Schweizer Unternehmen so optimistisch wie lange nicht mehr

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  • 92 Prozent der mittelständischen Unternehmen in der Schweiz bewerten das Geschäftsklima positiv – das sind so viele wie zuletzt 2014
  • Jeder fünfte Betrieb will in den kommenden Monaten verstärkt investieren
  • Jedes sechste Unternehmen will neue Jobs schaffen
  • Die Top-Drei-Risiken sind Fachkräftemangel, der starke Schweizer Franken und Cyber-Security

ZÜRICH, 21. FEBRUAR 2018 – Bereits das zweite Jahr in Folge sind die Schweizer Unternehmen positiver gestimmt und bewerten ihre heutige Geschäftslage zu 92 Prozent positiv. Auch die Prognosen zur Umsatzentwicklung bleiben, gemäss dem Unternehmensbarometer des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY, unterm Strich zuversichtlich. Besonders optimistisch ist dabei die Life-Sciences-Branche. Schwieriger ist die Situation für das Baugewerbe und im Energiebereich. Gleichzeitig klagen KMU branchenübergreifend über den stetig wachsenden regulatorischen Aufwand. «Trotz Zeiten der Automatisierung und Digitalisierung dürfte Bürokratieabbau auch künftig eine der wichtigsten Forderungen von KMU sein», hält Heinrich Christen, Managing Partner Regions bei EY in der Schweiz, fest.

44 Prozent der insgesamt 700 befragten Unternehmen blicken optimistisch auf die künftige Wirtschaftslage in der Schweiz, das sind deutlich mehr als noch im Vorjahr (27 Prozent). Passend zur positiven Stimmung bleibt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen hoch. Wie im Vorjahr planen 28 Prozent der befragten Unternehmen, am Standort Schweiz zu investieren. «Der Wunsch, verstärkt einzustellen, dürfte in den kommenden Monaten bei den Betrieben noch stärker werden. Ein Viertel der Unternehmen will aktuell zusätzliche Mitarbeitende einstellen, höher war die Bereitschaft zuletzt vor sechs Jahren», so Christen.

Fachkräftemangel, starker Schweizer Franken und Cyber-Risiken trüben Optimismus
Als grösste Herausforderung für das eigene Unternehmen sehen die Unternehmen derzeit den Fachkräftemangel. 62 Prozent der Unternehmen in der Schweiz berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeitender, jedem sechsten Betrieb fällt diese nach eigenen Angaben sogar «sehr schwer». Damit hat sich die Situation aus Sicht der Unternehmen erneut verschärft. «Hoch qualifizierte Mitarbeitende sind in der Schweiz Mangelware, was gerade mittelständischen Unternehmen zu schaffen macht», so Christen. «Firmen suchen daher im Ausland nach geeigneten Mitarbeitenden, was sich besonders für KMU oft schwieriger als beispielsweise für Grossunternehmen gestaltet.» Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind Unternehmen im Bau- und Energiesektor, was zu den wenig optimistischen Konjunkturerwartungen der Branche passt. 68 Prozent gaben an, eher oder sehr schwer neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeitende zu finden.

Die meisten unbesetzten Positionen finden sich – über alle Branchen gesehen – in technischen Bereichen. Gut zwei von fünf Betrieben haben aufgrund des Fachkräftemangels Vakanzen in der Produktion. «Der Fachkräftemangel spitzt sich nun seit einigen Jahren zu. Softwarespezialisten, welche gleichzeitig technisches Wissen mitbringen, werden künftig besonders gefragt sein», so Christen weiter.

Ebenfalls weiterhin als Herausforderung wird der starke Schweizer Franken bewertet. Mit 43 Prozent gaben zwar weniger der befragten Unternehmen als noch im Vorjahr (51 Prozent) die Währungsstärke als primäres Risiko an, allerdings bleibt das Unbehagen bestehen, obwohl die Konjunkturaussichten positiv sind. Deutlich mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr (41 Prozent) erwarten ausserdem Schwierigkeiten bei der Sicherung der IT-Infrastruktur - Cyber-Security wird also immer wichtiger.

Jedes zweite Unternehmen rechnet 2018 mit Umsatzwachstum
46 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer erwarten für 2018 höhere Umsätze als im vergangenen Jahr, nur sechs Prozent gehen von Umsatzeinbussen aus. Im Durchschnitt rechnen die Schweizer KMU mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent – das ist der beste Wert seit 2013. Mit 2 Prozent erwartet die Life-Sciences-Branche den grössten Zuwachs. «Die Schweiz bleibt eine attraktive Adresse für Life-Sciences-Unternehmen, was besonders an der etablierten Infrastruktur in Basel, Zürich/Zug und am Genfersee liegt. Das zeigt nicht zuletzt das sehr hohe Vertrauen in eigene Stabilität von 100 Prozent. Auch die Besteuerung des geistigen Eigentums bleibt für viele KMU im Pharma- und Biotech-Bereich ein Argument für die Schweiz», so EY-Life-Sciences-Partner Jürg Zürcher.

Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Schweiz (36 Prozent) richtet seinen Fokus in den kommenden Monaten vor allem auf Wachstum – das sind mehr als in jeder Befragung seit 2014. Mit 58 Prozent bestimmen stabilitätsorientierte Strategien zwar weiterhin die Unternehmensagenda, nehmen aber im Vergleich zu den Vorjahren erneut ab (2016: 65 Prozent und 2017: 59 Prozent). «Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage lassen darauf schliessen, dass viele Unternehmen im Zuge ihrer angepassten Unternehmensstrategie wieder mutiger am Markt auftreten wollen», kommentiert Christen.

 

Informationen zur Studie
Das EY-Unternehmensbarometer basiert auf der Befragung von 700 Unternehmen in der Schweiz. Befragt wurden nicht börsennotierte Unternehmen mit 30 bis 2‘000 Mitarbeitenden und folgender Umsatzverteilung: < 30 Mio. CHF: 65 Prozent; 30–100 Mio. CHF: 20 Prozent; > 100 Mio. CHF: 15 Prozent. Wobei etwa die Hälfte (52 Prozent) Familienunternehmen waren. Die telefonische Befragung erscheint seit 2008 jährlich, von 2009 bis 2014 halbjährlich und wurde durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut im Dezember 2017 durchgeführt.

 


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