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Mittelstand lobt Krisenmanagement der Bundesregierung
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Mittelstand lobt Krisenmanagement der Bundesregierung
Ernst & Young-Umfrage „Mittelstandsbarometer 2009
Unternehmer sehen Standort Deutschland gut gerüstet für die Krise / Knapp zweijährige Rezession erwartet / Trotz schwacher Wirtschaftslage weiterhin überwiegend Lob für die Rahmenbedingungen in Deutschland / Baden-Württemberg und Hamburg Top-Standorte in Deutschland
Stuttgart, 05. März 2009. Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen in Deutschland lobt die Bemühungen der Bundesregierung um eine Eindämmung der Finanz- und Wirtschaftskrise in Deutschland: 63 Prozent der Unternehmer bezeichnen das Krisenmanagement als gut oder eher gut – die meiste Zustimmung kommt aus der Bauwirtschaft und von Industrieunternehmen. Zudem erwartet die Mehrheit der Unternehmen, dass die Konjunkturpakete zu einer Besserung der Wirtschaftslage beitragen werden. Allerdings erwartet nur jeder dritte Mittelständler, selbst von den Maßnahmen profitieren zu können. Aus Sicht der Unternehmer sind sowohl der Standort Deutschland als auch das eigene Unternehmen gut gerüstet für die Krise, die nach Einschätzung der Unternehmer knapp zwei Jahre dauern wird. Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers 2009 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Der Studie liegt eine Umfrage unter 3.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland zugrunde.
Die in der Öffentlichkeit durchaus kontrovers diskutierten Konjunkturpakete der Bundesregierung werden von der Mehrheit der befragten Mittelständler begrüßt: 87 Prozent der Unternehmer gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die Wirtschaftskrise in Deutschland zumindest geringfügig lindern werden. Allerdings sind nur sechs Prozent der Meinung, dass die Konjunkturpakete eine stark Konjunktur fördernde Wirkung entfalten werden.
Auch die Höhe der Investitionen hält die Mehrheit der Befragten für angemessen: Nur 15 Prozent der Unternehmer sind der Meinung, dass die Bundesregierung noch mehr Geld für Konjunkturprogramme hätte bereitstellen sollen – auch auf Kosten höherer Schulden.
Vor allem Baubranche hofft auf Zusatzaufträge
Nur ein gutes Drittel der Unternehmer hat die Hoffnung, selber von den Konjunkturpakten profitieren zu können: 35 Prozent der Befragten erwarten, dass das eigene Unternehmen leicht profitieren wird, während sich weitere zwei Prozent eine erhebliche Ankurbelung des eigenen Geschäfts ausrechnen. Es sind vor allem Unternehmen aus der Bauwirtschaft und – mit Abstrichen – Industrieunternehmen, die sich besonders positiv äußern und sich einen Schub für die eigene Geschäftsentwicklung erhoffen. „Die gigantischen Investitionsvorhaben nähren gerade bei Bauunternehmen die Hoffnung, bei Infrastrukturinvestitionen oder dem Bau von Schulen und Kindergärten zum Zuge zu kommen“, stellt Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young, fest. „Die meisten Dienstleister, Händler und Industrieunternehmen werden allerdings – wenn überhaupt – nur indirekt profitieren“.
Standort Deutschland gut gerüstet für die Krise
Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen ist mit der Politik für den Standort Deutschland einverstanden: 61 Prozent geben der Bundesregierung die Noten „gut“ oder „befriedigend“. Im Vorjahr äußerten sich allerdings etwas mehr Unternehmen – 66 Prozent – zufrieden.
Insgesamt zeigen sich die Unternehmen relativ optimistisch, dass Deutschland die Rezession gut überstehen wird: 74 Prozent der Mittelständler sehen den Standort Deutschland gut oder eher gut gerüstet für die Wirtschaftskrise. Und 42 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland gestärkt aus der Krise hervorgehen wird, während nur 21 Prozent eine Schwächung des Standorts erwarten.
