Sprachassistenten werden bereits von Mehrheit der Deutschen genutzt – Skepsis bei der Sicherheit

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  • 53 Prozent nutzen Sprachassistenten – aber Potenzial größer: knapp 70 Prozent würden sie gern verwenden
  • Datensicherheit und Privatsphäre sind den Nutzern am wichtigsten – natürliche Interaktion und Kontextverständnis hingegen weniger wichtig
  • Nutzer wollen in erster Linie Informationen abrufen – bei Bankgeschäften sind sie noch zurückhaltend

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Intelligente Sprachassistenten

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Stuttgart, 7. März 2018. Einkaufen, Playlist erstellen, das Licht einschalten, Geld überweisen, Informationen beschaffen – und das alles nur mit der Stimme. Sprachassistenten sind bereits täglicher Begleiter vieler Deutscher, und ihre Bedeutung nimmt immer weiter zu. Bereits mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung (53 Prozent) hat Sprachassistenten bereits genutzt. Immerhin zehn Prozent der Bevölkerung nutzen sie häufig. Und es ist noch viel Potenzial da: Insgesamt können sich 69 Prozent der Befragten vorstellen, Sprachassistenten zu verwenden.

Das gilt allerdings nur, solange die Sicherheit der persönlichen Daten vor illegalem Zugriff sowie die Privatsphäre garantiert werden. 86 Prozent beziehungsweise 83 Prozent nennen diese beiden Aspekte als wichtigste Eigenschaften, die Sie sich von Sprachassistenten wünschen. Weniger Wert legen die Nutzer dagegen auf Funktionen wie eine natürliche Interaktion mit dem Anwender oder Kontextverständnis, die von 50 beziehungsweise 75 Prozent als wichtig erachtet werden.

Befragt danach, in welchen Bereichen Sprachassistenten für sie am nützlichsten sind, antworten die meisten Befragten – 51 Prozent – mit der Abfrage von Informationen wie Nachrichten oder Wetter. Am schwersten hat es aktuell noch der sprachbasierte Zahlungsverkehr, den nur 25 Prozent der Befragten als nützlich erachten.

Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, für die 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

EY-Partner Felix Nickl kommentiert: „Sprachassistenten werden in Zukunft noch stärker unseren Alltag begleiten. Bereits jetzt werden sie von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt. Und sie haben das Potenzial, mehr Anwender von ihrem Nutzen für den Alltag zu überzeugen.“

Zahlreiche potenzielle Nutzer haben hierzulande jedoch noch Vorbehalte, weil sie Angst um ihre Daten oder ihre Privatsphäre haben. „Anbieter müssen daher in Deutschland aktiv mit vertrauensstärkenden Kampagnen werben und Nutzern den Schutz ihrer Daten so einfach wie möglich machen. Ein einfaches Beispiel ist ein Mute-Knopf, über den die Zuhörfunktion ausgeschaltet werden kann, wenn man sie nicht nutzen will. Haben die Nutzer aber erst einmal ihre Daten dem Anbieter der Sprachassistenten anvertraut, ist ihnen wichtig, dass der Datenzugriff durch Dritte geschützt und vor allem die Verwendung von Daten transparent und durch den Nutzer steuerbar ist“, so Nickl.

„Technologie muss noch besser werden“
„Um weitere Nutzer zu überzeugen, muss die Technologie noch besser werden“, sagt Nickl. „Derzeit verstehen die Geräte eher einfache Befehle. Je komplexer die Interaktion mit dem Nutzer wird und je vielfältiger die ausführbaren Aktionen oder das Appangebot werden, desto attraktiver werden Sprachassistenten auch für weitere Käufer.“

Zudem müsse es den Herstellern gelingen, ihre Sprachassistenten auf möglichst vielen Endgeräten – sei es im Auto, auf dem Smartphone oder dem Lautsprecher – zu etablieren, um den Kunden in allen Lebenslagen zu begleiten. „Sprachassistenten kommen immer über das Gerät zum Nutzer“, stellt Nickl fest. „Wenn es den Herstellern gelingt, den Kunden eine nahtlose Kommunikation zu ermöglichen, wo immer sie sind, dann kann das der Nutzung noch einmal einen Schub geben.“

Zwar ist die Zahlungsbereitschaft für Sprachassistenten eher gering. So sagt nur jeder Vierte, dass er bereit wäre, für einen Sprachassistenten zu zahlen. „Die Anbieter hoffen allerdings in der Mehrheit der Fälle ohnehin nicht auf Erlöse aus Geräteverkäufen sondern viel mehr auf Erlöse im Bereich von Datenanalyse und Vermarktung oder auch der Monetisierung der Sprachschnittstelle beispielsweise an Anbieter von Sprach-Apps“, so Nickl.

Skepsis bei der Nutzung von Sprachassistenten für Bankgeschäfte
Derzeit erwarten die Nutzer vor allem praktische Funktionen. Nach der Abfrage von Informationen ist die am häufigsten genannte Funktion die Steuerung von Smart-Home-Geräten oder des eigenen Fahrzeugs per Sprache, die von 49 Prozent als nützlich angesehen werden. 45 Prozent wünschen sich Sprachassistenten für das Abrufen digitaler Dienste, wie etwa das Stellen des Weckers oder das Erstellen von To-Do-Listen.

Warum die Nutzer beim Bezahlen mit der Stimme oder der Verifizierung von Bankgeschäften (Voice Biometrics) skeptisch bleiben, erklärt Nickl vor allem mit den Sicherheitsbedenken. „Aktuell trauen sie dem digitalen Assistenten noch nicht zu, den persönlichen Berater oder gar die bewährte Kreditkartenzahlung zu ersetzen. Die deutschen Nutzer sind im internationalen Vergleich grundsätzlich eher skeptisch, wenn es um alternative Zahlungsmöglichkeiten geht.“ Dass sie sich aber auch überzeugen ließen, zeige die zuletzt deutlich zunehmende Akzeptanz von Fintech-Angeboten. „Sobald der Nutzer die Vorteile neuer Technologien erkennt und die Anbieter durch volle Transparenz und Kontrolle der Datenverwendung Vertrauen schaffen, kann sich der digitale Sprachassistent auch im Zahlungsverkehr durchsetzen.“