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E-Bilanz:
Was bedeutet elektronische Datenübertragung, XBRL und Taxonomie

Das „Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens“ (Steuerbürokratieabbaugesetz) wurde am 24. Dezember 2008 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2008, S. 2846 ff.) und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.

Ziel des Steuerbürokratieabbaugesetzes ist es, die elektronische Kommunikation zwischen Steuerpflichtigem und Finanzverwaltung auszubauen. Papierbasierte Verfahrensabläufe werden stufenweise durch elektronische Daten ersetzt. In diesem Gesetz wurde mit § 5b EStG eine Vorschrift für die elektronische Übermittlung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung geschaffen. Auch Steuerpflichtige, die den Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln, müssen am Verfahren der elektronischen Datenübertragung teilnehmen.

Wird der steuerliche Gewinn auf Grundlage der Handelsbilanz berechnet, sind die Inhalte der Handelsbilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch zu übertragen. Sollten die handelsrechtlichen Ansätze nicht den steuerlichen Vorgaben entsprechen oder die Bilanzierenden steuerliche Wahlrechte aufgrund des Wegfalls der umgekehrten Maßgeblichkeit eigenständig ausüben, ist zudem eine entsprechende Überleitungsrechnung elektronisch zu übermitteln.

Alternativ können die Bilanzierenden auch eine den steuerlichen Vorschriften entsprechende Steuerbilanz elektronisch übertragen, die ebenfalls dem amtlich vorgeschriebenen Datensatz genügen muss.


XBRL Datensatz und Steuertaxonomie

Der Datensatz muss im XBRL Format (extensible Business Reporting Language) übermittelt werden. Ausgangsgröße ist das vom XBRL e.V. erarbeitete Datenschema für die Übermittlung elektronischer Daten an den elektronischen Bundesanzeiger (HGB-Taxonomie 3.0). Dieses wird um steuerlich relevante Positionen und Elemente ergänzt. Für den Steuerpflichtigen bedeutet dies, dass die E-Bilanz-Datensätze auf inhaltlicher Ebene in eine Art amtlichen Kontenplan gebracht werden müssen, der als Taxonomie bezeichnet wird.

Seit Ende Juni 2011 liegen die zwischen dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) und den Ländern abgestimmten Branchentaxonomien für Banken und Versicherungen, Land- und Forstwirte, für Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Krankenhäuser, Pflegedienstleister, für Verkehrsunternehmen sowie für kommunale Eigenbetriebe den Verbänden zur Stellungnahme vor. Die finale Kerntaxonomie steht seit September 2011 auf der Internetseite "eSteuer" zur Verfügung.

Ausweislich der Gesetzesmaterialien zum Steuerbürokratieabbaugesetz soll die Einführung von § 5b EStG zum einen die bürokratischen Kosten der Steuererhebung signifikant senken, weil insbesondere Medienbrüche vermieden werden. Zum anderen können elektronische Risikomanagementsysteme für die Steuerveranlagung nutzbar gemacht werden. So werden auffällige Datensätze durch EDV-gestützte Validitätsprüfungen, kennzahlenorientierte Verprobungen oder Mehrjahresvergleiche automatisiert herausgefiltert.


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