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Steuer-Ticker

Unser Steuer-Ticker informiert Sie laufend über aktuelle Trends und Entwicklungen im Steuerrecht. 

  • BFH: Keine Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei Betriebsvorrichtungen

    Stand: 13. November 2014

    Entgegen der Finanzverwaltungsauffassung hat der BFH in einem aktuellen Urteil entschieden, dass Leistungen im Zusammenhang mit einer Betriebsvorrichtung, wie deren Herstellung oder Instandhaltung, nicht unter die umgekehrte Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bauleistungen fallen (Urteil vom 28. August 2014, V R 7/14).

    Nach § 13b Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 UStG a. F. greift die Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei Werklieferungen und sonstigen Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Anders als in der zivilrechtlichen Betrachtungsweise sind Betriebsvorrichtungen im Steuerrecht jedoch keine Bestandteile des Bauwerks.

    Der BFH stellt nun klar, dass diese steuerliche Betrachtungsweise auch für Arbeiten an Betriebsvorrichtungen gilt, die bautechnisch mit einem Gebäude verbunden sind. Die Finanzverwaltung erkennt zwar – insofern unstreitig – an, dass Betriebsvorrichtungen keine Bestandteile eines Gebäudes sind. Sie hält aber die umgekehrte Steuerschuldnerschaft gemäß § 13b UStG für gegeben, weil – und wenn – bei den Arbeiten an der Betriebsvorrichtung bautechnisch in die Substanz des Gebäudes eingegriffen wird.

    Dieser Ansicht widerspricht der BFH.

    Sowohl leistende Unternehmer als auch Leistungsempfänger müssen sich auf das Urteil einstellen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass noch nicht bekannt ist, ob und wie die Finanzverwaltung auf dieses Urteil reagieren wird. Für bereits verwirklichte Sachverhalte, in denen nach Auffassung der Finanzverwaltung eine umgekehrte Steuerschuldnerschaft vorliegt, aber nicht durchgeführt wurde, ist das Urteil als Verteidigung gegebenenfalls aber schon jetzt von Nutzen.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Value Added Tax stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BFH: Begünstigungsfähige Schenkung bei unzureichendem Agio anlässlich einer Kapitalerhöhung

    Stand: 13. November 2014

    Gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG gilt als Schenkung unter Lebenden jede freigebige Zuwendung unter Lebenden, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird. Eine solche Bereicherung sieht der BFH bei einer Kapitalerhöhung einer GmbH als gegeben, bei der Dritte zur Übernahme neuer Geschäftsanteile zugelassen sind und der gemeine Wert der neuen Geschäftsanteile die zu leistenden Einlagen übersteigt. Gegenstand der Zuwendung ist in diesem Fall der neue Geschäftsanteil an der GmbH, wobei die Bereicherung auf einer Zuwendung der Altgesellschafter beruht (Urteil vom 27. August 2014, II R 43/12).

    Für diese Beurteilung ist nach Auffassung des BFH maßgebend, dass die Geschäftsanteile der bisherigen Gesellschafter als Folge der Entstehung eines neuen Anteils eine geringere quotale Beteiligung vermitteln und durch die proportionale Teilhabe des neuen Geschäftsanteils am bisherigen Vermögen der GmbH eine Wertminderung erfahren.

    Im vorliegenden Zusammenhang handelt es sich nach Auffassung des BFH auch dann um eine Zuwendung eines Altgesellschafters an den Neugesellschafter, wenn der Altgesellschafter selbst eine Kapitalgesellschaft ist und seine Gesellschafter die Zustimmung zu der Kapitalerhöhung zu den in der Gesellschafterversammlung beschlossenen Bedingungen und den Verzicht auf eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung veranlasst haben. Dies ändere nämlich nichts daran, dass die für das Vorliegen einer freigebigen Zuwendung erforderliche Vermögensverschiebung nur zwischen dem Altgesellschafter und dem Neugesellschafter gegeben ist.

    Dass eine Kapitalgesellschaft Zuwendende sein könne, habe der Gesetzgeber durch die Regelungen in § 7 Abs. 8 Satz 2 ErbStG und § 15 Abs. 4 ErbStG ausdrücklich klargestellt. Nach Auffassung des BFH wirken diese Neuregelungen durch das Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz in 2011 insoweit nicht konstitutiv, sondern geben lediglich bereits zuvor geltende Rechtslage wieder.

