Building a better working world

Gleichstellung: Gleich!

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Trotz aller Versprechungen sind Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert. Mit unser „Women³. The Power of Three“-Initiative setzen wir uns dafür ein, dass sich dieses schon bald ändert.

Über die Gleichstellung von Frauen in Wirtschaft, Industrie und Politik wird viel geredet. Doch ein Blick in die Vorstandsetagen von großen Konzernen, auf die Zusammensetzung von Aufsichtsräten oder die Spitzenpositionen in der Politik zeigt, dass immer noch zu viel versprochen und zu wenig gehandelt wird: Der prozentuale Anteil von Frauen in Führungspositionen beträgt momentan nicht mehr als 15 Prozent. Das ist definitiv zu wenig.

Wir von EY wollen, dass sich das ändert. Deshalb haben wir im Jahr 2015 in Brüssel das internationale „Women³. The Power of Three“-Programm ins Leben gerufen ‒ eine weltweite Netzwerkinitiative, die aus regionalen Roundtables besteht, zu denen wir hochkarätige weibliche und männliche Unternehmer sowie Top-Führungskräfte aus der Wirtschaft und Politik einladen.

„Damit wollen wir den TeilnehmerInnen die Möglichkeit geben, sich in einem exklusiven Kreis auszutauschen, über gemeinsame Herausforderungen zu sprechen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, die dann auch in die Tat umgesetzt werden“, sagt Julie Teigland, Managing Partner von EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie Initiatorin und Hauptsponsorin der Initiative in der EMEIA-Region von EY (Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika).

Darüber hinaus bieten die Diskussionsrunden auch die Gelegenheit, aktuelle ökonomische und gesellschaftliche Themen zu erörtern und der Wirtschaft und Politik Impulse zu geben, die „Gender Parity“ nicht erst in weiter Zukunft, sondern in deutlich kürzerer Zeit Wirklichkeit werden zu lassen. Denn einer Prognose des World Economic Forums zufolge soll es noch bis zum Jahr 2133 dauern, bis dieses Ziel erreicht ist ‒ eine Zeitspanne, die wir für viel zu lang halten.

Ein bisheriger Höhepunkt der EY-Initiative war das internationale „Women³. The Power of Three“-Treffen in Istanbul im November 2015. Hier haben sich über 120 überwiegend weibliche Top-Führungskräfte aus 23 Ländern getroffen, um die Erfahrungen und Arbeitsergebnisse der einzelnen „Women³. The Power of Three“-Länderforen zusammenzutragen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

„Jetzt geht es darum, diese Handlungsempfehlungen in die Tat umzusetzen“, so Julie Teigland. „Dazu gehört zum einen die Überlegung, wie Frauen beispielsweise die Medien und insbesondere die neuen Technologien für ihren Karriereweg gezielt einsetzen und sich dabei auch gegenseitig unterstützen können, um damit die Gleichstellung voranzubringen. Und zum anderen geht es darum, ein Ökosystem zu schaffen, in dem Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer.“

Darüber hinaus haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der regionalen Foren in Deutschland, Österreich und der Schweiz darauf verständigt, in den drei Ländern einen „intergenerational Hub“ aufzubauen, in dem sich junge sowie erfahrene, überwiegend weibliche Executives austauschen, vernetzten und voneinander lernen. „Ich sehe es als eine ganz wesentliche Aufgabe von uns, dass wir mit unseren Erfahrungen den jüngeren Kolleginnen dabei helfen, ihren Karriereweg zu gehen“, so Julie Teigland. „Ein Hub ist dafür eine exzellente Plattform.“

Der Weg, bis die Gleichstellung Realität ist, wird noch einige Zeit dauern. Mit unserer Initiative werden wir die prognostizierten 117 Jahre deutlich reduzieren. Das hat nicht nur das internationale Treffen in Istanbul gezeigt, sondern das zeigen auch die „Women³. The Power of Three“-Workshops, auf denen sich die Beteiligten engagiert und aktiv für dieses Ziel einsetzen. Und damit gemeinsam mit EY dazu beitragen, eine „better working world“ zu schaffen. Nicht irgendwann, sondern gleich.

