EY Capital Confidence Barometer 2018

Weltweite Risiken und wenige bezahlbare Investitionsziele bremsen M&A-Markt

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  • Digitalisierung treibt Unternehmen: Knapp jedes dritte sieht disruptive Kräfte als größtes wirtschaftliches Risiko
  • Übernahmeappetit geht zurück
  • Trend zu weniger, aber dafür teureren Deals
  • Brexit: Mehrheit erwartet negative Auswirkungen auf Investitionen und Akquisitionen

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EY Capital Confidence Barometer 2018  
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Die internationalen Unternehmen stehen vor einem Spagat: Der Druck zur Veränderung durch neue Technologien nimmt zu, doch wegen politischer Unsicherheit und zu wenigen geeigneten Kandidaten bleiben die Übernahmepläne bei vielen Unternehmen vorerst in der Schublade. So bereiten die digitale Transformation und die verwischenden Branchengrenzen den Entscheidern inzwischen am meisten Kopfzerbrechen: 31 Prozent der Unternehmen weltweit bezeichnen diese und andere disruptive Kräfte mittlerweile als die größten wirtschaftlichen Risiken für ihr Unternehmen in den nächsten Monaten.

Allerdings planen deutlich weniger Unternehmen Zukäufe in den kommenden zwölf Monaten – obwohl Akquisitionen eigentlich ein probates Mittel sind, um sich schnell nicht vorhandenes Know-how ins Haus zu holen. Nur 46 Prozent der Unternehmen weltweit planen Zukäufe – der niedrigste Wert seit vier Jahren.

Offenbar schrecken die Unternehmen regulatorische und politische Unsicherheiten wie der Brexit oder auch protektionistische Bestrebungen in vielen Ländern von weiteren Zukäufen ab: 46 Prozent nennen dies als größtes Risiko für den Abschluss von Deals. Hinzu kommt aber auch, dass der Markt nicht mehr viele attraktive Übernahmekandidaten bietet. 23 Prozent der Unternehmen haben nach eigenen Angaben inzwischen Schwierigkeiten, qualitativ hochwertige Deal-Möglichkeiten zu finden.

Das sind Ergebnisse des aktuellen „Capital Confidence Barometer“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Basis der Studie ist eine Umfrage unter 2.500 Managern in Großunternehmen weltweit.

Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY Österreich, beobachtet ein verändertes Akquisitionsverhalten bei den Unternehmen: „Die Unternehmen – und damit auch der M&A-Markt – werden derzeit von digitalen Transformationen getrieben. Allerdings sehen wir jetzt auch, dass neue Unsicherheiten wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Zinserhöhungen oder Sorgen vor einer neuen Bankenkrise in Südeuropa die Investoren vorsichtiger werden lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der qualitativ hochwertigen Übernahmekandidaten begrenzt ist.“

Große Mehrheit erwartet eine bessere Entwicklung der Wirtschaft
Grundsätzlich ist die Stimmung unter den Unternehmenslenkern gut. 85 Prozent der weltweiten Entscheider erwarten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten besser entwickelt.

Auch wenn sie sich mit eigenen Übernahmeplänen zurückhalten, erwarten dennoch viele Unternehmen eine höhere M&A-Aktivität in den kommenden zwölf Monaten: 90 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Markt sich stärker entwickeln wird.

„Der Optimismus ist erfreulich“, meint Berchtold, gibt aber zu bedenken: „Viele spannende Kandidaten sind schon vom Markt. Diejenigen, die noch verfügbar sind, sind deutlich teurer geworden, zumal auch zahlreiche Finanzinvestoren versuchen, ihr Geld in zukunftsträchtige Unternehmen zu investieren.“

Im kommenden Jahr könnte der Brexit zudem noch eine bremsende Wirkung entfalten. Über die Hälfte der Unternehmen weltweit erwartet negative Auswirkungen auf Investitionen und Akquisitionen, wenn Großbritannien im März die EU verlässt. Selbst auf die Investitionen außerhalb Großbritanniens wird sich der Schritt nach Meinung der Mehrheit negativ auswirken.