Pressemitteilung

28 September 2021 Wien, AT

EY Global IPO Update Q3/2021

Starkes drittes Quartal auf dem IPO-Markt - vor allem in Europa

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Nina Eggenberger

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Sarah Mauracher

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Verwandte Themen Börsengang (IPO)
  • Starkes drittes Quartal auf dem IPO-Markt - vor allem in Europa
  • Zahl der Börsengänge steigt im dritten Quartal fast um ein Viertel, Emissionsvolumen wächst um 11 Prozent  
  • Stärkstes Wachstum in Europa – nur chinesischer IPO-Markt deutlich im Minus
  • Kein Börsengang in Österreich – Wiener Börse liegt bei Anleihen-Listings auf dem dritten Platz in Europa
  • 468 SPAC-Emissionen weltweit im laufenden Jahr

Wien, 28. September 2021. Der weltweite IPO-Markt präsentierte sich auch im dritten Quartal 2021 in guter Verfassung: Insgesamt wagten zwischen Juli und September weltweit 547 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen stieg um elf Prozent auf 106 Milliarden US-Dollar.

Das stärkste Wachstum wurde wie schon im Vorquartal in Europa registriert: Im Vergleich zum dritten Quartal 2020 hat sich die Zahl der Börsengänge an europäischen Börsen von 37 auf 85 mehr als verdoppelt, das Emissionsvolumen stieg von 6,3 auf 11,6 Milliarden US-Dollar (plus 83 Prozent).

Die meisten Börsengänge wurden zwar erneut in China (einschließlich Hongkong) registriert, dort entwickelte sich das IPO-Geschehen aber schwächer als im sehr starken Vorjahr: Im Reich der Mitte wagten im dritten Quartal 151 Unternehmen den Schritt an die Börse, das waren 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Emissionsvolumen sank um 28 Prozent auf 33,8 Milliarden US-Dollar.

In den USA entwickelte sich das IPO-Geschehen uneinheitlich: Zwar stieg die Zahl der Börsengänge um 25 Prozent auf 105, das Emissionsvolumen schrumpfte aber um vier Prozent auf 32,2 Milliarden US-Dollar.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY.

„Das dritte Quartal war geprägt vom anhaltenden konjunkturellen Aufschwung, positiven Unternehmensnachrichten, hohen Bewertungen und einer relativ niedrigen Volatilität – und bot damit gute Rahmenbedingungen für Börsendebüts. Erst zum Ende des Quartals hin kam es von China ausgehend zu einer Trübung des Sentiments und einer gewissen Unruhe am Markt.“, sagt Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich.

Im dritten Quartal zogen erneut vor allem Tech-Unternehmen das Interesse der Investoren auf sich: Knapp jeder vierte Börsengang weltweit (24 %) und 25 Prozent des gesamten Emissionsvolumens entfielen auf Technologieunternehmen. Unternehmen aus der Gesundheitsbranche stehen für 18 Prozent aller Neuemissionen und 14 Prozent des eingesammelten Kapitals. „Investoren favorisieren weiterhin den Technologiesektor – Unternehmen mit einem digitalen Geschäftsmodell stoßen derzeit auf ein relativ großes Interesse und können eine vielversprechende Equity Story vorweisen. Die Pandemie hat bestehende Digitalisierungstrends massiv beschleunigt und den Tech-Boom noch verstärkt“, beobachtet Schwartz.

Kein Börsengang in Österreich - Wiener Börse ist Nummer drei bei Anleihen-Listings in Europa

Im bisherigen Jahresverlauf gab es zwar keine IPOs in Wien, dafür gibt es starke Listing-Aktivitäten bei Anleihen: Mit mehr als 5.000 neuen Bond-Listings erreicht die Wiener Börse mit dem Vienna MTF einen europäischen Stockerlplatz bei den Neunotierungen.

Das dritte Quartal bringt zudem drei Neuzugänge im Einstiegssegment „direct market plus“ - die Vorarlberger :be AG, VOQUZ Labs AG und Umalis Group S.A. Die 2019 gegründeten Segmente „direct market“ und „direct market plus“ entwickeln sich positiv: Über 30 Unternehmen nehmen den börsenregulierten Markt Vienna MTF (Nachfolger des „Dritten Markts“) in Anspruch. Dieser erste Schritt an die Börse bietet Klein- und Mittelbetrieben sowie expandierenden Jungunternehmen einen Startplatz für eine Entwicklung am Kapitalmarkt und für weitere Finanzierungen über Eigenkapital.

Weltweit 468 SPAC-Emissionen

Im laufenden Jahr wurden weltweit insgesamt 468 SPAC-Transaktionen gezählt, mehr als dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum, als zwischen Januar und August 119 SPAC-Emissionen registriert wurden. 304 dieser Mantelgesellschaften wurden im ersten Quartal dieses Jahres erstmals gelistet und erzielten ein Emissionsvolumen von 98,5 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal gab es 75 derartige Transaktionen mit einem Volumen von 15,9 Milliarden US-Dollar, im dritten Quartal waren es 89.

Von den 468 SPAC-Transaktionen im laufenden Jahr entfielen 437 (93 Prozent) auf die USA, während in Europa 31 derartige Emissionen verzeichnet wurden. „SPACs sind vor allem ein US-Phänomen, aber wir beobachten auch in Europa ein großes Interesse. Die Zahl der SPAC-Emissionen in Europa stieg immerhin von sechs im Gesamtjahr 2020 auf 31 in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres“, sagt Schwartz. Er rechnet daher mit einer steigenden Zahl indirekter Börsengänge im kommenden Jahr: „Die Kassen der SPACs sind prall gefüllt – das eröffnet interessierten Unternehmen einen vielversprechenden zusätzlichen Weg aufs Parkett – ob in Europa oder den USA.“

Die größten Börsengänge in China

Der größte Börsengang des bisherigen Jahresverlaufs fand an der Shanghaier Börse statt: Der Telekommunikationsanbieter China Telecom erlöste 7,3 Milliarden US-Dollar. An zweiter Stelle rangiert die Erstnotiz der Kurzvideoplattform Kuaishou Technology mit einem Emissionsvolumen von 6,2 Milliarden US-Dollar. Dahinter folgt der südkoreanische Onlinehändler Coupang mit einem Emissionsvolumen von 4,6 Milliarden US-Dollar.

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