„Handeln, damit sich etwas ändert“

Auf zwei hochkarätig besetzten Roundtables diskutierten Unternehmerinnen und Top-Führungskräfte die Gleichstellung von Frauen und Männern. Und sie verständigten sich auf konkrete Schritte, um die „Gender Parity“ weiter voranzubringen.

Vor welchen besonderen Aufgaben stehen weibliche Führungskräfte? Welchen Herausforderungen müssen sie sich in Wirtschaft und Politik stellen, um ihren Karriereweg zu gehen? Und welche konkreten Möglichkeiten gibt es, um ihre Entwicklungschancen zu verbessern und die Gleichstellung von Frauen und Männern spürbar voranzubringen?

Dies waren nur einige der spannenden Fragen, die auf den beiden von EY veranstalteten „Women³. The Power of Three“-Roundtables in München am 27. April 2016 und in Königstein bei Frankfurt am 28. April 2016 von etwa 20 Unternehmerinnen sowie Top-Managerinnen und Führungskräften aus Politik und Wirtschaft mit Leidenschaft, Engagement und dem unbedingten Willen, etwas zu verändern, diskutiert wurden.

„Mit unseren beiden Roundtables haben wir erfahrenen Führungskräften eine Plattform geboten, um sich auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, wie wir die Gleichstellung voranbringen können“, erklärt Julie Teigland, Managing Partner von EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zusammen mit Talent Managing Partner Ana-Cristina Grohnert und Business Development Director Carola Böhme von EY hatte Julie Teigland zu diesen hochkarätigen Veranstaltungen eingeladen. „Uns ging es dieses Mal darum, die Empfehlungen, die wir auf dem internationalen Women³. The Power of Three-Forum in Istanbul verabschiedet hatten, in konkrete Aktionen umzusetzen.“

Wie weit Anspruch und Wirklichkeit bei der Chancengleichheit gerade im Top-Management auseinanderklaffen, zeigten die mitunter sehr persönlichen Statements der Frauen während der beiden Roundtables: „Obwohl wir nach außen hin ein Vorzeigeunternehmen sind, wird bei uns viel zu wenig für die Förderung von Frauen getan“, so eine Teilnehmerin. „Sie werden sogar oft ausgebremst. Und genau daran will ich etwas ändern. Deshalb bin ich hier.“

Auch wenn die Politik und viele Unternehmen die „Gender Parity“ auf ihre Agenda schreiben und mit Imagekampagnen eine offene Unternehmenskultur repräsentieren möchten, sieht die Realität hinter den Kulissen oft ganz anders aus.

Die individuellen Erfahrungen der Teilnehmerinnen erklärten ‒ neben der allgemeinen Tatsache, dass Frauen im Berufsleben immer noch schlechter gestellt sind ‒, warum sich alle mit so viel Elan und Engagement für eine Veränderung einsetzten. Denn auch wenn die Politik und viele mittelständische und Großunternehmen die „Gender Parity“ auf ihre Agenda schreiben und mit Imagekampagnen eine offene Unternehmenskultur repräsentieren möchten, sieht die Realität hinter den Kulissen oft ganz anders aus. Deshalb waren sich auch alle einig darin, dass man die „unbedingte Aufgabe“ habe, in der Gesellschaft, in den Unternehmen und an den allgemeinen Strukturen etwas zu ändern. „Ich finde, dass wir als erfahrene Frauen sogar die moralische Verpflichtung haben, unseren jüngeren Kolleginnen dabei zu helfen, ihren Karriereweg einzufordern“, formulierte es eine Teilnehmerin treffend.

Die entscheidende Frage lautet: Was können wir konkret tun, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft und in den Unternehmen nachhaltig zu verankern?

Die entscheidende Frage, die auf dem zweiten Teil der EY-Veranstaltungen in München und Königstein diskutiert wurde und zu ebenso leidenschaftlichen Plädoyers wie außergewöhnlichen Ideen führte, lautete: Was können wir konkret tun, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft nachhaltig zu verankern? Denn klar war allen: Nur wenn wir handeln, werden wir auch etwas verändern.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen, dass ein neues gesellschaftlich-kulturelles Leitbild etabliert werden muss, das die „Gender Parity“ zu einer Selbstverständlichkeit macht, die nicht immer wieder neu diskutiert werden muss. Und ebenso einig waren sie sich, dass der Weg dorthin mit Leichtigkeit, Witz und Intelligenz beschritten werden soll. Dabei favorisierten die Teilnehmerinnen zum einen die Idee einer starken Medienkampagne, mit deren Hilfe ein neues Frauenbild in der Gesellschaft ausgebaut und verankert werden kann ‒ ähnlich wie es das Frauenmagazin „Plan W“ von der Süddeutschen Zeitung bereits macht. Und zum anderen verständigten sich die Teilnehmerinnen darauf, die Vergabe von Aufträgen an bestimmte Faktoren zu knüpfen, die definieren, wie ein Unternehmen die Gender Parity aktiv umsetzt.