    Im konkreten Fall übernahm eine deutsche GmbH (GmbH 1) als Enkelgesellschaft einer liechtensteinischen Familienstiftung anlässlich einer Kapitalerhöhung entstandene neue Anteile an einer anderen deutschen GmbH (GmbH 2) zu einer unter deren Wert liegenden Zahlung (Nennwert und unzureichendes Agio). Hierin sah der BFH grundsätzlich eine Schenkung der bisherigen Gesellschafter der GmbH 2 an die GmbH 1. Eine Schenkung an die aus der Familienstiftung Begünstigten verneinte der BFH bereits mit Urteil vom 9. Juli 2009 (II R 47/07).

    Ob eine verdeckte Gewinnausschüttung der Altgesellschafterin (nach deutschem Steuerrecht) einem schenkungsteuerpflichtigen Vorgang eventuell entgegensteht, musste der BFH nicht weiter verfolgen, da die Altgesellschafterin eine in Liechtenstein ansässige Kapitalgesellschaft war. Und Deutschland sei nicht dazu verpflichtet, ausländisches Ertragsteuerrecht bei der Ausgestaltung des Schenkungsteuerrechts zu berücksichtigen.

    Beachtlich ist, dass die Steuervergünstigungen des § 13a ErbStG a.F. für Unternehmensvermögen nach Auffassung des BFH auf die neu ausgegebenen Anteile der GmbH 2 Anwendung finden könnten, obwohl keine Anteile unmittelbar verschenkt wurden.

    Ob die Voraussetzungen hierfür im vorliegenden Fall tatsächlich erfüllt sind, muss das vorinstanzliche Finanzgericht noch klären. Das Urteil erging zwar noch zum alten Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, dürfte aber auch für die geltende Rechtslage Bedeutung entfalten. Ob die Voraussetzungen des § 7 Abs. 8 ErbStG im vorliegenden Sachverhalt erfüllt sind, musste der BFH übrigens nicht prüfen, da die Vorschrift im Streitjahr 1998 noch nicht anwendbar war.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Familienunternehmen stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • Bundeswirtschaftsministerium will mit 25 Punkten Bürokratielasten senken

    Stand: 6. November 2014

    Laut Presseberichten hat Bundeswirtschaftsminister Gabriel in der Koalition ein 25-Punkte-Papier mit Vorschlägen zur Senkung von Bürokratielasten für die Wirtschaft zur weiteren Abstimmung vorgelegt. Darin sollen auch mehrere steuerlich relevante Punkte enthalten sein, die über die bisherigen Planungen aus dem Koalitionsvertrag hinausgehen. Genannt werden z. B.

    • Anhebung des Grenzwerts für geringwertige Wirtschaftsgüter, für die eine sofortige Abschreibung möglich ist, von 410 Euro auf 800 Euro sowie Erleichterungen bei den Regelungen zur sog. Pool-Abschreibung (GWG-Sammelposten).
    • Anhebung des Schwellenwerts für die Ist-Besteuerung bei der Umsatzsteuer von 500.000 Euro auf mindestens 600.000 Euro und Umstellung auf vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen für neu gegründete Unternehmen.
    • Anhebung der Grenzwerte für die handels- und steuerrechtlichen Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten auf mindestens 600.000 Euro Umsatz bzw. 60.000 Euro Gewinn.

    Außerdem unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium eine zügige Verabschiedung der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff.

    Die weitere Diskussion der Vorschläge innerhalb der Koalition bleibt abzuwarten. Eine gesetzgeberische Umsetzung scheint nicht vor 2015 realistisch.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Global Compliance and Reporting stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BMF: Zur Veröffentlichung vorgesehene finale Fassung des Schreibens zu GoBD

    Stand: 6. November 2014

    Das Bundesfinanzministerium hatte bereits mehrere Entwürfe für ein BMF-Schreiben über die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“ vorgelegt und in diversen Arbeitsgruppen mit Vertretern aus Bund und Ländern, Wirtschaft und Steuerberatung zur Diskussion gestellt. Nunmehr liegt die zur Veröffentlichung im BStBl vorgesehene Version des Schreibens vor.

