EY Real Estate „Trendbarometer Assekuranz“ 2017

Versicherungen: Einzelhandel und Sicherheit wieder top

  • Share
  • Immobilien-Rekordquote von 10,7 Prozent erwartet
  • Deutschland als Standort noch attraktiver
  • Nordamerika und Asien holen auf
  • Einzelhandel, Büro, Wohnen und Logistik sind beliebteste Nutzungsarten
  • Digitalisierung verändert Investitionsprozesse

Download:
Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz 2017

(PDF – 343 KB, 26 Seiten)

Frankfurt/Eschborn, 20. Juni 2017 – Um ihre Garantiezinsversprechen einzuhalten, wollen deutsche Versicherungen in diesem Jahr weiterhin deutlich in Immobilien investieren. Die geplanten Käufe könnten damit bis Ende 2017 eine Rekordquote von 10,7 Prozent an der Kapitalanlage der Assekuranz erreichen. Dies zeigt das jährliche Trendbarometer Assekuranz von EY Real Estate, für das 35 Unternehmen der Versicherungswirtschaft Auskunft über ihre Pläne gaben. „Trotz steigender Preise zählen Immobilieninvestments weiter zu den Anlageklassen, die in der Assekuranz am stärksten ausgebaut werden“, sagt Dietmar Fischer. Er ist Partner bei EY Real Estate und hat die Studie verantwortet. Fast alle Befragten (96 Prozent) setzen auf Immobilien innerhalb Deutschlands – eine Steigerung um 8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Nordamerika (38 Prozent) und Asien (27 Prozent) haben in ähnlichem Umfang an Attraktivität gewonnen, bleiben aber in ihrer Bedeutung hinter Deutschland sowie den europäischen Kernregionen auf Rang drei und vier. „Fast überall stehen die etablierten Märkte im Fokus. Es ist eine Rückbesinnung auf mehr Sicherheit“, sagt Fischer.

Core und Core-Plus an der Spitze
Entsprechend würden B- und C-Lagen weniger nachgefragt, außerdem stünden Projektentwicklungen nicht mehr ganz so oft auf dem Einkaufszettel. Dafür sind voll vermietete Core-Immobilien in guten Lagen in der Gunst der Assekuranz gestiegen: 9 von 10 Befragten (88 Prozent) wollen hier investieren. Im Vorjahr waren es nur 63 Prozent. Ebenso beliebt sei das immer noch vergleichsweise sichere Core-Plus-Segment (88 Prozent). Die Überraschung hält sich in Grenzen: „Mehr Risiko, wie wir es zuletzt vielleicht etwas häufiger gesehen haben, war im Portfolio ohnehin immer nur als Ergänzung gedacht“, so Fischer.

Handel stationär und online
Im Vergleich der Nutzungsarten gilt: Die Einzelhandelsimmobilie, die im vergangenen Jahr ihren Spitzenplatz eingebüßt hatte, hat das Bürosegment wieder eingeholt. Beide werden aktuell von jeweils 72 Prozent der Befragten favorisiert. „Im Einzelhandelssegment sehen die Befragten zwar weiterhin einen gewissen Druck durch den E-Commerce“, so Fischer. Aber: „Inzwischen haben sich viele Händler gewandelt und gut auf den Wettbewerb eingestellt.“ Die Wohnimmobilie ist trotz Sorge vor einer noch schärferen Mietpreisbremse mit 68 Prozent kaum weniger attraktiv als das Einzelhandels- und Bürosegment. Auf Rang vier folgen Logistikimmobilien. Sie stehen bei 48 Prozent der Versicherungen auf der Agenda. Im Vorjahr waren es noch 8 Prozentpunkte weniger. „Logistikimmobilien profitieren vom E-Commerce“, so Fischer. Die Assekuranz glaube sowohl an den stationären Handel als auch an den Online-Shop.

Treiber und getrieben: Digitalisierung
Nicht nur der Einzelhandel, auch die übrigen Nutzungsarten verändern sich unter dem Druck des digitalen Fortschritts. Der Anspruch an Zuschnitt, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit der Flächen wird weiter steigen, meinen 84 Prozent der Befragten. Über die Immobilienqualität hinaus gilt: Auch die Investitionsprozesse der Versicherungen wandeln sich infolge neuer digitaler Technologien. Jeder zweite Befragte (52 Prozent) erwartet dies. „Die Unternehmen rechnen mit mehr Effizienz zum Beispiel bei der Diversifikation ihrer Immobilien“, so Fischer. „Stichworte sind hier Big Data und eine bessere Informationsgrundlage.“

Zur Studie
Das aktuelle Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz ist die zehnte Ausgabe der jährlich durchgeführten Studie. An der Befragung teilgenommen haben ca. 35 führende Versicherungsunternehmen aus Deutschland. Die teilnehmenden Unternehmen stellen einen repräsentativen Querschnitt der Assekuranz dar. Jedes befragte Unternehmen hält im Durchschnitt ein Immobilienvermögen von rund 3,6 Milliarden Euro.