Dass der Weg hin zur Gleichstellung auch verrückte Aktionen nicht ausschließen muss, zeigte der Vorschlag, in einer gemeinsamen und medienstarken Aktion den Fahrzeugschlüssel derjenigen Autohersteller in die Isar zu werfen, deren Vorstände und Aufsichtsräte unterproportional mit Frauen besetzt sind. „Wir Frauen haben immense wirtschaftliche Macht“, so eine Teilnehmerin, „und warum sollen wir die nicht einsetzen, um uns Gehör zu verschaffen?“

Die Tage in München und Königstein waren zu kurz, um die angedachten Ideen zu konkretisieren. Deshalb haben sich alle Teilnehmerinnen auf einen Follow-up-Workshop verständigt. Denn, so das Fazit der beiden „Women³. The Power of Three“-Foren: „Nur wenn wir handeln, wird sich auch etwas verändern.“

EY - Julie Teigland

„Mit unseren Roundtables bieten wir erfahrenen Führungskräften eine Plattform, auf der sie sich austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln können, um die Gleichstellung in die Tat umzusetzen.“
Julie Teigland, Managing Partner von EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 
Statements
EY - Angela Hornberg

„Ich habe noch nie ein so ergebnisorientiertes Frauennetzwerk kennengelernt, das aus so vielen fachlich kompetenten und führungserfahrenen Teilnehmerinnen besteht – und das funktioniert. Viel zu oft sind Frauennetzwerke eher ziellos und nur Austauschplattformen. Das Women-Fast-Forward-Netzwerk hat dagegen eine klare Roadmap und konkrete Ziele. Ich bin überzeugt, dass wir so in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt nachhaltig etwas ändern können. Wir dürfen nicht nur reden, sondern wir müssen vor allem handeln!“

Angela Hornberg, Advance Human Capital

 
EY - Silvana Koch-Mehrin

„Ich finde die heterogene Zusammensetzung der Women-Fast-Forward-Netzwerkgruppe großartig. Das schafft viele Perspektiven, die sich gegenseitig inspirieren. Und ebenso großartig finde ich es, dass wir ein klares Ziel vor Augen haben: Was können wir konkret tun, um die Gleichstellung der Frauen in Wirtschaft, Industrie und Politik, die auf dem Papier schon lange existiert, möglichst bald auch Wirklichkeit werden zu lassen?“

Silvana Koch-Mehrin, Women in Parliaments Global Forum

 
EY - Uli W. Fricke

„Mir gefällt, dass im EY-Frauen-Netzwerk nicht nur geredet wird, sondern auch konkrete Aktivitäten geplant sind, mit denen wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen können. Wir dürfen aber nicht allein die großen Unternehmen mit ihren Vorständen und Aufsichtsräten im Auge haben, weil hier eine Steigerung der Frauenquote in den Führungspositionen die stärkste Signalwirkung hat. Der Mittelstand ist ebenso wichtig. Immerhin befinden sich hier 60 bis 80 Prozent aller Arbeitsplätze.“

Uli W. Fricke, Triangle Venture Capital Group

 
EY - Uli W. Fricke

„Die Größe der Netzwerkgruppe war ideal. Ich habe Frauen aus den unterschiedlichsten Branchen mit den verschiedensten Hintergründen kennengelernt. Jede hatte etwas Besonderes beizutragen, vergleichbar mit vielen bunten Mosaiksteinen, die ineinandergreifen und etwas Neues ergeben. Ich bin überzeugt, dass diese Heterogenität zum Erfolg führen wird. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen, wenn es darum geht, konkrete Schritte einzuleiten.“

Dr. Friederike Rotsch, Merck