Pressemitteilung

13 Februar 2020 Wien, AT

Transaktionsmarkt zeigt sich unbeeindruckt von gebremster Konjunktur - Zukäufe sollen Wachstum ankurbeln

WIEN, 13. Februar 2020. Trotz des abflachenden Wachstums dreht sich das Übernahmekarussell weltweit und in Österreich genauso schnell wie im Vorjahr: Die Anzahl der Übernahmen mit österreichischer Beteiligung war 2019 mit 328 nahezu gleich hoch wie 2018 mit 324.

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Sarah Mauracher

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Nina Eggenberger

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

  • Übernahmen weltweit und in Österreich bleiben trotz des abflachenden Wirtschaftswachstums auf hohem Niveau – Unternehmen wollen Wachstumsziele durch Zukäufe erreichen
  • Zahl der Transaktionen in Österreich steigt leicht von 324 auf 328 
  • Volumen in Österreich von 7,9 Milliarden Euro auf 12,1 Milliarden Euro erhöht – damit liegt 2019 deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 9,9 Milliarden Euro 
  • Anstieg ist vor allem auf die 4,6 Milliarden Euro schwere Übernahme von Osram durch ams zurückzuführen
  • Unternehmen investieren in digitale Transformation – meiste Übernahmen fanden 2019 im Technologiesektor statt
 
Wien, 13. Februar 2020. Trotz des abflachenden Wachstums dreht sich das Übernahmekarussell weltweit und in Österreich genauso schnell wie im Vorjahr: Die Anzahl der Übernahmen mit österreichischer Beteiligung war 2019 mit 328 nahezu gleich hoch wie 2018 mit 324. Bei den Transaktionsvolumina  gab es nach einem Tief im Jahr 2018 mit 7,9 Milliarden Euro einen deutlichen Zuwachs auf 12,1 Milliarden Euro – damit war 2019 das viertstärkste Jahr des letzten Jahrzehnts und liegt deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 9,9 Milliarden Euro.
 
Ausschlaggebend dafür war der größte Deal des Jahres: die Übernahme von Osram Licht durch die ams AG in der Höhe von 4,6 Milliarden Euro. Auf Platz zwei folgt der Erwerb von 15 Prozent der Abu Dhabi Oil Refining Company durch die OMV um rund 2,2 Milliarden Euro. Komplettiert werden die Top-3 der Deals des Jahres durch die Übernahme der CCC Holding durch TELUS International um 915 Millionen Euro.
 
Das sind die Ergebnisse des 9. österreichischen M&A-Index der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Für die Analyse untersucht EY halbjährlich alle veröffentlichten Transaktionen mit österreichischer Mehrheits- und Minderheitsbeteiligung.
 
„Der Transaktionsmarkt zeigt sich unbeeindruckt vom Abbremsen der Konjunkturentwicklungen, nach wie vor sehen wir global und auch in Österreich eine hohe Aktivität. Gerade angesichts des geringer werdenden Wirtschaftswachstums setzen Unternehmen auf die Karte M&A, um ihre Wachstumsziele, die sich im momentanen Umfeld organisch oft nicht realisieren lassen, zu erreichen“,  so Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY Österreich.
 
„Überstürzte Käufe gibt es kaum mehr. Trotz eines steigenden Handlungsdrucks sind viele Käufe durch die Maxime ‚Drum prüfe, wer sich bindet‘ geprägt. Investoren lassen Übernahmeziele sehr genau durchleuchten und detailliert unter die Lupe nehmen. Einerseits sind die Führungskräfte gerade in Zeiten des Umbruchs besonders gefordert, die richtigen strategischen Weichenstellungen vorzunehmen. Andererseits erwarten Aufsichtsgremien und Eigentümer bzw. Anteilseigner gleichermaßen eine penible Vorbereitung von M&A-Aktivitäten“, so Berchtold.
 
Unsicherheit wird Normalität - weltweiter Transaktionsmarkt im Aufschwung
 
Nach einem schwächeren Transaktionsjahr 2018 stiegen die Aktivitäten speziell im zweiten Halbjahr 2019 wieder an. Das aktuelle EY Capital Confidence Barometer, eine halbjährlich durchgeführte Umfrage unter 2.500 Managern von Großunternehmen weltweit, unterstreicht, dass der Übernahmeappetit steigt. 52 Prozent der Unternehmen weltweit gaben Ende 2019 an, Zukäufe in den nächsten zwölf Monaten zu planen – sieben von zehn Großunternehmen (68 %) rechnen mit einem stärker werdenden M&A-Markt.
 
„Der Transaktionsmarkt wird den Aufwärtstrend auch 2020 fortsetzen. Gerade im letzten Jahr haben geopolitische Risiken dazu geführt, dass sich Unternehmen in Lauerstellung begeben haben. Die Brexit-Entscheidung und das Handelsabkommen zwischen China und den USA konnten mehr Klarheit bei bestimmenden Themen bringen. Dazu kommt, dass Unternehmen immer besser lernen, mit volatilen Entwicklungen umzugehen. Sie haben akzeptiert, dass Unsicherheit die neue Normalität ist“, so Robert Hufnagel, Partner und Leiter M&A Advisory bei EY Österreich.
 
„Neben den geopolitischen Entwicklungen beeinflussen der rasante technologische Wandel, die zunehmende Regulierung und neue, aggressive Wettbewerber die Geschäftsmodelle zahlreicher Unternehmen. Viele wollen ihr Portfolio durch M&A-Aktivitäten zukunftsfähig machen, Innovation treiben und so die Weichen für die Zukunft stellen. Ein auffälliger Trend ist, dass der Shareholder-Aktivismus deutlich zunimmt: Aktivistische Investoren greifen zunehmend in die Entscheidungen von Unternehmen ein und wollen aktiv gestalten statt nur teilzuhaben. Diese Entwicklung wird sich in Zukunft weiter verstärken“, so Hufnagel.
 
Unternehmen investieren in digitalen Wandel – Technologiesektor Top-Übernahmeziel

Der digitale Wandel drückt auch dem Transaktionsmarkt seinen Stempel auf. 2019 fanden erstmals die meisten Übernahmen mit österreichischer Beteiligung im Technologiesektor (75) statt. Dahinter folgen der Immobiliensektor (66) und die Industrie (63), die in den letzten Jahren abwechselnd den Spitzenplatz belegten. Bei den veröffentlichten Transaktionsvolumina liegt die Industrie mit 5,5 Milliarden Euro – vor allem zurückzuführen auf die Osram-Übernahme – eindeutig auf Platz eins, gefolgt von der Immobilienbranche (3,5 Mrd. Euro) und dem Öl- und Gas-Sektor (2,2 Mrd. Euro).
 
„Als stärkste Motive für Akquisitionen nennen Unternehmensverantwortliche weltweit den Erwerb neuer Technologien und den Ausbau digitaler Produktionsmöglichkeiten. Dementsprechend ist der Technologiesektor in den letzten Jahren zum zentralen M&A-Spielfeld geworden. Speziell Industrieunternehmen, die sich ebenfalls durch starke Aktivitäten auszeichnen, sind mitten in der Transformation und müssen sich neu aufstellen, um digitale Fertigungstechnologien zu implementieren oder ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln. Die hohe Anzahl an Transaktionen im Immobiliensektor ist auf die anhaltend niedrige Zinslandschaft zurückzuführen“, so Berchtold abschließend.

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EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2017/2018 einen Umsatz von 143 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt rund 270.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.