    Das Schreiben greift unter anderem folgende Themen auf:

    • Verantwortlichkeit für die Führung elektronischer Aufzeichnungen und Bücher
    • Allgemeine Anforderungen, wie die Grundsätze der Nachvollziehbarkeit, Nachprüfbarkeit, Wahrheit, Vollständigkeit, Richtigkeit etc.
    • Belegwesen (Belegfunktion)
    • Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle (Grundbuch, Journale, Hauptbuch etc.)
    • Internes Kontrollsystem (IKS)
    • Datensicherheit
    • Elektronische Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen (Auswertbarkeit, Scan)
    • Datenzugriff (Z1, Z2, Z3) ll
    • Verfahrensdokumentation (Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit)
    • Zertifizierung und Softwaretestat

    Der Entwurf der GoBD beinhaltet laut Aussagen des BMF keine Änderung der materiellen Rechtslage, sondern fasst vielmehr das BMF-Schreiben zu den „Grundsätzen ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS)“, das BMF-Schreiben zu den „Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU)“ sowie die „Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung“ zusammen. Diese bisherigen Verwaltungsregelungen sind aufgrund des technischen Fortschritts teilweise veraltet und haben in der Praxis zu Unsicherheiten bei Unternehmen und Betriebsprüfern geführt. Insbesondere konkretisiert die Finanzverwaltung die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme.

    Gegenüber der letzten Version des Entwurfsschreibens aus April 2014 haben sich nur noch geringfügige inhaltliche Änderungen ergeben (z.B. Herausnahme der Dauerfristverlängerung, Rz. 50, 52, 87).

    Das Schreiben soll erst auf Veranlagungszeiträume anzuwenden sein, die nach dem 31. Dezember 2014 beginnen. Bis dahin gelten noch die genannten Schreiben zu GoBS und GDPdU. Zudem weist das BMF ausdrücklich darauf hin, dass das Schreiben zu den GoBD regelmäßig an den technischen Fortschritt, die Rechtsprechung und an auftretende Praxisprobleme angepasst werden soll.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Tax Policy and Controversy stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BFH: Keine Sperrfristverletzung bei einer Einmann-GmbH & Co. KG

    Stand: 6. November 2014

    Wird ein nach § 6 Abs. 5 Satz 3 EStG unentgeltlich übertragenes Wirtschaftsgut innerhalb einer dreijährigen Sperrfrist veräußert oder entnommen, ist die ursprüngliche Buchwertfortführung grundsätzlich wieder aufzuheben und rückwirkend der Teilwert anzusetzen (§ 6 Abs. 5 Satz 4 Hs. 1 EStG).

    Diesem rückwirkenden Teilwertansatz widersprach der BFH (Urteil vom 31. Juli 2013, I R 44/12) für einen Fall der steuerneutralen Übertragung eines Wirtschaftsguts aus dem Betriebsvermögen eines Steuerpflichtigen in das Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft (§ 6 Abs. 5 Satz 3 Nr. 1 EStG). Zum Zeitpunkt der Einbringung und bis zur Veräußerung des Wirtschaftsguts war der einbringende Kommanditist zu 100 Prozent am Ergebnis und am Vermögen der KG beteiligt (Einmann-GmbH & Co. KG). Da es zu keiner interpersonellen Verlagerung stiller Reserven komme, sei die Sperrfristregelung in teleologischer Reduktion der Vorschrift auf einen solchen Fall der Einmann-GmbH & Co. KG von vornherein gar nicht anwendbar. Damit sei auch die Frage nach der Erstellung einer Ergänzungsbilanz für den Mitunternehmer, welche gegebenenfalls den rückwirkenden Teilwertansatz verhindere, entscheidungsunerheblich.

    Dieser Rechtsauffassung des I. Senats schließt sich der IV. Senat des BFH nun inhaltlich und dogmatisch in einem aktuellen Urteil vom 26. Juni 2014 (IV R 31/12) zu einem etwas anders gelagerten Fall einer Einmann-GmbH & Co. KG an. Der Sachverhalt betraf eine steuerneutrale Übertragung eines Grundstücks aus dem Sonderbetriebsvermögen des zu 100 Prozent an Vermögen und Ergebnis der KG beteiligten Kommanditisten in das Gesamthandsvermögen der KG (§ 6 Abs. 5 Satz 3 Nr. 2 EStG). Unmittelbar nach der Übertragung veräußerte die KG das Grundstück an einen Dritten. Die Ausnahme vom rückwirkenden Teilwertansatz gilt nach Auffassung des IV. Senats auch in diesem Fall selbst bei unterlassener Aufstellung einer Ergänzungsbilanz, sofern sich an den Beteiligungsverhältnissen bis zur Veräußerung des übertragenen Wirtschaftsguts innerhalb der Sperrfrist nichts geändert hat.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Global Compliance and Reporting stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BMF: Ergänztes Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts veröffentlicht

    Stand: 30. Oktober 2014

    Im Rahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2012 wurde auch das steuerliche Reisekostenrecht mit Wirkung zum 1. Januar 2014 reformiert. In einem ergänzten BMF-Schreiben vom 24. Oktober 2014 legt die Finanzverwaltung ihre aktuelle Auffassung dar. Dieses Schreiben ersetzt das Einführungsschreiben vom 30. September 2013.

