4 Minuten Lesezeit 22 Jänner 2020
Meereswellen

Der nächste wirtschaftliche Sturm naht. Sind Sie bereit?

Autoren
Johannes Schneider

Partner, Strategy and Transactions, Contrast EY-Parthenon I Österreich

Johannes Schneider ist Strategieberater und fasziniert von der einmaligen Kombination aus anspruchsvoller Analytik und deren Umsetzung in dem „sozialen System Unternehmen".

Roman Wörner

Director, Strategy and Transactions | Österreich

Berät österreichische und internationale Kunden zu Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen Strategie, Organisation, Innovation und Digitalisierung. Ist begeisterter Bergsteiger und Skifahrer.

Klaus Haberfehlner

Partner Operative Strategy and Transactions | Österreich

Brennt für erfolgreiche Transformationen im Zuge von Unternehmenstransaktionen. Verbringt in seiner Freizeit viel Zeit mit der Familie und treibt Sport in der Natur.

4 Minuten Lesezeit 22 Jänner 2020

Ein Blick hinter die Kulissen österreichischer Industrieunternehmen.

Schneller, höher, weiter. Die wirtschaftliche Großwetterlage der letzten Jahre war von einem zentralen Thema geprägt: Aufschwung. Für die kommenden Jahre zeichnen die Prognosen ein weniger vielversprechendes Bild. Das globale Wirtschaftswachstum fällt auf das Niveau aus Zeiten der Finanzkrise zurück und für Österreich wird für heuer nur noch ein Plus von 1,3 Prozent prognostiziert.

Vor diesem Hintergrund haben wir 100 Entscheidungsträgern aus der heimischen Industrie die folgenden Fragen gestellt: Wie schätzen Österreichs Industrieunternehmen die Wirtschaftsentwicklung und ihre eigene Auftragslage ein? Sind die heimischen Betriebe ausreichend für wirtschaftlich herausfordernde Zeiten gerüstet? Was sind die wichtigsten Maßnahmen für den Fall der Fälle?

Nur jeder 25. Entscheider rechnet mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage, der Rest ist auf Stagnation und Abschwung eingestellt.
Dr. Johannes Schneider
Partner, Strategy and Transactions, Contrast EY-Parthenon I Österreich

Die Studie zeigt ein dramatisches Stimmungsbild. Lediglich jeder 25. der Befragten ist der Meinung, dass sich die wirtschaftliche Lage Österreichs in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. Ein Drittel geht aktuell von einem Wirtschaftsabschwung aus – der Rest rechnet mit Stagnation. Im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Situation Österreichs wird die Entwicklung des eigenen Unternehmens tendenziell als etwas vorteilhafter eingeschätzt – 29 Prozent erwarten eine Verbesserung der Auftragslage. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass sich eben diese Unternehmen besser auf einen Abschwung vorbereitet fühlen und diesen Vorsprung als Wettbewerbsvorteil werten. Aber wie ist es um den konkreten Vorbereitungsgrad bestellt?

Rund ein Viertel der Unternehmen fühlt sich sehr gut auf einen Abschwung vorbereitet. Bei den proaktiv vorbeugenden Maßnahmen gibt es ein klares Muster: es dominieren Schritte zur Senkung der Sachkosten, Optimierung der Vertriebsaktivitäten und Umsetzung von Digitalisierungsinitiativen. Doch ist dieses Kochrezept das richtige oder greift es an manchen Stellen zu kurz?

Bei den reaktiven Stellhebeln zeigt sich, dass Unternehmen operative Personalmaßnahmen gegenüber grundsätzlichen Organisationsgestaltungsinitiativen präferieren. Doch darf das Cost Cutting dabei nicht zulasten von Wachstumsperspektiven gehen. Das Thema Digitalisierung spielt in diesem Zusammenhang eine überraschend starke und spannende Rolle, schlägt es doch die Brücke zwischen proaktiven und reaktiven Maßnahmen. Das Halten des Digitalisierungskurses sichert Innovationspotenziale – auch in Krisenzeiten.

Unternehmen, die mit einem Abschwung rechnen, würden auf ein breites Instrumentarium zur Bewältigung der Krise zurückgreifen
Dr. Roman Wörner
Director, Strategy and Transactions | Österreich

Während die letzte Krise ihren Ursprung im Finanzsektor hatte, ist die aktuelle eine „agile Krise“ – das fordert vor allem eines: ein differenzierteres Reaktionsmuster ohne blinde Flecken. Unternehmen müssen nun umsichtig und vor allem rechtzeitig von Wachstums- auf Krisenmodus umstellen ohne die in den letzten Jahren kultivierten Potenziale zu zerstören. Betrieben, die derzeit noch nicht vom Abschwung betroffen sind, empfehlen wir, das Umfeld verstärkt zu beobachten und speziell relevante Frühindikatoren im Blick zu behalten. Gleichzeitig gilt es, das Managementteam für die herausfordernden Zeiten zu sensibilisieren, die Stellhebel zur Krisenvorbereitung wie Kostenmanagement, Umsatzoptimierung, Effizienzprogramme, Liquiditätssteigerung und Strukturanpassungen zu durchdenken und Digitalisierungsinitiativen weiter voranzutreiben. Jene Unternehmen, die sich bereits in der Krise befinden, stehen vor einer anderen Herausforderung. Aber auch sie müssen nach einem durchdachten Maßnahmenplan vorgehen, um die Aktionsfähigkeit in der Krise und danach aufrechtzuerhalten. Entscheidend ist es hier, die Ursache für die Krisenbetroffenheit abzuklären, das Ausmaß der Konsequenzen zu quantifizieren und klare Handlungsoptionen zur Bewältigung auszuarbeiten.

  • Download der Studie

    Unsere vollständige Studie inklusive erster Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung steht für Sie unter folgendem Link zum Download bereit:

    Download 

Fazit

Eines ist klar: Der nächste Abschwung kommt bestimmt. Aktuell unterschätzen Österreichs Industrieunternehmen sowohl Eintrittswahrscheinlichkeit als auch Ausmaß eines möglichen Wirtschaftsabschwungs. Wer sich jedoch bereits im Vorfeld aktiv darauf vorbereitet, hat im Fall des Falles die besseren Karten. Unsere gesamte Studie steht auch zum Download zur Verfügung und zeigt in vier Schritten, was bereits im Vorfeld getan werden kann. #seibereit

Über diesen Artikel

Autoren
Johannes Schneider

Partner, Strategy and Transactions, Contrast EY-Parthenon I Österreich

Johannes Schneider ist Strategieberater und fasziniert von der einmaligen Kombination aus anspruchsvoller Analytik und deren Umsetzung in dem „sozialen System Unternehmen".

Roman Wörner

Director, Strategy and Transactions | Österreich

Berät österreichische und internationale Kunden zu Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen Strategie, Organisation, Innovation und Digitalisierung. Ist begeisterter Bergsteiger und Skifahrer.

Klaus Haberfehlner

Partner Operative Strategy and Transactions | Österreich

Brennt für erfolgreiche Transformationen im Zuge von Unternehmenstransaktionen. Verbringt in seiner Freizeit viel Zeit mit der Familie und treibt Sport in der Natur.