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Entrepreneur Of The Year > Sieger und Finalisten > Die Finalisten 2006 - Dkfm. Heidegunde Senger-Weiss Dipl.-Ing. Paul Senger-Weiss
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Finalist beim „Ernst & Young Entrepreneur Of The Year 2006“ in der Kategorie Dienstleistung/Handel:



Dkfm. Heidegunde Senger-Weiss,
DI Paul Senger-Weiss

Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H


Die Entrepreneure
27 Jahre jung, gerade frisch verheiratet. Nach dem überraschenden Tod von Ferdinand Weiss, dem Vater von Heidi, übernahm sie gemeinsam mit ihrem Mann Paul die Leitung der Firma Gebrüder Weiss. Damals mit ca. 900 Mitarbeitern ein rein nationaler Spediteur in Österreich mit einem kleinen Ableger in Hamburg. 36 Jahre später übergaben die Beiden einen Konzern mit 3.600 MitarbeiterInnen an 120 Standorten in 20 Ländern (rechnet man die Joint Venture Partner hinzu, sind es mehr als 30 Länder auf allen Kontinenten). Der Umsatz hatte sich unter der Führung von Heidi und Paul Senger-Weiss um den Faktor 22 vergrößert, die Wertschöpfung um das 55-fache und das jährliche Investitionsvolumen war im Jahr des Generationswechsel 88 mal höher als im Jahr 1 des starken Unternehmerehepaars. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Familienunternehmer zu sein war für Heidi und Paul immer etwas ganz Besonderes. Es war und ist „Unternehmerverantwortung zum Anfassen“. Gebrüder Weiss verstand und versteht sich als eine große Familie. Dass die „Familienoberhäupter“ dabei eine ganz besondere Vorbildstellung haben, dass die Mitglieder der Familie sehr genau darauf achten, wie sich die Chefs verhalten und was die Chefs sagen, wurde von Heidi und Paul stets als Chance (und als Zeichen besonderer Wertschätzung) verstanden und genutzt. Gebrüder Weiss konnte sich so zu einem sehr menschlichen Konzern entwickeln. Was in sämtlichen Mitarbeiterumfragen in den letzten Jahren immer wieder bestätigt wurde: 9 von 10 Menschen bei GW erleben diese Firma als einen „sehr guten Arbeitsplatz“. Engagierte Mitarbeiter sind in der Dienstleistung das wichtigste Kapital – ein Grund, wieso Gebrüder Weiss sich wirtschaftlich exzellent entwickelt hat. Im „*orange way“ wurden die gelebten Werte und das „Wie“ bei Gebrüder Weiss schriftlich verankert. Orange ist übrigens seit 75 Jahren – lange vor dem Siegeszug der Pop-Farben - die Hausfarbe von Gebrüder Weiss.

Verantwortung und Engagement endeten für Heidi und Paul Senger-Weiss nicht vor dem Firmentor. Sie nutzen ihre Stimme und ihr Verhandlungsgeschick stets auch für die Interessen der Branche. So leitete Paul Senger-Weiss genau 25 Jahre die Kollektivvertragsverhandlungen der Branche, Heidi Senger-Weiss war 33 Jahre als Vizepräsidentin und 5 Jahre als Präsidentin der Branchenvertretung aktiv.

Die Fähigkeit, sich mit anderen zu vernetzen, ist eine weitere wichtige Voraussetzung für Erfolg in der Welt von Transport und Logistik. Als mittelständisches Unternehmen, das im Wettbewerb mit globalen Unternehmen steht, ist die enge Kooperation mit anderen Unternehmen – sei das in freier Form oder sei das als Joint-Venture – wesentlicher Teil des Geschäftsmodells. Dafür ist eine besondere Einstellung notwendig, Offenheit, Vertrauensfähigkeit, Verbindlichkeit und Kontinuität sind nur ein paar Schlagworte. Mit ihrer Bereitschaft zu gemeinsamen Lösungen bewiesen Heidi und Paul Senger-Weiss immer wieder, dass die Summe von zwei Einzelnen meistens deutlich größer als Zwei ist.

Gebrüder Weiss ist ein Unternehmen mit einer langen Firmengeschichte. Die Familie Weiss ist mit dem Transportgewerbe seit ca. 560 Jahren fest verbunden. Die heutige Speditionsgesellschaft wurde 1823 gegründet. Heidi und Paul Senger-Weiss führten GW in 6. Generation der neueren Geschichte, insgesamt in der 18. oder 19. Generation. Starke Wurzeln geben Stabilität und erleichtern den Focus auf Langfristigkeit. „Wir denken nicht in Quartalsberichten, sondern in Generationen“, erklärte Heidi Senger-Weiss vor ein paar Jahren in einem Pressegespräch. Geschichte wurde immer als Quelle des Lernens gesehen. Anderes Verstehen, Fehlerreduktion, Multikultur, Flexibilität – wenn man bedenkt, welche Herausforderungen frühere Generationen der Familie Weiss erfolgreich „gemanaged“ haben – vom 30-jährigen Krieg über ein paar Revolutionen und zwei Weltkriege - das motiviert und relativiert das eigene Handeln sehr stark.

Unternehmer-Ehepaar sein, das bedeutet für Heidi und Paul Senger-Weiss Ergänzung und Balance. Sie sind ein starkes Team, das sich gegenseitig motiviert. Ein Team, in dem beide darauf achten, dass die Themen Geschäft und Privatleben, Gebrüder Weiss und Familie Senger-Weiss in einer guten Balance zu einander stehen.

