EY Real Estate „Asset-Management-Studie“ 2017

Nachfrage nach Asset-Management-Leistungen ungebrochen

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  • Aufgabenbereiche werden ausgeweitet
  • Weitere Konsolidierung der Branche steht bevor
  • Digitalisierung schreitet voran, aber: Strategie- und Führungsdefizite sowie mangelnde Vernetzung

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EY Real Estate Asset-Management-Studie 2017

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Frankfurt/Eschborn, 10. Mai 2017. Dass Asset Management weiter an Bedeutung gewinnen wird, um auch in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld alternative Wertschöpfungspotenziale im Bestand zu heben, darin sind sich alle Befragten einig. Nahezu alle Umfrageteilnehmer sind zudem überzeugt, dass die Digitalisierung signifikanten Einfluss auf ihr Geschäftsmodell hat. Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Studie der Ernst & Young Real Estate GmbH (EY Real Estate).

Insgesamt 35 Unternehmen gaben im Rahmen der Studie ihre Einschätzung zum Asset-Management-Markt ab, die meisten davon haben mehr als eine Milliarde Euro Assets under Management – alle Befragten zusammen knapp unter 95 Milliarden Euro. Sie verwalten mehrheitlich Büro- und Handelsimmobilien, gefolgt von Industrie- und Hotelobjekten.

Leistungsausweitung bedingt weitere Branchenkonsolidierung
„Während immer mehr Asset Manager ihr Leistungsspektrum auf das Investment Management ausrichten, gab auch deutlich über die Hälfte der befragten Unternehmen an, Property und Facility Management inhouse darstellen zu wollen“, sagt Dietmar Fischer, für die Studie verantwortlicher Partner bei EY Real Estate.

„Diese Ausweitung des Leistungsspektrums quasi in beide Richtungen wird nicht allein durch organisches Wachstum realisierbar sein – zumal rund 65 Prozent der Befragten in der Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern eine große Heraus-forderung sehen. Folgerichtig rechnen rund 80 Prozent der von uns befragten Asset Manager mit einer fortschreitenden Konsolidierung ihrer Branche durch weiter zunehmende Fusionen und Akquisitionen.“

Der Großteil der befragten Unternehmen erbringt ohnehin die Basisleistungen eines Asset Managers wie die Auswahl und Steuerung von Dienstleistern oder die kaufmännischen Aufgaben wie Controlling, Budgetierung und Reporting in Eigenleistung; mittlerweile werden aber auch immer mehr Ergänzungsleistungen ebenfalls in Eigenregie erbracht. Das gilt vor allem für strategienahe Aufgaben einschließlich des An- und Verkaufs. Aber auch die Finanzierung, das Risiko-management, die Compliance und das Rechnungswesen erbringen die meisten Asset Manager selbst. „In diesen Bereichen vermuten Asset Manager auch das größte Marktpotenzial, direkt gefolgt von Refurbishment und Projektentwick¬lungen sowie dem Baumanagement“, erklärt Fischer.

Digitalisierungsdilemma
Nahezu jeder befragte Asset Manager ist überzeugt, dass die Digitalisierung signifikanten Einfluss auf sein Geschäftsmodell haben wird. Mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten bereits an der Digitalisierung ausgewählter Bereiche. „Gleichzeitig bemängeln die meisten Befragten die unklaren Ver-antwortlichkeiten und einen mangelnden Fokus des Top-Managements als entscheidende Hürden“, sagt Fischer. „Die Branche steckt noch in einem weiteren Dilemma: Der Digitalisierung werden zwar ausreichend finanzielle Ressourcen gewidmet und auch über den Nutzen und das weitreichende Potenzial sind sich alle einig; allerdings hapert es noch an der Umsetzung, insbesondere an einer übergreifenden digitalen Strategie, die nur jedes fünfte befragte Unternehmen verfolgt.“

Während kein befragter Asset Manager in den kommenden drei Jahren eine Budgetkürzung für Digitalisierungsmaßnahmen beabsichtigt, planen rund 70 Prozent der Unternehmen, ihr Digitalisierungsbudget für die kommenden drei Jahre zu erhöhen. Mehrheitlich verfolgen die Asset Manager mit der Digitalisierung das Ziel, ihre Produkte und Services zu verbessern.

In den vergangenen Jahren hat ein Gro߬teil der Befragten dafür in die Datenverwaltung und das Reporting sowie in das Objektmanagement investiert. Mit der Prozessdokumentation, aber auch mit Transaktionen und Personal-management, sind zudem Bereiche hinzugekommen, deren Prozesse zukünftig noch stärker digital optimiert werden sollen.

„Die mit Abstand höchste Dringlichkeit und gleichzeitig größte Auswirkung auf ihr Geschäftsmodell sehen die Asset Manager bei der Mieter- und Objektdaten-verwaltung, gefolgt von der noch relativ neu wahrgenommenen digitalen Prozessdokumentation“, ergänzt Fischer.

Noch in den Kinderschuhen steckt die Vernetzung der Asset-Management-Branche etwa mit Start-ups oder Forschungseinrichtungen aus dem digitalen Bereich. Lediglich jeweils knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen sind bereits solche Kooperationen eingegangen oder planen dies. Ähnliches gilt für den PropTech-Sektor. 40 Prozent der Studienteilnehmer möchten sich nicht an PropTechs beteiligen, sondern lediglich deren Leistungen einkaufen. Ebenfalls 40 Prozent sondieren zunächst den Markt, ohne aktiv zu werden, und lediglich sechs Prozent denken darüber nach, eigene PropTech-Geschäftsmodelle zu entwickeln.