Building a better working world

„Arroganz ist tödlich“

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Vertrauen ist die Basis für Wachstum, Erfolg und Wohlstand. Dr. Wolfgang Große Entrup, Leiter des Konzernbereichs Umwelt und Nachhaltigkeit bei Bayer, über Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine besser funktionierende Welt.
 

Was muss ein Unternehmen tun, um Vertrauen zu gewinnen?

Dr. Wolfgang Große Entrup: Es muss authentisch sein. „Walk the talk“ heißt die Devise. Die Authentizität muss beim Top-Management anfangen. Wenn es unglaubwürdig handelt, hilft auch die beste Kommunikationsstrategie nichts.

Darüber hinaus muss das Unternehmen mutig sein und auch komplizierte Themen offen ansprechen, und zwar gegenüber allen Stakeholdern: von den Mitarbeitern über die nächsten Nachbarn und Bürger bis hin zu den internationalen Supply-Chain-Partnern, Non-Government-Organisationen und natürlich auch den Kunden.
 

Was ist der größte Fehler in der Stakeholder-Beziehung?

Große Entrup: Arroganz. Sie kann für ein Unternehmen tödlich sein. Unsere Welt ist so schnell und transparent, dass es sich kein Unternehmen erlauben kann, unlauter zu handeln. Die Quittung wird schneller kommen als erwartet – und dann ist es immens schwierig, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen.

„Arroganz kann für ein Unternehmen tödlich sein. Kein Unternehmen kann es sich erlauben, unlauter zu handeln. Es ist immens schwierig, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen.“ Dr. Wolfgang Große Entrup, Bayer

Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte haben für einen Konzern wie Bayer eine immense Bedeutung. Gerade hier spielt das Vertrauen eine große Rolle.

Große Entrup: Das stimmt. Besonders bei Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten mit ihren Aus- und Nebenwirkungen ist die Öffentlichkeit extrem sensibel. Diskussionen werden hier leicht sehr emotional geführt.

Auch hier gilt: Offenheit, Respekt vor der anderen Meinung und eine wissenschaftlich fundierte Herangehensweise sind das A und O, um Vertrauen zu schaffen. Vertuschen ist ein schlechter Ratgeber.
 

Wenn von Stakeholder-Vertrauen gesprochen wird, denkt man zunächst an die Öffentlichkeit. Was ist denn mit den eigenen Mitarbeitern?

Große Entrup: Ich würde sagen: Die Mitarbeiter sind die wichtigsten Stakeholder. Wenn wir irgendwo auf der Welt unlauter handeln, werden als Erstes unsere Mitarbeiter von ihrem Nachbarn oder Kunden darauf angesprochen. Nichts wäre schlimmer, als wenn sie sich dafür rechtfertigen müssten, bei uns zu arbeiten.

Sie sollten stolz auf ihr Unternehmen sein können und ihm vertrauen. Darum bilden Sicherheit, Rechtschaffenheit und Integrität das Fundament für unsere „license to operate“. Wir freuen uns, dass EY uns auf unserem Weg hin zu einer better working world an so vielen Stellen unterstützt.