Pressemitteilung

17 Dezember 2019 Wien, AT

EY Mixed Leadership Barometer Österreich 2019

WIEN, 17. Dezember 2019. Österreichs Vorstände und Aufsichtsräte werden weiblicher – trotz langsamen Anstiegs weiterhin erhebliches Ungleichgewicht

  • Anteil der weiblichen Vorstandsmitglieder der im Wiener Börsen Index (WBI) österreichischen gelisteten Unternehmen steigt von sechs auf 7,5 Prozent
  • Von 186 Vorständen sind 14 Frauen – drei mehr als vor einem Jahr
  • Seit Anfang des Jahres 19 Frauen mehr in den Aufsichtsräten
  • Trotz Fortschritt erfüllt fast jeder dritte der Quotenregelung unterliegende Aufsichtsrat die Quote noch nicht

Die Anzahl von weiblichen Vorstandsmitgliedern in Österreichs börsennotierten Unternehmen (Stichtag 1. Dezember 2019) ist im Vergleich zum Anfang des Jahres (Stichtag 1. Jänner 2019) von elf auf 14 gestiegen. Insgesamt vergrößerte sich der Anteil der weiblichen Vorstände damit von sechs auf 7,5 Prozent. Allerdings stehen damit in den im Wiener Börse Index notierten heimischen Unternehmen aber immer noch 14 weibliche Vorstandsmitglieder 172 männlichen gegenüber.

Gut jedes vierte Aufsichtsratsmitglied der österreichischen WBI-Unternehmen ist aktuell eine Frau: Gegenüber Jahresbeginn ist damit in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen insgesamt die Anzahl der Frauen um 19 gestiegen. In den Aufsichtsgremien sind damit 142 Frauen (25,9 %) und 407 Männer vertreten.

Das sind einige der Ergebnisse des Mixed Leadership Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür werden regelmäßig die Strukturen von Vorständen und Aufsichtsräten der im Wiener Börse Index gelisteten österreichischen Unternehmen analysiert.

„Der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern der österreichischen börsennotierten Unternehmen hat den höchsten Wert seit Juli 2015 erreicht – rund jedes 14. Vorstandsmitglied ist weiblich. Dieser positive Trend ist ein Lichtblick auf dem Weg zu ausgewogenen Führungsgremien, täuscht aber nicht über das immer noch eindeutige Missverhältnis hinweg. In vielen Vorständen heißt es immer noch „Men only“. Wenn die Zahl der Frauen weiter in diesem Tempo steigt, wird es bis zum Jahr 2047 dauern, bis in den Vorstandsgremien 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer sitzen. Tatsächlich ist aber zu befürchten, dass es solche Parität mangels kontinuierlichen Anstiegs selbst im Jahr 2047 nicht geben wird“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich, die Ergebnisse.

Der zaghafte Anstieg über die letzten Jahre sei aus Sicht von Pelzmann auch auf den fehlenden Handlungsdruck zurückzuführen: „Anders als für Aufsichtsräte gibt es keine gesetzliche Quote für Vorstände. Dadurch ist der Druck natürlich nicht so groß, Vorstandsposten mit Frauen zu besetzen. Eine Quote allein kann nie die Lösung sein. Aber sie kann als Beschleuniger wirken, damit sich Unternehmen mit dem Thema einer ausgewogenen Führungsspitze auseinandersetzen. Momentan wäre eine Quote auch nur schwer zu erfüllen, da in der Vergangenheit zu wenig Augenmerk auf die Ausbildung weiblicher Top-Talente für die obersten Führungsgremien gelegt wurde. Viele Fortbildungsprogramme waren auf das mittlere Management ausgelegt. Das ändert sich erst langsam und bedingt, dass es derzeit nicht übermäßig viele weibliche Führungskräfte gibt, denen die Leitung eines börsennotierten Konzerns zugetraut wird“, so Pelzmann.

Die meisten Frauen sind momentan in den Chefetagen der Konsumgüterbranche anzutreffen, wo ihr Anteil bei 19 Prozent liegt. An zweiter und dritter Stelle folgen die IT-Branche (17%) und Finanzbranche (11%). Keine einzige Vorständin gibt es in sechs Branchen: Automobil, Energie, Immobilien, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport.

