EY Kommunenstudie

Deutschlands Großstädte geraten immer tiefer in die Schuldenfalle

  • Share

Schere zwischen armen und reichen Kommunen öffnet sich weiter / Zahl der Städte mit hoher Verschuldung nimmt zu / Gering verschuldete Städte können Verbindlichkeiten mehrheitlich reduzieren

Die deutsche Städtelandschaft  entwickelt sich zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft: Angesichts immer noch steigender Steuereinnahmen kommen die wirtschaftsstarken Städte beim Schuldenabbau weiter voran, während ohnehin hoch verschuldete Städte immer tiefer in die Verschuldung geraten: So stieg die Zahl der deutschen Städte, die unter einer sehr hohen Pro-Kopf-Verschuldung von mehr als 4.000 Euro leiden, zwischen 2010 und 2012 von 14 auf 21.

Im gleichen Zeitraum stieg aber auch die Zahl der Großstädte mit einer geringen Pro-Kopf-Verschuldung von unter 1.000 Euro: von 15 auf 19.

Und während die große Mehrheit (83 Prozent) der gering verschuldeten Städte zwischen 2010 und 2012 ihre Schulden weiter reduzieren konnten, gelang dies nur 20 Prozent der stark verschuldeten Städte – die große Mehrheit kämpft hingegen mit steigenden Verbindlichkeiten. Im Schnitt stieg die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gruppe der stark verschuldeten Städte um 12 Prozent auf 4.247 Euro. In der Vergleichsgruppe der Großstädte mit niedriger Verschuldung sank sie um 11 Prozent von 635 Euro auf 563 Euro.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), die auf einer Analyse der Verschuldungssituation1 von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern2 beruht.

1 Analysiert wurde der Schuldenstand aus Krediten und Wertpapieren sowie Kassenkrediten. Nicht in die Analyse eingeflossen sind die Schulden der Eigenbetriebe.
2 Laut Zensus 2011