Erfolg und Verantwortung

Standort Deutschland 2013

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Die Schulden- und Konjunkturkrise hat Europa weiter fest im Griff. Doch „Made in Germany“ steht weltweit hoch im Kurs.

Trotz des unermüdlichen Krisenmanagements der europäischen Regierungschefs und der zum Teil harten Sparmaßnahmen in vielen Ländern hat sich die Lage immer noch nicht verbessert. Im Gegenteil - die Abwärtsspirale dreht sich weiter.

Inmitten dieses ungünstigen Umfelds nimmt der Standort Deutschland eine Ausnahmestellung ein.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland hat deutlich zugenommen. Für viele deutsche Vorzeigeunternehmen war das abgelaufene Geschäftsjahr sogar das beste der Unternehmensgeschichte.

Die Arbeitslosigkeit ist gering. Viele Unternehmen haben sogar größte Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen. Die Steuereinnahmen sprudeln, ein ausgeglichener Haushalt liegt in greifbarer Nähe.

Gleichzeitig haben die Länder Südeuropas mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Die Kluft zwischen dem blühenden Norden mit Deutschland als Zentrum und den schuldengeplagten südlichen Mitgliedsländern wird immer größer.

Entsprechend groß sind die Erwartungen an Deutschland, zu einer Lösung der Krise in Europa beizutragen. Allerdings dürfen die Erfolgsmeldungen der deutschen Unternehmen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in einer globalisierten Wirtschaft eine Rezession in einigen Ländern Europas auch auf die Wirtschaftsleistung in Deutschland messbar auswirkt und damit den Handlungsspielraum einschränkt.

Noch aber hat Deutschland den Ruf, der Fels in der Brandung zu sein. Angesichts der Schwäche wichtiger anderer europäischer Länder ist sogar ein Reputationsgewinn festzustellen.

Doch was bedeutet das positive Image Deutschlands für den Investitionsstandort Deutschland? Finden zunehmend ausländische Investoren ihren Weg nach Deutschland, um hierzulande Vertriebs- oder Entwicklungszentren und Betriebsstätten aufzubauen und neue Arbeitsplätze zu schaffen? Kann Deutschland im internationalen Standortwettbewerb aus Sicht internationaler Manager noch in der ersten Liga mitspielen?

Deutschland als Ziel
ausländischer
Direktinvestitionen

2012 wurden in Deutschland 624 Projekte ausländischer Investoren gezählt. Fünf Prozent mehr als im Vorjahr -  während europaweit ein Rückgang um drei Prozent zu verzeichnen war. Nur Großbritannien konnte mehr Investitionsprojekte als Deutschland anziehen.

Die Zahl der von ausländischen Investoren in Deutschland geschaffenen Arbeitsplätze ging 2012 hingegen um mehr als ein Viertel zurück, lag aber immer noch auf hohem Niveau. Die Investitionsprojekte führten im vergangenen Jahr zu 12.500 neuen Arbeitsplätzen. 2011 waren es noch knapp 17.300 gewesen.

Vor allem die Automobilbranche und Umwelttechnologien sind Deutschlands Wachstumstreiber. Die Informations- und Kommunikationstechnik verliert hingegen an Boden. Nur noch 21 Prozent der Manager – ein Minus von acht Prozentpunkten – zählen die IKT-Branche zu den Branchen mit besonderem Wachstumspotenzial.

Die Zustimmung zum Standort Deutschland ist um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent gestiegen. Im Ländervergleich behauptet Deutschland damit den sechsten Platz.

Gute Noten erhält Deutschland vor allem für das soziale Klima, die Qualifikation der Arbeitskräfte und die Infrastruktur. Jeweils mehr als jeder zweite Manager hält Deutschland in diesen Kategorien für einen sehr attraktiven Investitionsstandort.

 

Deutschland als Ziel ausländischer Direktinvestitionen


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