Bundesbürger sind mit eigener Finanzlage zufrieden – erwarten aber keine großen Sprünge 2017

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  • Hälfte der Verbraucher mit Finanzlage zufrieden – nur sieben Prozent unzufrieden
  • 93 Prozent halten ihren Arbeitsplatz für sicher – Rekordwert
  • Nicht mal mehr jeder Fünfte glaubt an Verbesserung der Lage 2017
  • Sorge vor Kriegen im Ausland steigt sprunghaft an
  • Gespart wird bei großen Einzelanschaffungen und Unterhaltungselektronik

Stuttgart, 03 Januar 2017. Die gute Konjunktur und die positive Situation auf dem Arbeitsmarkt wirken sich positiv auf die Stimmung der Bundesbürger aus. Ihre Zufriedenheit mit der eigenen Finanzlage bleibt ungebrochen hoch: So beurteilt die Hälfte der befragten Verbraucher die eigene finanzielle Situation positiv – das sind etwa genauso viele wie im Vorjahr (51 Prozent). Mit sieben Prozent sehen sogar etwas weniger ihre Finanzlage negativ als im Vorjahr (8 Prozent).

Noch nie seit Beginn der Befragungen im Jahr 2008 waren sich die Deutschen zudem ihres Arbeitsplatzes so sicher wie derzeit: 67 Prozent halten ihren Arbeitsplatz für sehr sicher und 26 Prozent für sicher. Insgesamt machen sich damit 93 Prozent keine Sorgen um ihren Job – der höchste Wert seit Beginn der Befragungen.

Angesichts der guten Beschäftigungssituation sollen die Haushaltseinkommen 2017 leicht steigen. Fast jeder Fünfte erwartet ein steigendes Einkommen, drei von vier Befragten gehen davon aus, dass es gleich bleibt. Im Schnitt erwarten die Verbraucher ein Einkommensplus von etwa 1,1 Prozent – im vergangenen Jahr rechneten die Bundesbürger noch mit einem Anstieg um 1,3 Prozent.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 1.500 Verbrauchern in Deutschland.

„Der deutschen Wirtschaft geht es gut, die Konsumbereitschaft ist auch aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen hoch, und die Beschäftigung steigt“, sagt Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products bei EY. „Daher sind sich die deutschen Verbraucher ihres Arbeitsplatzes so sicher wie noch nie und schauen insgesamt optimistisch in die Zukunft.“

Nur wenige glauben an weitere Verbesserung 2017

Allerdings trübt eine gewisse Skepsis das insgesamt positive Bild: Nicht mal mehr jeder Fünfte (18 Prozent) glaubt, dass sich seine Situation 2017 noch verbessern wird – das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Befragungen. Im vergangenen Jahr rechnete noch jeder Vierte (26 Prozent) mit einer Verbesserung.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Wirtschaftslage in Deutschland bleiben die Verbraucher ebenfalls eher skeptisch. So glauben nur noch 13 Prozent, dass sie sich im kommenden Jahr verbessern wird, nach 14 Prozent im Vorjahr. Allerdings glauben mit 28 Prozent auch etwas weniger als im Vorjahr (32 Prozent), dass sie sich verschlechtern wird.

Auch in der Rückschau trübt sich die Stimmung etwas: Nur noch 40 Prozent finden, dass sich ihr Lebensstandard in den vergangenen zehn Jahren verbessert hat. Damit sinkt der Wert im zweiten Jahr in Folge. Immerhin bleibt der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung ihres Lebensstandards beklagen, mit 18 Prozent auf dem gleichen niedrigen Stand des Vorjahres.

Sorgen vor Kriegen im Ausland nehmen sprungartig zu

Bedrohungen sehen die deutschen Verbraucher vor allem von außen: Am meisten Sorgen in Bezug auf ihre persönliche finanzielle Situation machen sie sich aufgrund von Kriegen beziehungsweise Bürgerkriegen im Ausland – 49 Prozent und damit 33 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr machen sich deshalb große Sorgen. Der Flüchtlingszustrom in Europa steht zwar auf Platz zwei mit 44 Prozent, die sich große Sorgen machen. Allerdings scheint dieses Thema für viele an Relevanz verloren zu haben – 2015 machten sich noch 60 Prozent große Sorgen.

„Viele Bürger haben offenbar den Eindruck, dass die Situation in Deutschland sich nicht mehr deutlich verbessern kann und schauen mit Besorgnis auf die Konflikte und Entwicklungen, die in der Welt passieren“, kommentiert Harms. „Weltweit zunehmender Nationalismus und Protektionismus, Krisen innerhalb der Europäischen Untion, geopolitische Krisen: Sollten sich diese Entwicklungen weiter verschärfen, könnte sich das auch auf die Zuversicht und Konsumbereitschaft der deutschen Verbraucher auswirken.“

Gespart wird bei großen Einzelanschaffungen und Unterhaltungselektronik

Für zahlreiche Verbraucher ist 2017 tatsächlich Sparen angesagt. So will jeder Dritte weniger für größere Einzelanschaffungen wie Auto oder Küche ausgeben als im Vorjahr. Ebenfalls knapp jeder Dritte (31 Prozent) will an Unterhaltungselektronik (Smartphone, Tablet, etc.) sparen. Die einzigen Ausgabenposten, die 2017 nach oben gehen sollen, sind Urlaub und Lebensmittel – dafür wollen 20 beziehungsweise 16 Prozent im neuen Jahr mehr ausgeben.

Junge optimistisch – Ältere blicken pessimistischer in die Zukunft

Während sich vor allem die jungen Verbraucher optimistisch zeigen, nehmen bei den älteren die Sorgen zu. So sagt jeder vierte Befragte über 65 Jahren von sich, dass er pessimistisch in die Zukunft blickt – bei den Befragten bis 35 Jahre sagt das gerade einmal jeder 14. Auch die eigene finanzielle Situation bewerten 61 Prozent der unter 35-Jährigen positiv – nur 44 Prozent der über 65-Jährigen sehen ihre Situation ebenfalls positiv. Und 2017 erwarten elf Prozent der Älteren eine Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation – mehr als der Anteil der Optimisten mit acht Prozent. Bei den Jüngeren überwiegen eindeutig die Optimisten mit einem Anteil von 44 Prozent.