Zunächst sei Deutschland allerdings überdurchschnittlich hart getroffen, so Englisch: „Kurzfristig ist der Exportweltmeister Deutschland – auch aufgrund der großen Bedeutung des industriellen Sektors – besonders stark von dem weltweiten Nachfrageeinbruch betroffen“. Englisch fügt hinzu: „Wir haben in Deutschland ein Konjunkturproblem und kein Strukturproblem“. In Deutschland gebe es z.B. keine Spekulationsblase im Immobilienbereich, der in einigen Nachbarländern zu langfristigen und schmerzhaften Anpassungsprozessen führt.
Ihre eigene Situation bewerten die Unternehmer ebenfalls relativ positiv: Jeder dritte ist der Meinung, dass das eigene Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen wird – nur 14 Prozent sehen eine langfristige Schwächung der eigenen Situation. Besonders optimistisch sind Industrieunternehmen: 41 Prozent der Industrie-Manager glauben, dass das eigene Unternehmen nach der Krise besser am Markt positioniert sein wird als aktuell.
„Die meisten Unternehmen sind zudem grundsätzlich sehr wettbewerbsfähig und so flexibel, dass sie einen vorübergehenden Umsatzrückgang durchaus verkraften können. Man darf sich aber nichts vormachen: Das Jahr 2009 wird extrem hart. Wir werden einen brutalen Ausleseprozess erleben. Wenn aber erst einmal das Tal der Tränen durchschritten ist, hat Deutschland alle Chancen, zu den Gewinnern der Krise zu gehören“.
Zweijährige Krise erwartet
Die Befragungsergebnisse zeigen also einen insgesamt relativ optimistischen Mittelstand – viel wird allerdings davon abhängen, wie lang die Krise dauern wird und wann die weltweite Nachfrage wieder anzieht. Im deutschen Mittelstand gehen die diesbezüglichen Erwartungen stark auseinander: Während knapp jeder Dritte davon ausgeht, dass Anfang 2010 bereits wieder mit einer positiven konjunkturellen Entwicklung gerechnet werden kann, meinen immerhin 12 Prozent der Unternehmer, dass die Krise mindestens drei Jahre dauern wird. Im Durchschnitt gehen die Befragten von einer knapp zweijährigen Dauer der Rezession aus.
Unternehmen in Hamburg und Baden-Württemberg am zufriedensten mit ihrem Standort
Die Rahmenbedingungen vor Ort werden von den meisten Unternehmen positiv bewertet. 76 Prozent äußern sich positiv, im Vorjahr lag der Anteil bei 75 Prozent. Im „Zufriedenheitsranking“ der Bundesländer schneiden Baden-Württemberg, Hamburg und Thüringen am besten ab. Aus Sicht der befragten Unternehmen bieten diese Bundesländer den dort ansässigen Unternehmen ein besonders gutes Umfeld. In Berlin und Brandenburg ist die Zufriedenheit am niedrigsten.
Besonders positiv bewerten die Unternehmen die Infrastruktur in ihrem Bundesland. Dazu zählen etwa Straßen- und Bahnnetze, Anbindung an Flughäfen oder auch die Verfügbarkeit von Büro- und Gewerbeflächen. Im Bundesdurchschnitt bewerten 79 Prozent der Unternehmen die Infrastruktur an ihrem Standort mit gut oder eher gut. Thüringen und Baden-Württemberg erhalten die besten Noten.
Deutlich weniger zufrieden zeigen sich die Mittelständler mit der Bildungspolitik in ihrem Bundesland – nur durchschnittlich 58 Prozent bezeichnen sie als gut oder eher gut. Mit Abstand am besten schneidet Baden-Württemberg ab, vor Bayern und Sachsen-Anhalt. Die geringste Zustimmung erhält die Bildungspolitik in Berlin und Bremen
Download der Studie
Sie haben die Möglichkeit, die Studie als
Download der Studie
(PDF - 1,2 MB, 40 Seiten) zu lesen.
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dag-Stefan Rittmeister
Mittlerer Pfad 15
70499 Stuttgart
Telefon +49 (711) 988 11 59 80
E-Mail
Dag-Stefan Rittmeister
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