Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz 2014

Deutschlands Versicherer schauen auf die B-Standorte

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Immobilienquote soll auf 7,7 Prozent steigen / Projektentwicklungen zweitattraktivste Anlageform / Einzelhandelsimmobilien im Fokus / Interesse an US-Investments gesunken / Risikobereitschaft geht zurück

Frankfurt, 4. Juni 2014. Die deutsche Assekuranz sieht für das Jahr 2014 ein hohes Potenzial in den B-Standorten. 96 Prozent der befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass die Nachfrage in den B-Städten aufgrund attraktiver Renditen und eines rückläufigen Angebots in den Metropolregionen weiter steigen wird. „Die deutschen Versicherer erweitern ihren Investmentfokus und reagieren damit auf eine Konkurrenzsituation in den Topstandorten, die sich zuletzt immer weiter verschärft hat. Der steigende Wettbewerb hängt auch damit zusammen, dass internationale Investoren Deutschland weiterhin im Fokus haben“, erklärt Dietmar Fischer, Partner bei der EY (Ernst & Young) Real Estate GmbH. 82 Prozent der Befragten geben an, dass der Verdrängungswettbewerb durch inter­nationale Investoren spürbar verstärkt wird. Das sind Ergebnisse der Umfrage „Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz 2014“, die EY Real Estate in diesem Jahr zum siebten Mal unter deutschen Versicherern durchgeführt hat.

Immobilienquote soll steigen, Direktinvestments bevorzugt

Auf durchschnittlich 7,7 Prozent wollen die befragten Unternehmen ihre

Immobilienquote bis Ende 2014 steigern, aktuell liegt sie noch bei rund 7,3 Prozent. „Die anhaltend niedrigen Zinsen und das Garantiezins­versprechen der deutschen Versicherungen veranlassen die Versicherer, weiter in Immobilien zu investieren“, erklärt Fischer. Als weitere Investmentmotive gaben die Befragten neben fehlenden Anlagealternativen die Portfoliodiversifikation und damit einhergehend eine nachhaltige Optimierung des Risiko-Rendite-Profils an. Durchschnittlich plant jedes befragte Unternehmen 168 Millionen Euro direkt in Immobilien zu investieren, weitere 116 Millionen Euro sollen indirekt investiert werden. Allerdings erwarten die Befragten sinkende Renditen. Gingen die Versicherer im Jahr 2013 noch von einer Rendite in Höhe von 4,9 Prozent für Direktinvestments beziehungsweise von 5,5 Prozent für indirekte Investments aus, rechnen sie inzwischen mit 4,4 beziehungsweise 5,0 Prozent.

Projektentwicklungen weiterhin attraktiv

Ähnlich wie im Vorjahr planen 41 Prozent der Befragten 2014 Investments in Projektentwicklungen. Damit bleibt diese Anlageform hinter dem fremdgenutzten Direktbestand (59 Prozent) die zweitbeliebteste Invest­mentklasse. Deutlich in der Gunst gesunken sind die offenen Immo­bilienspezialfonds nach deutschem Recht (33 Prozent; 2013: 58 Prozent) sowie offene Immobilienfonds nach ausländischem Recht (37 Prozent, 2013: 46 Prozent). „Obwohl die Renditeerwartung bei den indirekten Investments traditionell höher ist, tendieren die Unternehmen der Assekuranz stärker zu Direktinvestments. Die Anleger gehen also lieber auf Nummer sicher“, kommentiert Fischer das Ergebnis.

Einzelhandel bleibt Verkaufsschlager

Das Einzelhandelssegment wurde auch 2014 zum beliebtesten Investitionssegment der deutschen Versicherer gekürt. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, in diesem Jahr in diese Nutzungsart investieren zu wollen. Dagegen haben Büroimmobilien an Attraktivität verloren. 63 Prozent wollen hier aktuell investieren, 2013 planten dies noch mehr als drei Viertel der befragten Versicherungsunternehmen. Auch Wohnimmobilien sind etwas aus dem Fokus gerückt. Planten 2013 noch 74 Prozent der befragten Unternehmen, Käufe in dieser Nutzungsart zu tätigen, waren es 2014 nur noch 59 Prozent. „Dies könnte auch mit der Einführung der geplanten Mietpreisbremse zusammenhängen“, vermutet Fischer. So geht etwa die Hälfte der Befragten davon aus, dass sich die Mietpreisbremse hemmend auf Wohnungsinvestments auswirken könnte.

Interesse an US-Investments sinkt

Deutschland bleibt das beliebteste Investitionsziel der Befragten. 85 Prozent wollen im laufenden Jahr in der Bundesrepublik Immobilien kaufen (2013: 91 Prozent). Investments im europäischen Ausland in der Risikoallokation Core bzw. Core+ stehen bei 56 Prozent der Befragten auf der Agenda (2013: 57 Prozent). Nordamerika steht hingegen nur noch bei jedem dritten Befragten auf der Einkaufsliste. „Obwohl die US-Wirtschaft weiter Anzeichen einer Erholung zeigt, sind Investments in dieser Region für die deutschen Assekuranzunternehmen derzeit weniger attraktiv“, stellt Fischer fest.

In Bezug auf alternative Investitionsvehikel stehen Immobilien­finan­zierungen bei mehr als der Hälfte der Befragten in der Gunst, sie planen diesbezüglich ihre Aktivitäten auszubauen. Immobilienaktien stellen mit einem Zustimmungswert von nur 21 Prozent keine Alternative dar, um das knappe Angebot an Topobjekten auszugleichen.

Risikobereitschaft nimmt ab

Auch im Jahr 2014 bleibt das Interesse der befragten Unternehmen an Core-Objekten hoch. Wie im Vorjahr wollen rund 90 Prozent in dieser Risikoklasse investieren. Rückläufig ist hingegen das Interesse an Value-Added-Investitionen (42 Prozent, 2013: 45 Prozent) sowie Investments im Bereich Opportunistic mit 4 Prozent nach 18 Prozent 2013. „Im Vorjahr konnten wir noch einen Anstieg der Risikobereitschaft feststellen. In diesem Jahr zeigt sich ein gegenteiliges Bild. Die Sicherheit steht im Vordergrund, dafür nehmen die Befragten auch niedrigere Renditen in Kauf“, resümiert Dietmar Fischer.

Zur Studie

Das aktuelle Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz ist die siebte Ausgabe der jährlich durchgeführten Studie. Die teilnehmenden Unternehmen stellen einen repräsentativen Querschnitt der Assekuranz in Deutschland dar. Jedes befragte Unternehmen hält im Durchschnitt ein Immobilienvermögen von rund 2,5 Milliarden Euro.