Entrepreneur des Jahres in der Kategorie Investitionsgüterindustrie

Michael Marhofer – In Sicherheit erfolgreich groß werden

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Ein „Hidden Champion“: Mit der ifm electronic gmbh führt Michael Marhofer einen stillen Weltmarktführer in der Automatisierungs- und Sensortechnik

Frankfurt, 19. September 2013

Der Unternehmer

Ob ein Toaster im bayrischen Straubing das Brot bei Überhitzung auswirft, ein Fahrstuhl in Cleveland das gewünschte Stockwerk erreicht oder eine Überwachungskamera bei einem Einbruch in Neapel Alarm schlägt – die Sensoren, Systeme und Steuerungen der „Ingenieursgemeinschaft für Messtechnik“, kurz der ifm, sind dort zu finden, wo gemessen, gesteuert und geregelt werden muss: in der Automobil- und Lebensmittelindustrie sowie im gesamten Maschinen- und Anlagenbau. Mit mehr als 100.000 Kunden in 70 Ländern sorgt das Essener Familienunternehmen, es wurde 1969 von Robert Buck und Gerd Marhofer gegründet, weltweit für die Optimierung technischer Abläufe und gilt heute als Weltmarktführer für Sensoren. Die Leitlinie der Gründerväter – organisches Wachstum durch finanzielle Unabhängigkeit und Innovation – ist dabei nie aufgegeben worden: ifm electronic ist in zweiter Generation inhabergeführt, fertigt 90 Prozent seiner Produkte in Deutschland und hat alleine für das vergangene Jahr 85 Patentanmeldungen zu verbuchen. Eben: „In Sicherheit erfolgreich groß werden“.

2001 sind die Söhne an der Reihe: Robert Buck und Gerd Marhofer treten ab und Martin Buck und Michael Marhofer übernehmen das Ruder. Jeweils einer erhält den Vorsitz der Geschäftsführung und ganz der Tradition folgend, bleibt die Aufgabenverteilung auch in der zweiten Generation bestehen: Buck führt im Hintergrund die Bereiche Entwicklung, Produktion sowie Einkauf und Marhofer konzentriert sich auf den Vertrieb und die Finanzen. Dieser Aufgabe wird Marhofer gerecht. „Ihm ist durch die Ausrichtung des Unternehmens, wie etwa auf optische Sensoren, unsere heutige Rolle als internationaler Global Player zu verdanken“, heißt es aus dem Unternehmen über den heute 45-Jährigen. Der sieht dabei jedoch nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, ihm geht es um nachhaltigen – das heißt für Mensch, Umwelt und Unternehmen – langfristigen Nutzen. So ermöglicht etwa ein jüngst entwickelter Sensor aus dem Hause ifm das frühzeitige Aufspüren der sehr verbreiteten Druckluft-Lecks in Fertigungsprozessen. „Wenn dieser Sensor in allen Fertigungsanlagen hierzulande zum Einsatz käme“, so Marhofer, „wären Einsparungen in der Größenordnung der gesamten jährlich durch Windkraftwerke in Deutschland produzierten Energie möglich.“

Entwicklung

Den Impuls, der zur Gründung von ifm führte, erlebte Marhofer unter dem Schreibtisch seines Vater – das war 1969, als Robert Buck und Gerd Marhofer, beide in der Stahlindustrie angestellt, in feierabendlichen Experimenten den so genannten induktiven Näherungssensor ertüftelten. Das war der Auftakt und zugleich der Durchbruch des Unternehmens. Kein Wunder – der induktive Sensor löste Anfang der siebziger Jahre in der Automatisierungstechnik ein großes Problem: im Vergleich zu mechanischen Schaltern kennt er schlichtweg keinen Verschleiß. Das Startkapital der Firma bestand zwar noch aus Bleistift, Papier und Kreativität, das Zwei-Mann-Unternehmen entwickelte sich fortan dennoch zügig: Buck und Marhofer entwickelten ein kleines Sortiment von vier Artikeln und verlegten ihre Produktionsstätte nach Tettnang am Bodensee, während der Vertrieb in Essen blieb. Und der Erfolg trat ein – so zuverlässig, dass das junge Unternehmen bereits 1976 eine eigene Niederlassung in Japan gründen konnte.

Heute machen kapazitive Sensoren – sie ermöglichen das Erkennen beispielsweise von kritischen Füllständen – sowie optische Systeme die ifm electronic zum Branchenführer im Bereich der industriellen Sensortechnik. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 4.800 Mitarbeiter in 70 Ländern und erwirtschaftete in 2012 einen Umsatz von 615 Millionen Euro. Die Zukunft sieht Marhofer in der Mikroelektronik, speziell im Bereich der 3D-Umfeldsensoren. „Wir sehen hier ein enormes Potenzial, da 3D-Systeme bisher lediglich in wenigen industriellen Applikationen beziehungsweise mobilen Arbeitsmaschinen verbaut werden“, so Marhofer. Zudem steht die Entwicklung von Maschinediagnose-Systemen bei dem Vorsitzenden der Geschäftsführung ganz oben auf der Agenda. „Das Schlagwort ‚Industrie 4.0’ – sprich die Fusion von Produktion und IT-Welt – ist in der Branche zurzeit allgegenwärtig. Mit unseren Investitionen und einer nachdrücklichen Konzentration auf die ifm-Tugenden Innovation, Kundennähe, Liefertreue und Qualität sehe ich uns da aber gut gerüstet.“ Dieser Optimismus zeigt sich auch in Zahlen: für 2018 peilt das Unternehmen die magische Grenze von einer Milliarde Euro Umsatz an.