    Änderungen gegenüber dem ersten Schreiben ergeben sich u.a. bei der Definition der „ersten Tätigkeitsstätte“, bei den Fahrtkosten bei auswärtiger Tätigkeit, bei der Pauschalbesteuerung von Verpflegungsmehraufwendungen, bei der doppelten Haushaltsführung sowie bei den Unterkunftskosten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit.

    So können beispielsweise bei der Nutzung einer Wohnung im Ausland nur solche Aufwendungen im Rahmen der auswärtigen Unterbringung berücksichtigt werden, die durch die beruflich veranlasste, alleinige Nutzung des Arbeitnehmers verursacht werden. Als Vergleichsmaßstab zieht das BMF-Schreiben die ortsübliche Miete für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte mit einer bis zu 60 qm großen Wohnfläche heran. Dies ist insbesondere für repräsentative Wohnungen im Ausland von Nachteil, da diese meist größer sein werden.

    Das BMF-Schreiben ist mit Ausnahme einer gewährten Nichtbeanstandungsregelung (Rz. 65 des BMF-Schreibens) grundsätzlich mit Wirkung zum 1. Januar 2014 anzuwenden.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Tax Accounting und Human Capital stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BMF: Schreiben zur Lohnsteuer-Nachschau veröffentlicht

    Stand: 23. Oktober 2014

    Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz wurde im Jahr 2013 eine Regelung zur Lohnsteuer-Nachschau neu in das Einkommensteuergesetz eingefügt (§ 42g EStG). Aktuell legt die Finanzverwaltung ihre Auffassung zu Zweck und Umfang der Lohnsteuer-Nachschau in einem BMF-Schreiben vom 16. Oktober 2014 dar.

    Danach dürfen beispielsweise auch häusliche Arbeitszimmer oder Büros, die innerhalb einer ansonsten privat genutzten Wohnung liegen und nur ausschließlich über die Privaträume zu erreichen sind, vom Lohnsteuerprüfer betreten und besichtigt werden. Darüber hinaus macht das Schreiben u. a. Ausführungen zu den Mitwirkungspflichten des Arbeitgebers und zum Recht auf elektronischen Datenzugriff durch den Lohnsteuerprüfer.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Country Tax Advisory stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BMF: Umsatzsteuerliche Behandlung von Transportbehältnissen

    Stand: 23. Oktober 2014

    Im Groß- und Einzelhandel werden für die Belieferung mit Waren unterschiedliche Transportbehältnisse (Packmittel etc.) eingesetzt. Die Überlassung der Behältnisse erfolgt entweder gegen ein gesondert vereinbartes Pfandgeld oder innerhalb eines (Aus-)Tauschsystems.

    In einem BMF-Schreiben vom 20. Oktober 2014 nimmt die Finanzverwaltung zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Transportbehältnissen ausführlich Stellung. Das BMF-Schreiben befasst sich u.a. mit der Abgrenzung von Transportmitteln und Warenumschließungen. Danach stellt die Hingabe eines Transportmittels gegen Pfandgeld eine eigenständige Lieferung dar, während sog. Warenumschließungen im Gegensatz hierzu weiterhin das Schicksal der Hauptleistungen teilen. Bei Rückgabe und Rückzahlung des Pfandgeldes soll nach geänderter Finanzverwaltungsauffassung in beiden Fällen eine Entgeltminderung vorliegen.

    In dem vorhergehenden BMF-Schreiben vom 5. November 2013, das für viel Aufregung sorgte, ging das BMF davon aus, dass es sich bei der Rückgabe gegen Rückzahlung des Pfandgeldes um eine separate Rücklieferung handelt.

