EY und junge Entrepreneure fordern von G20-Staaten Maßnahmen zur Unterstützung digitaler Unternehmer

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  • Staaten sollten u.a. Kapitalzugang verbessern, Netzwerke fördern und das Steuersystem reformieren
  • 62 Prozent der Jungunternehmen beklagen mangelnden Zugang zu ausländischem Kapital
  • EY-Partner Bernhard Lorentz: „Die Politik muss digitalen Entrepreneuren die richtigen Werkzeuge an die Hand geben“
  • EY und G20 Young Entrepreneurs‘ Alliance kooperieren bei Empfehlungen an die G20-Staaten

Berlin, 16. Juni 2017. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und die G20 Young Entrepreneur’s Alliance (YEA) haben neun Forderungen an die G20-Staaten ausgesprochen, um digitales Unternehmertum zu fördern. So sollten die Staaten unter anderem den Kapitalzugang beispielsweise durch Frühphasenfinanzierungen von Start-ups verbessern, das Bildungssystem durch Netzwerke und Mentoren auf die Digitalisierung ausrichten und das Umfeld für digitale Start-ups unter anderem durch ein reformiertes Steuersystem verbessern. Anfang Juli ist Deutschland Gastgeber des G20-Gipfels. Im Vorfeld wurden die Forderungen während des G20 YEA Summit (15.-17. Juni) in Berlin an Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries überreicht.

Grundlage der Forderungen ist eine Befragung von 250 Jungunternehmern aus den G20-Staaten. 62 Prozent von ihnen klagen, dass sie Schwierigkeiten haben, ausländisches Kapital anzuziehen. 41 Prozent berichten von Problemen bei der Frühfinanzierung, und auch bei späteren Venture-Capital-Runden stößt jedes dritte Unternehmen auf Probleme.

Auch bei den regulatorischen Vorgaben sehen die jungen Unternehmer Probleme. 83 Prozent klagen über hohe Datenschutzanforderungen, 81 Prozent über mangelnde politische Sicherheit und 78 Prozent sehen zu viele bürokratische Anforderungen an die Wirtschaft.

Bernhard Lorentz, Partner bei EY und Leiter des Bereichs Government & Public Sector für Deutschland, die Schweiz und Österreich, sieht die Politik in der Pflicht, junge, digitale Start-ups durch konkrete Maßnahmen zu unterstützen: „Wir leben in einer neuen Realität, in der Geschäftsmodelle zunehmend auf digitalen Technologien beruhen. Das bringt unglaublich schnelle und oft unvorhergesehene Veränderungen mit sich. Die politischen Akteure sollten Innovation und Wachstum dieser neuen, digitalen Entrepreneure unterstützen und fördern. Die Politik muss ihnen die Werkzeuge an die Hand geben, um langfristig erfolgreich sein zu können.“

Die G20 Young Entrepreneurs‘ Alliance ist ein Netzwerk von Organisationen aus den G20-Staaten, das mehr als 500.000 junge Unternehmer vertritt. Die Organisation bringt jedes Jahr Hunderte Jungunternehmer mit den B20- und G20-Entscheidern zusammen. EY ist eine Partnerschaft mit der Allianz eingegangen, um Empfehlungen an die G20-Staaten im Hinblick auf junges Unternehmertum zu formulieren. EY kann dazu auf seine jahrzehntelange Erfahrung bei der Beratung und Begleitung junger Unternehmer zurückgreifen. Unter anderem fördert EY Unternehmertum durch den renommierten Unternehmerpreis „Entrepreneur Of The Year“, der in über 60 Ländern verliehen wird, oder das „Entrepreneurial Winning Women“- Programm, das Entrepreneurinnen beim weiteren Wachstum ihres Unternehmens hilft.

Die 9 Forderungen an die G20-Staaten:


Digitale Fähigkeiten, Kenntnisse und Unternehmerkultur

  1. Etablierung eines dualen beruflichen und akademischen Bildungssystems, um die Ausbildung praxisorientierter zu gestalten.
  2. Mentorenprogramme unterstützen, beispielsweise über Investitionen in eine digitale Plattform, über deren „Buddy System“ junge Unternehmer Unterstützung über Ländergrenzen hinweg erhalten können.
  3. Investitionen in ein Ökosystem, um Cluster/Netzwerke zu fördern. Über digitale Plattformen könnten beispielsweise Schulen, Hochschulen und die Industrie verbunden werden.

Zugang zu Finanzen

  1. Venture-Capital-Zugang über alle Phasen verbessern. Von der Frühphasenfinanzierung über das gesamte Wachstum sollten Regierungen den Zugang zu Kapital fördern und erleichtern.
  2. Eine digitale Finanzierungsinfrastruktur aufbauen. Die Politik kann dabei helfen, bereits bestehende FinTech-Plattformen und -Werkzeuge zu ergänzen.
  3. Zugang zu ausländischem Kapital verbessern, indem regulatorische Hürden etwa im Steuerbereich abgebaut werden.

Digitales Business

  1. Schneller und unkomplizierter Zugang zu ausländischen Märkten. Eine länderübergreifende Institution zur Unterstützung bei Expansionen und regulatorischen Anforderungen könnte effektiv unterstützen.
  2. Steuerreform für schnell wachsende, digitale Unternehmen, indem Staaten ihnen bei den bürokratischen Hürden aber auch beim Steueraufkommen entgegenkommen.
  3. Digitale Infrastrukturen fördern: Bereits bestehende Systeme und Regulierungen müssen für digitale Umgebungen angepasst und verändert werden.