Gut jedes vierte Aufsichtsratsmitglied der österreichischen WBI-Unternehmen ist aktuell eine Frau

In den letzten zwei Jahren war ein klarer Aufwärtstrend beim Frauenanteil im Aufsichtsrat zu beobachten: Seitdem mit 1. Jänner 2018 die gesetzliche Genderquote von 30 Prozent in Kraft getreten ist, stieg der Frauenanteil in den Kontrollgremien der österreichischen börsennotierten Unternehmen deutlich von 18,6 auf 25,9 Prozent. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Frauen in den Aufsichtsräten haben. Gegenüber Jahresbeginn 2019 ist die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen um 19 gestiegen, gegenüber Juli 2019 gab es jedoch keine Veränderung. Von den derzeit 549 Aufsichtsratsmitgliedern der im WBI notierten österreichischen Unternehmen sind 142 Frauen. Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist damit kontinuierlich gestiegen, in 37 der aktuell 58 gelisteten österreichischen Unternehmen (64 %) sind inzwischen mindestens zwei Aufsichtsräte Frauen.

„Unabhängig davon, wie man zu Quotenregelungen steht: Der kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils seit der Einführung im Jänner 2018 zeigt, dass die Quote Wirkung hat. So ist das Thema deutlich stärker in den Mittelpunkt gerückt. Unternehmen waren und sind immer noch gefordert, mehr für die Förderung von Frauen zu tun. Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gemischte Teams besser arbeiten und auch die wirtschaftliche Performance des Unternehmens positiv beeinflussen. Und auch die Veränderung der Arbeitswelt setzt positive Impulse: Teams arbeiten dank der Digitalisierung flexibler und von den verschiedensten Orten aus zusammen. Somit ist es für Frauen leichter, Karriere und Familie zu verbinden und zu organisieren“, so Pelzmann.

Aufholbedarf trotz Fortschritt: Fast jeder dritte Aufsichtsrat, der der Quotenregelung unterliegt, erfüllt die Quote noch nicht

Trotz deutlicher Fortschritte bei der ausgewogenen Besetzung von Aufsichtsräten gäbe es immer noch Aufholbedarf, so Pelzmann: „Die Genderquote zeigt weiterhin Wirkung, immerhin gibt es 41 weibliche Aufsichtsratsmitglieder mehr als zum Zeitpunkt des Inkrafttretens. Dieser Zuwachs ist zu einem überwiegenden Teil darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Aufsichtsratsposten an Frauen vergeben haben. Allerdings ist das Ziel noch nicht erreicht. Fast jedes dritte verpflichtete Unternehmen erfüllt die Genderquote im Aufsichtsrat noch nicht“.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder derzeit in der Energiebranche (33 %), wo jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist. Ähnlich hoch ist der Anteil in der Finanz- (31 %), Transport- (30 %) und Immobilienbranche (28 %).

Fast jedes 13. Vorstandsmitglied in Österreich ist eine Frau

Nach wie vor ist in 46 von 58 österreichischen börsennotierten Unternehmen noch keine Frau im Vorstand vertreten. Immerhin drei der insgesamt 14 Frauen in Vorstandsetagen leiten das Unternehmen als CEO: Herta Stockbauer bei der BKS Bank, Karin Trimmel beim Kräuterlikörhersteller Gurktaler und Elisabeth Stadler bei der Vienna Insurance Group. Sechs Frauen stehen dem Finanz-Ressort vor.

In eigener Sache: Frauenanteil bei EY

Mit Stichtag 1. Dezember 2019 waren von den 36 Partnern von EY Österreich acht Frauen – das entspricht einem Anteil von 22,2 Prozent. Auf Management-Ebene liegt der Frauenanteil aktuell bei 44 Prozent. EY möchte den Frauenanteil auf Führungsebene weiter systematisch vergrößern und baut dabei auf Programme, die teilweise bereits seit mehreren Jahren schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansetzen. Der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft von EY Österreich liegt momentan bei 56 Prozent.

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EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 160 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt mehr als 280.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.