    Das BMF-Schreiben ist in allen noch offenen Fällen anzuwenden. Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn die Neuerungen bei der Überlassung von Transportbehältnissen gegen ein gesondert vereinbartes Pfandgeld erst für nach dem 1. Juli 2015 ausgeführte Umsätze angewendet werden.

    Für vor dem 1. Juli 2015 ausgeführte Umsätze wird es also nicht beanstandet, wenn die Beteiligten unter Berufung auf das BMF-Schreiben vom 5. November 2013 nach den dort genannten Grundsätzen verfahren.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Value Added Tax stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • OFD Frankfurt/M.: Verfügung zur „kleinen Organschaftsreform“

    Stand: 23. Oktober 2014

    Mit dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts (Unternehmensteuerreform 2012) wurden u.a. diverse Änderungen im Bereich der Organschaft vorgenommen (sogenannte „kleine Organschaftsreform“). Mittlerweile liegen zwei Verfügungen der Finanzverwaltung zur Klärung von Auslegungsfragen im Zusammenhang mit der kleinen Organschaftsreform vor.

    Die OFD Karlsruhe hatte mit Schreiben vom 16. Januar 2014 bereits eine Arbeitshilfe für die Finanzämter veröffentlicht, in der Lösungshinweise für Praxisprobleme bei Organschaftsfällen mit grenzüberschreitenden Konzernen, der Durchführung des Ergebnisabführungsvertrags und den Regelungen zur Vereinbarung der Verlustübernahme bei einer GmbH als Organgesellschaft tabellarisch aufgelistet werden.

    Die OFD Frankfurt/M. nimmt mit Verfügung vom 14. April 2014 zu ausgewählten Anwendungsfragen Stellung. Dabei weicht sie hinsichtlich der Durchführungsfiktion des Ergebnisabführungsvertrags in verschärfender Form von den Aussagen der OFD Karlsruhe ab. Bestehen Zweifel darüber, ob ein fehlerhafter Bilanzansatz in der Handelsbilanz korrigiert werden muss, um die Anerkennung der Organschaft zu gewährleisten, trägt der Steuerpflichtige das Risiko des Ausgangs eines Rechtsstreits.

    Eine Bestätigung des Abschlussprüfers, dass eine handelsbilanzielle Korrektur des Fehlers nicht erforderlich ist, soll nach Ansicht der OFD Frankfurt/M. ausdrücklich nicht ausreichend sein.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Country Tax Advisory stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

  • BFH: Anforderungen an Buchnachweis bei umsatzsteuerfreien Ausfuhrlieferungen

    Stand: 23. Oktober 2014

    Ausfuhrlieferungen in ein Drittland sind nach § 4 Nr. 1 Buchst. a UStG unter den in § 6 UStG genannten Voraussetzungen steuerfrei. Die Voraussetzung für die Steuerfreiheit muss vom Unternehmer durch Beleg- und Buchnachweis geführt werden (§§ 8-17 UStDV).

    Dabei unterliegen die Belege und Aufzeichnungen der Nachprüfung durch die Finanzverwaltung, ohne dass den Nachweispflichten eine materiell-rechtliche Bedeutung für die Steuerfreiheit zukommt. Über die Führung der Nachweispflichten gibt es in der Praxis des Öfteren Unstimmigkeiten mit dem Finanzamt. Der BFH hat sich aktuell mit Urteil vom 28. August 2014 (V R 16/14) zu den Anforderungen an den Buchnachweis geäußert. Danach kann der Buchnachweis nach § 6 Abs. 4 UStG i. V. m. § 13 UStDV auch dann dem Grunde nach geführt werden, wenn der Unternehmer Ausfuhrlieferungen auf einem separaten Konto unter Bezugnahme auf die jeweilige Rechnung verbucht.

    In zeitlicher Hinsicht kann der Unternehmer den Belegnachweis bis zum Ende der mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht erbringen. Der Buchnachweis kann hingegen bis zum Ende der mündlichen Verhandlung nur noch berichtigt oder ergänzt werden. Denn der Buchnachweis muss grundsätzlich bis zu dem Zeitpunkt vorliegen, zu dem der Unternehmer die Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Voranmeldungszeitraum der Ausfuhrlieferung abzugeben hat.

    Unsere erfahrenen Steuerberater der Service Line Value Added Tax stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

 

Kontakt

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Martina Ortmann-Babel
Mittlerer Pfad 15
70499 Stuttgart
Telefon +49 (711) 9881 15754
E-Mail Martina Ortmann-Babel 

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