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Philipp Adrian Pausder

„Ich bin ein Öko-Kapitalist“

Das Berliner Start-up Thermondo will mit einem besonderen Algorithmus den Heizungsmarkt aufrollen und die Erderwärmung stoppen. Gründer Philipp Adrian Pausder über Klimaschutz, selbst verordnete Gehaltssperren und die entscheidende Schlagzeile, die dem Unternehmen zum Durchbruch verholfen hat.

Eigentlich gibt es doch genügend Heizungsbauer in Deutschland und auch in Berlin. Warum dann noch Thermondo?

Philipp Adrian Pausder: Ich glaube nicht, dass es genügend Heizungsbauer in Deutschland gibt – zumindest nicht genügend von denen, die aus meiner Sicht die Erderwärmung stoppen. Und genau mit diesem Anspruch sind wir angetreten: Wir wollen über maßgeschneiderte Heizungen den Wärmeverbrauch der privaten Haushalte signifikant senken und damit etwas für den Klimaschutz tun.

Soweit ich weiß, sind wir die ersten, die mit einer präzisen Planungsliste jedem Haus- und Wohnungsbesitzer sagen können, wie er mit seiner Heizung Energie und Geld einsparen kann. Damit wollen wir die Branche disruptieren.

Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gekommen?

Pausder: Mein Co-Gründer Florian Tetzlaff und ich haben große Mobilfunkanbieter beim Management ihrer Netzwerke sowohl investitions- als auch energietechnisch beraten. Wir waren also auf Energiefragen spezialisiert.

Als 2011 das große Reaktorunglück in Fukushima passierte und Angela Merkel den Ausstieg aus der Atompolitik verkündete, war das eigentlich die intellektuelle Geburtsstunde von Thermondo. Denn um die bereits vereinbarten CO2-Reduktionsziele einzuhalten, mussten langfristig auch die großen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden – mit der Folge, dass der Energiemarkt der Zukunft kleinteilig und dezentral sein würde. Der Wärmemarkt war das schon. Also haben wir hier angesetzt.

Was ist das Besondere an Thermondo?

Pausder: Das ist zum einen unser Angebotsalgorithmus, den wir auf den Namen „Manfred“ getauft haben. Anhand der Daten, die wir von den Wohnungs- und Hausbesitzern erhalten, können wir den Energieverbrauch und das Einsparpotenzial, die Dimensionierung der neuen Heizung sowie die Gesamtkosten für den Heizungswechsel kalkulieren.

Zum anderen zeichnet uns aus, dass wir unseren Kunden alle Arbeit abnehmen: von der Beratung – auch zu staatlichen Fördermitteln – über die Entsorgung der alten und die Installation der neuen Heizung bis hin zur jährlichen Wartung. Wir bieten alles aus einer Hand.

Die Idee ist das eine, die Finanzierung das andere. Wie sind Sie an das notwendige Kapital gekommen?

Pausder: Die ersten 18 Monate haben wir von unserem Gesparten gelebt. Wir hatten uns eine Gehaltssperre verpasst. Aber dann hatten wir riesig Glück. Im März 2013 haben wir auf der CeBIT in Hannover unsere Geschäftsidee vorgestellt. Der damalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler war an unserem Stand und sehr beeindruckt – und am nächsten Tag waren wir zusammen mit zwei weiteren Unternehmen auf Seite eins der Bild-Zeitung: „Drei Start-ups, die die Welt verändern wollen“.

Am gleichen Tag hatten wir Tausende von Nutzern auf unserer Website, und viele von ihnen waren an unserer Idee interessiert. Diesen Schwung haben wir für unsere erste Finanzierungsrunde im Sommer 2013 genutzt. Inzwischen haben wir vier weitere Finanzierungsrunden gemacht.

Was war nach der Gründung die größte Hürde, die Sie nehmen mussten?

Pausder: Jedes Unternehmen durchläuft mindestens drei Stadien: die frühe Phase, die Wachstums- und die Reifephase. In jedem Stadium braucht es neue, mindestens jedoch weitere Spielregeln und auch eine andere Art der Führung. Das ist auch eine Herausforderung für mich, da ich mich stets weiterentwickeln muss.

Wenn das Unternehmen noch ganz klein ist, funktioniert alles auf Zuruf. Es gibt die emotionale Nähe, die alle beflügelt und anspornt. Wenn das Unternehmen größer wird, funktioniert das aber nicht mehr. Dann muss ich Systeme (er)finden, die trotzdem eine schnelle Kommunikation, emotionale Nähe und die notwendige Portion Motivation sicherstellen.

Am besten ist es, so lange wie möglich wie ein Start-up zu arbeiten und trotzdem professionell zu werden.

Fühlen Sie sich mehr als Unternehmer oder mehr als Umweltengel?

Pauser: Als ich 2006 David Guggenheims Film „Eine unbequeme Wahrheit“ mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore gesehen hatte, wurde mir schlagartig klar, dass ich die Welt nur über den Markt verändern kann.

Ich sehe mich primär als Unternehmer, aber mit einer Leidenschaft für eine bessere Welt. Das ist mein „Purpose“. Man könnte sagen, dass ich ein Öko-Kapitalist bin.

Sie haben gerade beim EY Entrepreneur Of The Year in Berlin den Award für das beste Start-up Deutschlands erhalten. Welche Bedeutung hat das für Sie gehabt – und natürlich für Thermondo?

Pausder: Dieser Award hat uns ganz besonders gefreut. Wenn die eigene Anstrengung mit einem solchen ersten Preis belohnt wird, ist das einfach großartig. Ebenso großartig fand ich auch den Abend der Preisverleihung. Ich rechne es EY hoch an, dass es den Unternehmen eine solche Plattform gibt, auf der sie geehrt werden.

Von den Geschichten, die ich an diesem Abend gehört habe, war ich sehr beeindruckt. Solche Success Stories müssten viel häufiger erzählt werden.

Philipp Adrian Pausder ist Geschäftsführer der Berliner Thermondo GmbH, die er 2012 zusammen mit Florian Tetzlaff und Kristofer Fichtner gründete. Ziel des Start-ups ist es, Häuser mit umweltfreundlichen Heiztechnologien zu erwärmen und gleichzeitig die Energiewende mit praktikablen Lösungen voranzutreiben.

Philipp Adrian Pausder und die Thermondo GmbH gehören zu den Gewinnern des „EY Entrepreneur Of The Year 2017“ und sind in der Kategorie „Start-up“ mit einem Award ausgezeichnet worden.

Heute ist Thermondo nach eigenen Angaben der führende deutsche Heizungsinstallateur, der bereits 9.000 Häuser mit Brennwert-, Solarthermie- und Brennstoffzellenheizungen ausgestattet hat.

Thermondo verbindet digitale Start-up-Kultur mit klassischer Handwerkskunst. Von den 325 Mitarbeitern sind rund die Hälfte Handwerker. Zum Gesamtpaket gehört auch die Beratung rund um staatliche Förderung, eine effiziente Abwicklung dank digitaler Technologien und dazu Angebote wie das Leasing für Heizungen.

 

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