Produkte „am Ursprung ein“, wie er es nennt, direkt beim Hersteller, leistet teils Aufbauarbeit, findet und fördert Bio-Projekte und geht langjährige Partnerschaften ein, die einerseits die Qualität langfristig sichern, andererseits in ihrer Struktur dazu beitragen, dass Landschaft und Landwirtschaft als Lebensgrundlage der Regionen auf natürliche Weise wachsen. „Das ist nachhaltiges Wirtschaften“, erklärt er. „Gut für den Mensch, gut für die Umwelt und gut für das Unternehmen.“ 

Bis die Kunden diesem damals außergewöhnlichen Qualitätsverständnis folgen konnten, vergingen Jahre des Aufbaus, der Konsolidierung. Mit dem Umdenken der 90er Jahre jedoch – Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Lebensqualität prägen die Öffentlichkeit – zeigt sich, dass Walter mit seinem Gespür richtig liegt. In Zeiten der Lebensmittelskandale und Billigpreise suchen die Menschen nach Orientierung, nach einem klaren Bekenntnis zu Qualität, zu Mensch und Umwelt, und die finden sie u.a. in den „Lebensbaum“-Produkten. Und dieser, noch immer anhaltende und sich weiter differenzierende Trend, bedeutet für die Ulrich Walter GmbH stetiges Wachstum, das bis heute andauert: das Unternehmen gilt als marktführend im Naturkosthandel in den Bereichen Kaffee, Tee, Gewürze und Kräuter.

Innovation

Der Biopionier Ulrich Walter hält die gesamte Wertschöpfungskette seines Unternehmens, vom Feld bis zum Regal, in seiner Hand. Das verschafft ihm einen Vorsprung in Qualität, Transparenz und Innovation. Grundlage ist dabei jedoch nicht bloßes Vertrauen auf den Gutwillen der Händler und Erzeuger, sondern ein ausgeklügeltes und mehrfach prämiertes Qualitätsmanagement: das Lieferantenentwicklungssystem (LES). Als mehrstufiges, nachhaltig ausgerichtetes System regelt und fördert das LES den Einkauf von „Lebensbaum“. So sind Lieferanten des Unternehmens zu Beginn einer Geschäftsbeziehung verpflichtet eine Selbstauskunft zu Qualitäts-, Umwelt-, Sozial- und Verlässlichkeitsaspekten zu geben sowie die Einhaltung des unternehmenseigenen Code of Conduct zuzusichern. Geprüft wird die Einhaltung der Kriterien durch stichprobenartige Lieferantenbesuche der Mitarbeiter der Qualitätssicherung sowie bei Schlüsselbetrieben durch die unabhängige Institution Naturland. Für dieses System, das nicht nur prüft sondern die nachhaltige Qualität der Marke „Lebensbaum“ – und damit ebenso die der Lieferanten – stetig weiterentwickelt, wurde das Unternehmen bereits mehrfach ausgezeichnet.

Aller Nachhaltigkeit zum Trotz ist Genuss und Geschmack das beste Verkaufsargument bei Lebensmitteln. Das weiß kaum einer besser, als der ehemalige Selbstversorger Walter selbst: „Biobrote und –kuchen mussten wir damals vor dem Verzehr fast mit dem Meißel zerkleinern, so hart waren sie“, erinnert er sich. „Das ist heute undenkbar. Da kannst Du noch so nachhaltig sein, ohne Geschmack geht nichts.“ Und das scheint man in Diepholz zu beherzigen: so ist das Unternehmen von Demeter nicht nur zur Biomarke des Jahres 2013 gekürt worden – unter anderem durch das Produkt des Jahres 2013, den Kaapi-Kerala Espresso von „Lebensbaum“ – sondern verfügt ebenso über ein breitgefächertes, ganz der modernen Küche angepasstes Sortiment, das von handgeschöpftem Fleur de Sel aus Griechenland bis zu Minz-Curry aus Demeter-Anbau reicht.   

Verantwortung

Die konventionelle Landwirtschaft ist durch beachtlichen Output, Monokulturen, Dünger, Pestizide und hohen Energieverbrauch geprägt. Zurück bleiben oftmals ein ausgelaugter Boden und sinkende Erträge – diesen Weg nicht mitzugehen, das gebietet Ulrich Walter schon allein sein unternehmerischer Weitblick. Aber nicht nur das: ihm geht es nicht allein um Wachstum, sondern um die Zukunft des Zusammenlebens auf unserem Planeten. Und diese Verantwortung zeigt sich nicht allein in der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft, sondern prägt das Unternehmen in Diepholz im Ganzen. So gehörte „Lebensbaum“ vor 15 Jahren zu einem der ersten mittelständischen Unternehmen in Deutschland, das ein zertifiziertes Umweltmanagement einführte. Durch klare Ziele, Abläufe und Zuständigkeit – von Transportwegen bis hin zur Entsorgung – forciert es im gesamten Unternehmen den wirksamen Umweltschutz. Einige Beispiele hierfür sind: das Lebensbaum-Firmengebäude wurde nach ökologischen Kriterien erbaut, die Produktion arbeitet CO2-frei und seit Ende 2011 verwendet das Unternehmen kompostierbare Verpackungsfolien.

Das Engagement Ulrich Walters kreist jedoch nicht allein um das Diepholzer Unternehmen. Der Pionier denkt und lebt ganzheitlich. In Gremien, Verbänden und Politik fordert und fördert er die Gemeinwohlorientierung des Unternehmertums, etwa als Vorsitzender des Aufsichtsrates der GLS-Bank. Zudem gründete er gemeinsam mit seiner Familie 2007 die Lebensbaum-Stiftung. Sie fördert Projekte zur Umwelt-, Sozial- und Friedenserziehung ebenso wie Initiativen zu gesunder Ernährung und zum Schutz natürlicher Lebensräume – mit besonderer Aufmerksamkeit für Kinder aus aller Welt. Die Stiftung finanzierte in den vergangenen Jahren beispielsweise zwei Amphibiengewässer, um das „Diepholzer Moor“ renaturieren zu können, und leistet dauerhafte finanzielle Unterstützung für die Justo Sierra Grundschule auf einer Kaffeeplantage im mexikanischen Chiapas. Denn: „Eine gute Bildung ist nach wie vor der beste Weg in eine selbst bestimmte, gesicherte Zukunft“, so Ulrich Walter.  

Der Wettbewerb

Die Auszeichnung „Entrepreneur des Jahres“ honoriert unternehmerische Spitzenleistungen durch eine unabhängige Jury in verschiedenen Kategorien – weltweit in 60 Ländern, in Deutschland 2013 zum 17. Mal. Der von EY organisierte Wettbewerb wird von namhaften Unternehmen und Medien unterstützt: Dazu gehören DZ BANK, Jaguar, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Manager Magazin. Neben der Auszeichnung erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten fördert EY mit dem Programm „Entrepreneur of the Year Junior Academy“ unternehmerischen Nachwuchs.

EY im Überblick

EY* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 7.700 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 1,22 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 167.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

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*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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