Energiebranche: Sektorkonvergenz ist Trumpf

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  • Elektrizitäts- und Energieversorger sind inzwischen in der Digitalisierung angekommen
  • Eine Vernetzung mit anderen Sektoren, etwa der Wohnungswirtschaft, bietet Potenzial für weiteres Wachstum
  • Vor der möglichen Stromliberalisierung im Kleinkunden-Bereich schärfen Schweizer Anbieter ihre Absatz- und Marketingstrategien
  • Der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs als Problem für hiesige Anbieter

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Stadtwerkestudie 2019
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ZÜRICH, 24. JUNI 2019 – Insgesamt herrscht in der Energiewirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine gute Stimmung. Denn sie hat sich zu einer Wachstumsbranche gemausert, was sich in zahlreichen neuen Geschäftsmodellen wiederspiegelt. Dazu trägt insbesondere die zunehmende Verzahnung mit anderen Industrien – wie etwa der Wohnungswirtschaft, dem IT-Sektor oder der Telekommunikationsbranche – bei, die von den Elektrizitäts- und Energieversorgern als grosse Chance eingestuft wird. Dies zeigt die aktuelle «Stadtwerkstudie 2019» der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die auf einer Befragung von insgesamt 172 Geschäftsführern von Energieversorgen in der DACH-Region basiert; 52 der befragten Firmen stammen aus der Schweiz.

«Stadtwerken und Energieversorgungs-Unternehmen bietet sich die attraktive Möglichkeit, die Kombination der Angebote verschiedenster Unternehmen zu einem einzigen Produkt mit Mehrwert für die Konsumentinnen und Konsumenten zu orchestrieren. Aufgrund ihrer Erfahrung mit komplexen Infrastrukturen und regulatorischen Fragestellungen haben Energieversorger beste Voraussetzungen, die Rolle eines Plattformbetreibers für solche Produkte einzunehmen», sagt Benjamin Teufel, Sector Leader Energy, Mining & Metals für die Schweiz bei EY.

Bereits jetzt übernehmen die Vertreter der Energiewirtschaft beispielsweise die Nebenkostenabrechnungen für Mietwohnungen, den Verkauf von Smart-Home-Produkten oder die Bereitstellung von Telekommunikations-Dienstleistungen. Zum Vergleich: Aktuell ist diese sogenannte «Sektorkonvergenz» vor allem im Bereich der Elektromobilität zu sehen, wo mit der Automobilindustrie, der Energiewirtschaft, der Industrie, Wohnungsgesellschaften und Telekommunikationsunternehmen mehrere unterschiedliche Branchen respektive Sektoren zusammen kooperieren, um beispielsweise flächendeckend Elektrolade-Infrastrukturen aufzubauen.

Strom für Elektro-Fahrzeuge als Wachstumstreiber
«Ein Grossteil der Schweizer Energieversorger sieht ihre Rolle in der Energielieferung und der entsprechenden Verbrauchsmessung. Die Entwicklung und der Aufbau neuer Geschäftsmodelle spielen in der Schweiz und auch in Österreich im Vergleich zu Deutschland eine (vorerst noch) geringere Rolle», sagt Teufel. Dies liege vor allem an der noch nicht vollzogenen Liberalisierung des Schweizer Energiemarktes im Kleinkunden-Geschäft: «Dadurch ist einerseits die Notwendigkeit für die Energiebranche, sich nach neuen Geschäftsmöglichkeiten umzusehen, noch vergleichsweise gering. Andererseits bestehen bisher deutlich weniger interessante Möglichkeiten für andere Branchen und Sektoren, sich im Energiegeschäft zu engagieren.» Im Bereich der Elektromobilität gebe es allerdings Wachstumschancen – beim Betrieb einer öffentlichen Ladeinfrastruktur, beim Verkauf von Ladestrom und bei der Abrechnung von Elektro-Ladestrom.

Kunden werden wieder wichtiger
Die aktuelle Diskussion rund um das Schweizer Stromversorgungsgesetz lässt eine Wettbewerbseinführung im Kleinkundenbereich (wohl ab 2023 oder 2024) allerdings wieder etwas wahrscheinlicher werden. Um dafür vorbereitet zu sein, haben die Schweizer Elektrizitäts- und Energieversorger 2018 ihre Absatz- und Marketingstrategien geschärft und auch das Thema «Kundenbetreuung» stark gewichtet.

Eine weitere grosse Herausforderung für die Schweizer Energieanbieter besteht darin, qualifizierten Nachwuchs gewinnen zu können. «Um die Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung zu erschliessen, ist zukünftig eine intensivere Zusammenarbeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Partnerunternehmen notwendig. Entsprechend benötigen die Schweizer Elektrizitäts- und Energieversorger gutes Personal, welches sektorkonvergent denkt und interdisziplinär arbeiten kann», so Teufel.


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