Die Innovation
Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung zu treffen, darin haben Heidi und Paul Senger-Weiss an der Spitze des GW-Konzerns immer wieder ihren Mut zur Innovation bewiesen. Eine Nutzenorientierung stand dabei stets im Zentrum. Gebrüder Weiss war z.B. eine der ersten Speditionen, die Anfang der 70er Jahren begann, moderne Datenverarbeitung einzusetzen. Ganz einfach, weil es Sinn machte. Und so ging es weiter. Ob bei der Datenvernetzung der Standorte, ob bei der Nutzung moderner Webtechnologie: GW hat zwar nie „Grundlagen-Forschung“ betrieben, in der praktischen Nutzung sinnvoller Technologie war der orange Logistikkonzern unter Heidi und Paul Senger-Weiss führend.

Mut zur Innovation zeigte das Unternehmerpaar Heidi und Paul Senger-Weiss auch 1987/88 bei der Gründung des Paketdienstes APS (heute DPD) in Österreich. Weit vor anderen haben die Beiden das Potential eines nationalen privaten Paketdienstes erkannt und entsprechend gehandelt. Gemeinsam mit zwei weiteren österreichischen Speditionen wurde Österreich die Paketwelt eröffnet. Und ist heute unangefochtener Marktführer im Bereich Business Pakete. 31 Millionen Pakete werden pro Jahr im später etablierten Franchise-System transportiert.

Das Wachstum
Chancen zu erkennen und schnell zu nutzen, das zeichnete Heidi und Paul Senger-Weiss aus. Als 1978 Deng Xiao Ping – kurz nach dem Tode Maos und der Niederschlagung der 4-er Bande – die wirtschaftliche Öffnung Chinas ankündigte, verhandelte Paul Senger-Weiss noch im gleichen Monat mit einer chinesischen Spedition über Transportlösungen und informierte sich über Geschäftsmodelle für den Warenaustausch mit dem Reich der Mitte. Und legte damit den Grundstein für die heutige Erfolgsstory von Weiss-Röhlig China – über 200 Mitarbeiter an 16 Standorten erwirtschaften im Netzwerk einen Umsatz von ca. 100 Mio. EUR. GW war auch bei den ersten dabei, die Anfang der 90er Jahre China Transporte, nicht wie bis dahin über Hongkong, sondern via Shanghai abwickelten.

Als im Herbst 89 der eiserne Vorhang fiel, erkannte das Unternehmerehepaar sofort, dass hier ein neuer, riesengroßer Wachstumsmarkt für Transport- und Logistikdienstleistungen entstehen werden wird und handelte entsprechend. Ein erstes Jointventure in Ungarn wurde noch im gleichen Jahr ins Leben gerufen. Eine Gesellschaft in der damaligen Tschechoslowakei folgte ein paar Monate später. Und Schritt für Schritt folgten rasch Gesellschaftsgründungen in weiteren Ländern des ehemaligen Ostblocks. „Von Basel bis zum Schwarzen Meer“ – das ist heute der große, interkulturelle Heimat-Markt für Gebrüder Weiss.

Heidi und Paul Senger-Weiss setzten vor allem auf organisches Wachstum der Firma. Die kulturelle Einheit im Konzern konnte so – trotz rascher Expansion – gut gewahrt bleiben. Akquisitionen fanden nur in kleinerem Umfang statt. Die Wahrung der Selbständigkeit ist ein ganz wichtiges, zentrales Ziel der Firmenpolitik. Durch hohe Wirtschaftlichkeit und Eigenfinanzierung wird sie sichergestellt.

Die Zukunft
In einer Firma mit über einem halben Jahrtausend Geschichte wird auch die Zukunft in etwas größeren Dimensionen gesehen. Der Focus auf den nachhaltigen Erfolg, wertorientiertes Management und eine starke Firmenkultur sollen dafür sorgen, dass auch zukünftige Generationen der Familie Senger-Weiss Bilanz über ihr Lebenswerk ziehen können.

Heidi und Paul Senger-Weiss haben durch neue Strukturen – von der Einführung des 4er Vorstandes (2 Familienmitglieder; 2 Nichtfamilienmitglieder) über die Gründung der Holding AG – und durch den erfolgreichen Generationswechsel Ende 2004 die Weichen für die weitere Entwicklung des GW-Konzerns gestellt. Der neue Vorstand konnte 2005 ein exzellentes Geschäftsergebnis – das Beste der bisherigen Firmengeschichte – einfahren. Das Vertrauen an die nächste Generation ist voll und ganz gegeben.

Die Geografie bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Im Kerngebiet in Mittel- und Osteuropa gilt es, das Netzwerk weiter zu verdichten. Die „seamless organisation“ – gleiche Qualitätsstandards an allen Standorten – wird realisiert. Weitere Expansionsschritte nach Osten sind geplant. Bis hin zur Wiederauferstehung der Seidenstrasse – der Landverbindung zwischen Europa und China – sind dem weiteren Wachstum keine Grenzen gesetzt. In China selbst, in Indien und weiteren asiatischen Staaten wird das Geschäft ausgebaut werden. Selbes gilt auch für Nordamerika.

Die größte Herausforderung der Zukunft wird das Thema „Human Ressources“ sein. Es geht darum, die besten MitarbeiterInnen für den GW-Konzern zu finden bzw. auszubilden. Es gilt, eine Firma zu sein, in der sich Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen wohl fühlen und gerne mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenarbeiten. Eine interkulturelle Familie im Dienste international agierender Kunden.

20.10.2006 Originaltext Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H.
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Entrepreneur Of The Year Award-Verleihung 2006

Im Rahmen unseres Galaabends am 20. Oktober 2006 wurden die besten Entrepreneure aus Österreich geehrt und aus den Finalisten die drei Preisträger in den Kategorien Dienstleistung/Handel, Industrie/Hightech und Start-up gekürt. Mehr dazu...

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