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Die smarte Meile in der Smart City

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Oft sind es nur ein oder zwei Kilometer, die mit dem Auto in der Stadt gefahren werden – und damit zum Verkehrschaos beitragen. Das Hamburger Start-up Floatility bietet eine smarte Lösung.

Die Idee kam ihm in Singapur. Auf der Straße stauten sich wie jeden Tag Hunderttausende von Autos, die ihre Abgase in die Luft bliesen. Doch seine kleine Tochter hatte freie Fahrt. Sie fuhr mit ihrem Tretroller über den Bürgersteig.

„Das brachte mich auf den Gedanken, einen Elektroroller zu bauen, mit dem die Menschen kurze Strecken zurücklegen können“, erzählt Oliver Risse, Chef des Hamburger Start-ups Floatility, das seinen Zweitsitz in Singapur hat. „Viele Menschen benutzen das Auto nur, um die letzte Meile zwischen U-Bahn und Büro, Bus und Einkaufszentrum oder Straßenbahnhaltestelle und Haustür zurückzulegen. Diese Fahrten unter drei Kilometern gehören zu den größten Mobilitätskillern in den Großstädten.“

Oliver Risse war sich dabei von Anfang an klar, dass sein Elektroroller ein Designerstück sein musste, schick, leicht, voll vernetzt und vor allem so gebaut, dass es von anderen Unternehmen nicht kopiert werden konnte − eine Herausforderung, die gerade auf dem asiatischen Markt von größter Bedeutung ist.

Nach diversen, auch zweirädrigen Prototypen, von denen einer sogar aus Bambus war, entwickelte der gebürtige Bielefelder zusammen mit seinem Team 2014 den endgültigen, dreirädrigen eFloater. Gebaut wird er aus einem innovativen glasfaserverstärkten Nylonmaterial, das im Spritzgussverfahren hergestellt wird. „Der Werkstoff ist super leicht und stabil und macht es Nachahmern extrem schwer, unser Modell zu kopieren“, so Oliver Risse.

Der eFloater ist aber nur ein Mosaikstein im Geschäftsmodell von Floatility. „Unser Ziel ist es, in den Megacitys ein Free-Floating-Netz aufzubauen“, erklärt Oliver Riese. „Ähnlich wie es momentan schon Fahrradverleihsysteme gibt, wollen wir an markanten Stellen die eFloater aufstellen, damit die Menschen die letzte Meile bis zu ihrem Ziel mit dem Elektroroller zurücklegen können − aber ohne sich anzustrengen oder zu schwitzen.“ Ein weiterer Pluspunkt, mit dem der eFloater gegenüber Sharing Cars vorfährt, ist sein weitaus günstigerer Miet- und Kilometerpreis.

Bei seinem Geschäftsmodell setzt das Hamburger Start-up auf Partnerschaften mit staugeplagten Großstädten wie Paris, London, Berlin, München oder insbesondere Hamburg und Singapur, „weil diese Metropolen sich ja als Smart Citys der Zukunft positionieren wollen, aber noch nicht genau wissen, wie sie das schaffen.“

Das Potenzial für den eFloater und ein entsprechendes Netzwerk ist für Oliver Risse allemal da. Denn gerade bei den jungen Leuten sei das Sharing-Economy-Denken stark ausgeprägt. Sie warten nur noch auf ein entsprechendes Angebot.

Und das bietet Floatility nicht nur mit dem kleinen Elektroroller, sondern auch mit seiner umfassenden Systemlösung. Diese funktioniert auf großen Betriebsgeländen ebenso wie in der Tourismusbranche − beispielsweise, wenn Gäste eines Kreuzfahrtschiffes an Land gehen und dann mit dem Mikroroller individuell eine Stadt entdecken möchten.

„Weil der eFloater voll vernetzt ist, steht er nicht nur da, wo er gebraucht wird. Er gibt dem Fahrer auch Tipps, wo er die schönsten Sehenswürdigkeiten und Restaurants findet“, so Oliver Risse. „Hier lassen sich noch viele weitere neue Geschäftsideen andocken, von denen auch etablierte Unternehmen profitieren können. Wir finden es großartig, dass EY hier als Katalysator fungiert und über sein Netzwerk Start-ups mit Grown-ups zusammenbringt.“

 

„Das Floatility-Geschäftsmodell ist ein Beispiel dafür, wie die Mobilität im urbanen Raum zukünftig aussehen kann. Und es zeigt, dass die Kooperation der verschiedenen Marktplayer dabei eine ganz entscheidende Rolle spielt. Unser Mobility Innovation Team bringt die unterschiedlichen Beteiligten zusammen und entwickelt mit ihnen nachhaltige und zukunftsweisende Geschäftsmodelle.“

Ursula Schneider, Mobility Innovation Team von EY

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Was sind die Verkehrskonzepte von morgen? Und wie sehen die neuen Geschäftsmodelle aus, mit denen die Mobilität der Zukunft ebenso wie das eigene unternehmerische Wachstum gesichert werden?

Gemeinsam mit innovativen Start-ups, etablierten Fahrzeugherstellern, privaten und öffentlichen Transportunternehmen sowie Verkehrsplanern entwickelt das Innovation Mobility Team von EY nachhaltige Lösungen.

Wir haben einen hohen Anspruch: Wir wollen die relevanten Player zusammenbringen und mit ihnen Mobilitätskonzepte entwickeln, die auch morgen noch für die Dynamik sorgen, die unsere Welt bewegt. Und wir wollen sie dabei unterstützen, Geschäftsmodelle zu entwickeln, mit denen sie langfristig erfolgreich sind.