Innovation

Vom ersten Tag an sind Innovationen bei ifm der Schlüssel zum Erfolg. So liest sich die Historie der Erfindungen aus dem Hause wie ein Exempel deutscher Erfindungsgabe. Eine kleine Auswahl: 1973 bringt ifm electronic den ersten elektronischen Drehzahlwächter auf den Markt – er signalisiert in der Textilindustrie den Fadenriss einer Nähmaschine oder überwacht in Gebäuden die Keilriemen von Ventilatoren. 1983 entwickelt ifm den ersten elektronischen Strömungswächter. Er kommt in Gasanlagen ebenso zum Einsatz – hier verhindert er bei Beschädigung das Ausströmen von Gas – wie in Wasserleitungen oder Lüftungssystemen. Und 2005 revolutioniert ifm mit dem auf einem einzigen Silizium-Chip gebündelten Abstandssensor „efector PMD“ die millimetergenaue Abstandsmessung bei hohen Reichweiten – der „efector“ ist kleiner, günstiger und genauer als konventionelle Abstandsmesser. Diese Innovationskultur der Firma ist der Öffentlichkeit nicht entgangen, vielfach wurde sie bereits mit renommierten Preisen ausgezeichnet: so etwa 2007 mit dem Innovationspreis der deutschen Industrie für anhaltende Innovationsstärke.

„Für Technologieunternehmen wie ifm gilt: ohne Innovationen keine Entwicklung“, erklärt Marhofer und schließt damit zu den Gründungsvätern auf, die die Innovation stets als den Motor des organischen Wachstums emporhielten. Und diesen Leitsatz beherzigt der Vorstand der Geschäftsführung auch heute, vor allem durch zwei Säulen in der Unternehmenskultur: Forschung sowie Kommunikation. So arbeiten rund 15 Prozent der Mitarbeiter von ifm fortlaufend an Entwicklungen für die Anforderungen von morgen – über 600 Patente sind das Resultat dieses Engagements. Zudem wird bei ifm überdurchschnittlich der Austausch gepflegt: untereinander, mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und jungen Unternehmen. „Es geht darum, vorhandenes Wissen weiterzugeben und zugleich neues Wissen zu generieren. Nur auf diese Weise kann, trotz des harten Wettbewerbs, ein ausdrückliches Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Beschäftigung in Deutschland aufrechterhalten werden, “ so Marhofer.

Verantwortung

„Ethisches Handeln haben wir uns seit Unternehmensgründung auf die Fahne geschrieben und 1990 in Form von Leitsätzen in einer Unternehmensphilosophie verankert“, erklärt Marhofer. Dass diese Leitsätze – etwa „Achtung vor dem Einzelnen“ – nicht bloße Hülse sind, zeigt sich im Umweltbewusstsein – so will das Unternehmen die Produktionssteigerung verstärkt von der Umweltnutzung entkoppeln. Auch ist ifm sehr viel an der Gesundheit der Mitarbeiter gelegen: das Unternehmen veranstaltet in den firmeneigenen Fitnessräumen tagtäglich Kurse zur Bewegung und Entspannung, bietet im Betriebsrestaurant gesundheitsbewusste Ernährung und versorgt im „Arbeitskreis Gesundheit“ die Mitarbeiter fortlaufend mit Informationen und Veranstaltungen rund um die Gesundheit.

Auch im Sozialen schreitet Michael Marhofer mit ifm electronic als gutes Beispiel voran. Das Unternehmen engagiert sich im „Sri Lanka Projekt“ in der Tsunami-Hilfe und greift den Schulen in und um Tettnang besonders mit Hard- oder Software-Spenden unter die Arme. Zudem unterstützt die Firma die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung – ein Kinderstift, das sich um Kinder aus schwierigem familiären Umfeld kümmert – mit Sach- und Geldspenden. Für dieses unternehmerische Handeln nach ethischen Prinzipien erhielt ifm im März 2013 die SMETA-Zertifizierung der Ethical Trading Initiative (ETI), die nach festen Richtlinien die Produktionsstätten und Wertschöpfungsketten einzelner Unternehmen nach ethischen Maßstäben prüft. „Wir freuen uns sehr über diese Zertifizierung“, so Marhofer. „Sie ist eine Bestätigung unserer Philosophie im täglichen Umgang mit Menschen.“

Der Wettbewerb

Die Auszeichnung „Entrepreneur des Jahres“ honoriert unternehmerische Spitzenleistungen durch eine unabhängige Jury in verschiedenen Kategorien – weltweit in 60 Ländern, in Deutschland 2013 zum 17. Mal. Der von EY organisierte Wettbewerb wird von namhaften Unternehmen und Medien unterstützt: Dazu gehören DZ BANK, Jaguar, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Manager Magazin. Neben der Auszeichnung erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten fördert EY mit dem Programm „Entrepreneur of the Year Junior Academy“ unternehmerischen Nachwuchs.

EY im Überblick

EY* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 7.700 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 1,22 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 167.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

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