TLM2017Q2 | Sector focus Tax

I 4.0 und IoT – Wir werden digital

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Die Digitalisierung der Wirtschaft und unseres Alltagslebens schreitet rasant voran - sie ist innovativ, disruptiv und kennt keine Schranken. Wir unterscheiden zwischen technologischen Entwicklungen im Rahmen der Produktfertigung und bei den Produkten selbst. Man spricht von Smart Factories oder Industrie 4.0 (I 4.0), bei den Produkten von Smart Products oder dem Internet of Things (IoT).

EY - I 4.0 und IoT – Wir werden digital

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Schon in den achtziger Jahren des vergangen Jahrhunderts wurde unter dem Begriff CIM (Computer Integrated Manufacturing) die vollautomatisierte menschenlose Fabrik propagiert. Die damaligen Elektroniksysteme waren jedoch von der heutigen Leistungsfähigkeit weit entfernt. Gleichwohl sprechen wir bei I 4.0 von Evolution statt Revolution.

Fertigungsroboter sind mittlerweile rundum mit Sensoren ausgestattet. Die Rechengeschwindigkeit ist so hoch, dass die Maschinen kleinste Hindernisse erkennen und sofort reagieren. Informationen gelangen in Echtzeit vom Sensor in die Steuerung, werden dort verarbeitet und zum Motor gesendet, um die Bewegung zu stoppen.

Auch die Produkte selbst werden digital auf- und ausgerüstet. Hersteller statten ihre Maschinen und Anlagen „Cloud Ready“ aus. Sie sind technisch in der Lage, Daten via Internettechnologie abzulegen und für Kunden sowie Hersteller auswertbar zu machen.

Big Data und Analytics spielen eine ebenso große Rolle wie Cyber Security. IoT bietet Maschinenherstellern neue Umsatzpotenziale für den Service bis hin zu maßgeschneiderten, nutzungsabhängigen Bezahlmodellen (Pay Per Use).

Beispiel: Ein Blechbearbeitungsbetrieb hat Laserschneidmaschinen im Einsatz. Für einzelne Aufträge muss er Laserschweißen. Statt eine teure Maschine zu kaufen, mietet er für kurze Zeit einen Optiksatz zum Schweißen, den sein Techniker mittels VR-Unterstützung installiert, und bezahlt einen Download, der die Anlagensteuerung neu konfiguriert. Die bisherige Einstellung wird in der Cloud gespeichert und nach dem Rückbau wieder hergestellt.

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Das hat Auswirkungen auf Steuern und Recht. Im Beispiel des Blechbearbeitungsbetriebs stellt sich etwa die Frage, ob die Marge aus dem Dienstleistungsgeschäft dem Hersteller nun direkt oder der vor Ort ansässigen Vertriebstochtergesellschaft zusteht. Muss der Blechbearbeitungsbetrieb für den Software-Download Quellensteuern einbehalten? Wie ist die umsatzsteuerliche Behandlung des Service? Wie wird der unternehmensübergreifende Datenaustausch geregelt. Und wie schützt das Unternehmen sein Know-how?

 

Ein Beitrag aus dem Tax & Law Magazine 2017Q2 (PDF - 3,42 MB, 58 Seiten)

Diese Sektorthemen finden Sie in dieser Ausgabe:

  • Seite 38 Industrie 4.0 Steuerliche Optionen
  • Seite 40 Health Umsatzsteuer & Apps
  • Seite 41 Automotive Werkzeugkosten
  • Seite 43 Consumer Products Omni-Channel
  • Seite 44 Energy EEG-Novelle