EY-Verbraucherbefragung

Fast jeder zweite Deutsche verschenkt nichts zu Ostern – Sorge um Arbeitsplatz steigt

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Bundesbürger wollen durchschnittlich 26 Euro für Ostergeschenke ausgeben / Meist wird die Familie beschenkt / Süßigkeiten besonders beliebt / Verbrauchervertrauen sinkt / Konsumenten fürchten hohe Energiepreise und die Schuldenkrise

Düsseldorf, 22. März 2013. Zu große Hoffnungen sollte der deutsche Einzelhandel nicht auf das Ostergeschäft setzen: 44 Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr überhaupt nichts zu Ostern verschenken. Und wenn sie doch ins Portemonnaie greifen, dann nicht allzu tief: Durchschnittlich 26 Euro investiert jeder Bundesbürger in Ostergeschenke. Das höchste Budget für Ostergeschenke haben Familien mit Kindern eingeplant – sie kommen auf Ausgaben von 31 Euro pro Person. Am häufigsten landen Süßigkeiten und Bücher im Osternest, doch auch Spielwaren und Geldgeschenke sind beliebt. Davon profitiert vorrangig der Fachhandel: Fast jeder Zweite will hier seine Ostereinkäufe erledigen.

Generell scheint die Stimmung der Verbraucher in Deutschland etwas getrübt zu sein: Aktuell bezeichnen 37 Prozent der Bundesbürger ihre finanzielle Situation als positiv – im Dezember 2012 lag der Anteil noch bei 41 Prozent. Und nur noch 17 Prozent erwarten, das sich ihre Situation im Lauf des Jahres 2013 verbessern wird – im vergangenen Dezember waren es noch 22 Prozent. Grund für diese Eintrübung der Verbraucherstimmung dürften die leicht gestiegenen Jobsorgen sein: Der Anteil derer, die den eigenen Arbeitsplatz für gefährdet halten, ist von 12 Prozent im Dezember 2012 auf 17 Prozent gestiegen.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Verbrauchern in Deutschland.

Geschenke vor allem für Familienangehörige
Wenn die Deutschen zu Ostern schenken, dann haben sie vor allem Familienangehörige im Sinn: Jeder Zweite (51 Prozent) will seiner Familie auf diese Weise eine Freude machen. Freunde und Bekannte stehen hingegen seltener auf der Liste: Sie werden von 12 Prozent der Befragten bedacht. „Ostern hat in Deutschland nicht in dem Maß eine Kommerzialisierung erfahren wie das Weihnachtsfest. Und wenn überhaupt, wird meist im kleinen Kreis der Familie gefeiert“, erklärt Thomas Harms, Partner bei EY und Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products. „Dementsprechend werden vor allem Familienangehörige beschenkt, und das Gesamtbudget bleibt in einem relativ engen Rahmen.“ Durchschnittlich planen die Deutschen in diesem Jahr 26 Euro für Ostergeschenke auszugeben. Große Geschenke sind selten: Nur 6 Prozent der Befragten wollen mehr als 100 Euro ausgeben.

Relativ großzügig schenken Familien mit Kindern: In dieser Gruppe will jeder Befragte durchschnittlich 31 Euro ausgeben, bei den Alleinstehenden sind es lediglich 19 Euro. Und Frauen sind spendierfreudiger als Männer: Während 60 Prozent der Frauen in diesem Jahr Ostergeschenke machen, sind es bei den Männern nur 51 Prozent.

Naschwerk steht an erster Stelle
„Von Ostern profitieren in erster Linie die Hersteller von netten Kleinigkeiten – insbesondere die Süßwarenindustrie“, so Harms. Zwei Drittel der Schenker wollen Süßigkeiten und andere Lebensmittel verschenken, 41 Prozent setzen auf Bücher. Jeweils 35 Prozent verschenken Spielwaren oder Bares. Im Durchschnitt aller Befragten betragen die Ausgaben für Lebensmittel und Süßwaren 5,10 Euro, für Bücher 3,20 Euro und für Spielwaren 2,30 Euro. Die Geldgeschenke betragen im Schnitt 3,80.

Vom Ostergeschäft dürfte vor allem der Fachhandel profitieren: Fast jeder Zweite (48 Prozent) will seine Ostereinkäufe im Fachgeschäft tätigen und dabei durchschnittlich 21,10 Euro ausgeben. An zweiter Stelle steht das Kaufhaus, das von 18 Prozent der Befragten angesteuert wird. Der Durchschnittseinkauf beträgt hier 7,80 Euro. Einen noch vergleichsweise kleinen Anteil am Ostergeschäft hat der Online-Handel mit 5,90 Euro. Durchschnittlich wollen 13 Prozent der Schenker ihre Ostergeschenke über das Internet besorgen.

Verbrauchervertrauen sinkt – Schuldenkrise bereitet Sorgen
Das Budget für Ostergeschenke ist nicht allzu groß – und es dürfte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sein: 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie in diesem Jahr weniger für Ostergeschenke ausgeben wollen als 2012 – nur 7 Prozent wollen ihr Geschenkbudget aufstocken. Dabei wollen insbesondere Familien ihre Ausgaben zurückschrauben. „Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Konsumbereitschaft leicht nachlässt“, folgert Harms.

Zudem ist der Anteil derer, die ihre eigene finanzielle Situation negativ bewerten, im März im Vergleich zu Dezember 2012 von 10 auf 12 Prozent gestiegen. Und nur noch 17 Prozent der Befragten erwarten, das sich ihre Situation im Lauf des Jahres 2013 verbessern wird – im vergangenen Dezember waren es noch 22 Prozent. 14 Prozent hingegen rechnen mit einer Verschlechterung (Dezember 2012: 12 Prozent).

Negativ wirken dabei vor allem die hohen Energiepreise: Acht von zehn Befragten sehen darin eine Belastung ihrer finanziellen Situation. Zukunftsängste in Bezug auf die zunehmende Umweltverschmutzung haben knapp drei Viertel der Befragten. An dritter Stelle folgt bereits die europäische Schuldenkrise. „Das ist erstaunlich, da die Folgen der Staatsschuldenkrise bislang kaum auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland und damit in den Geldbeuteln der Verbraucher angekommen sind“, gibt Harms zu bedenken. „Wenn die unsichere konjunkturelle Lage anhält oder sich gar verschärft, könnte die Schuldenkrise das Verbrauchervertrauen rasch zum Kippen bringen.“