Pressemitteilung

18 Februar 2019 Wien, AT

Digitalisierung kann Vertrauen in Reporting erhöhen

WIEN, 18. FEBRUAR 2019. Die Digitalisierung, aber auch nichtfinanzielle Informationen, werden für das Reporting von Unternehmen immer wichtiger. Verantwortliche können damit die Qualität ihrer Berichterstattung erhöhen.

  • Weltweit gehen nur 58 Prozent der Finanzverantwortlichen von Unternehmen davon aus, dass ihr Reporting in der Öffentlichkeit hohes Vertrauen genießt
  • Nichtfinanzielle Informationen spielen eine immer größere Rolle bei Investmententscheidungen
  • Künstliche Intelligenz kann Qualität des Reporting verbessern – drei Viertel der Finanzverantwortlichen betrachten diese als Schlüsseltechnologie
  • Die zunehmende Digitalisierung erfordert neue Fähigkeiten in den Finanzabteilungen

Die Digitalisierung, aber auch nichtfinanzielle Informationen, werden für das Reporting von Unternehmen immer wichtiger. Verantwortliche können damit die Qualität ihrer Berichterstattung erhöhen, die langfristigen Werttreiber für ihren wirtschaftlichen Erfolg aufzeigen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in ihr Unternehmen steigern. Letzteres ist auch dringend geboten: Nur 58 Prozent der Finanzverantwortlichen von Unternehmen weltweit gehen davon aus, dass die Öffentlichkeit dem Firmen-Reporting in hohem Maß vertraut.

Das zeigt der aktuelle Global Reporting Survey 2019 der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Für die Studie unter dem Titel „How can the digital transformation of reporting build the bridge between trust and long-term value“ wurden weltweit 1.000 Finanzverantwortliche in Unternehmen befragt.

„Die Berichterstattung vieler Unternehmen entspricht häufig nicht dem Informationsbedarf von Öffentlichkeit und Investoren. So klammern viele Unternehmen Informationen über immaterielle Vermögenswerte wie etwa geistiges Eigentum, den Wertbeitrag ihrer Beschäftigten, den Wert der Marke oder den Wert ihrer Innovationstätigkeit aus. Das sind aber wichtige Treiber für die langfristige Entwicklung von Unternehmen und damit relevante Informationen für potenzielle Investoren und die Öffentlichkeit“, sagt Stefan Uher, Partner und Financial Accounting Advisory Services Leader bei EY Österreich.

Fast drei Viertel (72%) der Finanzverantwortlichen sind davon überzeugt, dass nichtfinanzielle Informationen bei den Entscheidungen von Investoren eine Rolle spielen.
„Unternehmen müssen umdenken und sich eingehend mit nichtfinanziellen Informationen beschäftigen, wie sie es bei klassischen Finanzdaten bereits tun“, so Uher.

Menge an Daten nimmt drastisch zu – große Hoffnungen in künstliche Intelligenz

Ein transparentes und langfristig orientiertes Reporting kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in Unternehmen steigern. Dabei stehen die Finanzabteilungen derzeit vor der Aufgabe, die im Zuge der Digitalisierung drastisch steigende Menge an Daten überhaupt zu erfassen. In einem nächsten Schritt gilt es, die Informationen auszuwerten, für die Unternehmessteuerung zu nutzen und im Reporting auszuweisen. Rund die Hälfte (49%) der Befragten verwendet derzeit allerdings mehr Zeit für die Erhebung der Daten als für die eigentliche Analyse.

Um die Datenflut zu bewältigen und die Qualität des Reportings zu verbessern, werden Unternehmen innovative Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain künftig auch in ihrer Berichterstattung viel stärker einsetzen. Großes Potenzial hat dabei nach Meinung der Finanzverantwortlichen die künstliche Intelligenz: 72 Prozent der Befragten sehen sie als wichtige Technologie, um die Qualität des Reportings zu verbessern und neue Erkenntnisse zu erlangen.

Die zunehmende Digitalisierung sorgt dabei für mehr Freiraum im Rechnungswesen: „Mit der Automatisierung werden sich viele Prozesse vereinfachen. Damit können sich Unternehmen stärker auf die relevanten Themen konzentrieren. Zugleich sind dank der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens in Zukunft bessere Vorhersagen möglich, die Unternehmen für sich nutzen können“, sagt Uher. Ziel ist es, den insgesamt gestiegenen Informationsbedarf unterschiedlicher Stakeholder-Gruppen zu befriedigen, dem Wunsch nach Transparenz nachzukommen und letztlich auch Vertrauen zurückzugewinnen, das im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 verloren gegangen ist.

Für Unternehmen steht jedoch bei der Einführung digitaler Technologien die Datensicherheit an oberster Stelle. Denn mit der steigenden Datenmenge und der immer stärkeren Vernetzung nimmt die Gefahr von Hackerangriffen zu. So halten 54 Prozent der Befragten Sorgen über die Datensicherheit für die größte Barriere bei der Einführung dieser neuen Technologien. „Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, um jeden Vorgang sicher abzubilden“, erklärt Uher.

Widerstände in Finanzabteilungen überwinden

Mit dem Einsatz von smarten Technologien verändert sich auch das Anforderungsprofil für Mitarbeiter in den Finanzabteilungen. Für 74 Prozent der Befragten sind hier künftig neue Fähigkeiten elementar. Entsprechend sind zwei Drittel (76%)davon überzeugt, dass Talente mit einem nichttraditionellen Hintergrund gefragt sind. Mit dem Wandel sind allerdings auch Probleme verbunden: Immerhin 63 Prozent rechnen mit Konflikten und Widerständen in den Finanzabteilungen aufgrund der unterschiedlichen Kulturen, die digitale Innovationen in Unternehmen erschweren könnten.

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EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2017/2018 einen Umsatz von 143 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt rund 270.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Strategy and Transactions und Managementberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.