Pressemitteilung

4 Dezember 2019 Wien, AT

EY CEO Imperative Studie 2019

WIEN, 4. Dezember 2019. Die globalen Herausforderungen für CEO´s drehen sich um Cybersecurity, Umbrüche am Arbeitsmarkt, Digitalisierung und Klimawandel.

  • Zwei Drittel der Unternehmensverantwortlichen weltweit spüren Erwartungsdruck ihrer Shareholder, globale Herausforderungen in der Unternehmensstrategie zu berücksichtigen
  • Größter Wandlungsdruck in Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika: 92 Prozent der Vorstände sehen hier eine starke Erwartungshaltung von Stakeholdern
  • Für 83 Prozent der Investoren ist die Positionierung eines Unternehmens zu globalen Herausforderungen ein wichtiger Entscheidungsfaktor in den nächsten fünf Jahren
  • Sechs von zehn Investoren würden langfristige Investitionen unterstützen – selbst wenn die finanzielle Performance kurzfristig darunter leidet

Die Beschäftigung mit und Integration von globalen Herausforderungen in die eigene Strategie ist für Unternehmen und ihre CEOs längst unverzichtbar geworden. Die globalen Trends und Anforderungen des nächsten Jahrzehnts und darüber hinaus erfordern eine Transformation der Unternehmen und auch der obersten Führungsgremien. Die Erwartungshaltung, die CEOs von ihren Stakeholdern spüren, ist jedenfalls groß: 67 Prozent der weltweiten Top-Führungskräfte fühlen mäßigen bis extremen Handlungsdruck, um den globalen Herausforderungen aktiv zu begegnen. Die stärksten Anforderungen zur Anpassung an globale Entwicklungen werden an Vorstände in Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika gestellt: 92 Prozent spüren Druck von ihren Interessengruppen.

Das sind die Ergebnisse der EY CEO Imperative Studie 2019, für die 200 CEOs, 100 hochrangige institutionelle Investoren und 100 unabhängige Board-Mitglieder im internationalen Raum befragt wurden.

Neue Anforderungen an Risikomanagement: Externe Faktoren erhöhen Unsicherheit

Der digitale Wandel und die Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt – gerade auch in Zeiten gebremster Wirtschaftsentwicklung – sind die wichtigsten Einflussgrößen für CEOs auf der ganzen Welt. Als die drei größten Hürden für Unternehmen und das Wirtschaftssystem nennen die Unternehmensverantwortlichen den Schutz vor Cyberangriffen (51 %), Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt in Folge des technologischen Wandels (49 %) und die wachsende Ungleichheit von Einkommen (36 %). Auch der Klimawandel (32 %) wird als zentrale Herausforderung eingeschätzt – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. Speziell bei international tätigen Investoren steht der Klimawandel an die Spitze der Liste.

CEOs greifen diese Erwartungshaltung immer stärker auf und integrieren globale Herausforderungen in ihre Strategie und ihr Geschäftsmodell. So hat zum Beispiel bereits jedes zweite Unternehmen (47 %) Partnerschaften mit Regierungen oder NGOs aufgebaut. Damit gehen neue Anforderungen an das Risikomanagement einher: Gerade externe Entwicklungen wie Klimaveränderungen oder Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt liegen zwar außerhalb der direkten Kontrolle eines Unternehmens, bergen aber erhebliche Risiken, die CEOs bewältigen müssen.

„Während CEOs in der Vergangenheit das Risikomanagement delegiert haben, ist es heute längst Chefsache: Geschäftsführer müssen selbst ihren Risikohorizont weit über die Unternehmensgrenzen hinaus ausweiten. Sie sind in der Verantwortung, ihr Unternehmen in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit zukunftssicher zu machen und das Vertrauen der Share- und Stakeholder zu stärken. Dadurch ermöglichen sie Innovation, Agilität und neue Wertschöpfung“, so Gunther Reimoser, Country Managing Partner bei EY Österreich.

Die Verschiebung der Verantwortung zeigt sich auch an der Wirkungsweise nach außen: Mehr als zwei Drittel (67 %) der CEOs wären bereit, öffentlich zu gesellschaftlichen und politischen Themen im Zusammenhang mit globalen Herausforderungen Stellung zu beziehen. Jeweils knapp acht von zehn Board-Mitgliedern (76 %) und Investoren (79 %) würden eine Beteiligung des CEOs am öffentlichen Diskurs unterstützen.

Wandel gewünscht – vor allem bei Investoren

Das unternehmerische Handeln bei globalen Herausforderungen berge sowohl Chancen als auch Risiken, erklärt Reimoser: „Auf der einen Seite trägt der Fortschritt bei der Lösung globaler Herausforderungen dazu bei, die Grundlage für langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu schaffen und bietet die Möglichkeit, die Beziehungen zu Kunden, Mitarbeitern und anderen wichtigen Interessengruppen zu vertiefen. Andererseits sind sich nicht alle Share- und Stakeholder notwendigerweise über die richtigen Maßnahmen einig – das birgt Konfliktpotenzial.“

Grundsätzlich glauben 57 Prozent der CEOs, dass es im Interesse großer Unternehmen ist, wenn sie eine aktivere Rolle bei globalen Herausforderungen übernehmen. Ebenfalls 57 Prozent sehen mehr Chancen als Risiken, wenn sie sich globalen Herausforderungen stellen –  fast die Hälfte der Verwaltungsräte (49 %) und Investoren (43 %) unterstützt diese Ansicht.

Für 83 Prozent der Investoren ist die Positionierung zu globalen Herausforderungen ein wichtiger Entscheidungsfaktor in den nächsten fünf Jahren. Sechs von zehn Investoren (60 %) würden langfristige Investitionen unterstützen, um globalen Hürden zu begegnen, auch wenn die finanzielle Performance kurzfristig darunter leidet. Jeder dritte CEO (33 %) sieht darin auch die Chance, neue Investoren zu gewinnen. Die größten Vorteile der bewussten Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen sind das Gewinnen der besten Talente (47 %) sowie die Verbesserung der Wettbewerbssituation (34 %).

C-Suite-Modell nicht geeignet für die Anforderungen des nächsten Jahrzehnts

Nur ein Drittel der Befragten (34 %) glaubt, dass das C-Suite-Modell gut für die Anforderungen und Möglichkeiten des nächsten Jahrzehnts geeignet ist. An dem derzeitigen hierarchischen Schema halten vor allem Unternehmen in Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika fest: 52 Prozent der CEOs halten dieses für zukunftsfähig. Die Investoren sind in dieser Region jedoch weltweit am skeptischsten – nur jeder Vierte (23 %) findet die C-Ebene passend für die Herausforderungen der nächsten Dekade.

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