Pressemitteilung

17 Dezember 2021 Wien, AT

EY Automotive Analyse November 2021

WIEN, 17. Dezember 2021. Chipkrise hat Neuwagenmarkt weiter fest im Griff

Pressekontakte
Nina Eggenberger

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Sarah Mauracher

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

  • Neuzulassungen in der EU bleiben massiv unter Druck
  • Auch Elektro-Segment zunehmend vom Chipmangel betroffen – dennoch Rekord-Marktanteil
  • Vorerst keine durchgreifende Besserung zu erwarten – Chipmangel wird Autobranche noch lang beschäftigen

Wien, 17. Dezember 2021. Der EU-Neuwagenmarkt ist im November um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geschrumpft. Damit fällt das Minus allerdings etwas weniger stark aus als im Oktober, als der Rückgang noch 30 Prozent betrug. Erneut lag der Neuwagenabsatz in allen großen Märkten im November im Minus. Die stärksten Einbußen verzeichneten im November Deutschland (minus 32 Prozent) und Italien (minus 25 Prozent). In Österreich fiel das Minus etwas geringer aus und lag im November bei minus 13 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz EU-weit fast exakt auf dem Vorjahresniveau (minus 0,1 Prozent), aber deutlich – um 26 Prozent – unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

„Der Chipmangel sorgt nach wie vor für massive Turbulenzen am Neuwagenmarkt“, sagt Axel Preiss, Leiter Advanced Manufacturing & Mobility bei EY. „Nach einem schwachen Neuwagenmarkt 2020 folgt nun ein noch schwächeres Jahr 2021. Der Markt bewegt sich deutlich unter dem Vorkrisenniveau und vorerst lässt nichts auf eine baldige Trendwende hoffen. Es fehlen wichtige Vorprodukte, vor allem Halbleiter – das wird noch bis Mitte des nächsten Jahres die Autoproduktion erschweren. Bis sich die Lage wirklich erholt, könnte es noch bis 2023 dauern.“ Der Aufbau der Kapazitäten in der Chip-Produktion brauche Zeit, zudem sei der Chip-Bedarf durch den zunehmenden Fokus auf elektrifizierte Fahrzeuge sehr hoch.

Für die Branche stelle diese Lage eine enorme Herausforderung dar: „Die Situation ist extrem angespannt, wird für viele auch zunehmend existenzbedrohend. An den Autokonzernen hängen zusätzlich auch die Händler und die in Österreich stark vertretenen Automobilzulieferer. Für einige könnte die Erholung wohl zu spät kommen.“, so Preiss. Aktuell ist die Reaktion der Autohersteller laut Preiss die Anpassung der Produktion und des Modellmixes, sodass möglichst margenstarke Neuwagen ausgeliefert werden. Der Experte geht davon aus, dass das Preisniveau vorerst hoch bleiben wird.

Elektro-Marktanteil erreicht Rekordhoch
Die Chipkrise bremst auch die Absatzdynamik auf dem eigentlich boomenden Markt für elektrifizierte Neuwagen: Der Absatz von Elektroautos stieg in den fünf größten Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) im November nur noch um 36 Prozent (Oktober: plus 52 Prozent, bisheriger Jahresverlauf: plus 93 Prozent). In Österreich liegt das Wachstum deutlich höher bei 50 Prozent.

Besonders stark abgebremst wurde die Wachstumsdynamik bei Plug-in-Hybriden. Diese legten im November in den Top-5-Märkten nur noch um 13 Prozent zu, während reine Elektroautos auf ein Plus von 59 Prozent kamen. In Österreich erfreuen sich auch dank großzügiger Förderungen vor allem reine Elektroautos großer Beliebtheit – im November legten sie um immerhin noch 70 Prozent zu, wohingegen das Wachstum bei Plug-in-Hybriden bei nur 11 Prozent lag. In Deutschland war der Absatz von Plug-in-Hybriden im November – wie schon im Oktober – sogar rückläufig. „Elektroautos erfreuen sich gerade einer hohen Nachfrage. Wären genügend E-Neuwagen verfügbar, könnte der Absatz deutlich höher sein. Die Halbleiterkrise ist jetzt auch im Elektrosegment angekommen“, beobachtet Preiss.
 
Dennoch stieg der Marktanteil elektrifizierter Neuwagen auf ein neues Rekordhoch: 24,4 Prozent aller in den Top-5-Märkten Westeuropas neu zugelassenen Pkw waren entweder Elektroautos (14,5 %) oder Plug-in-Hybride (10,0 %). Zum Vergleich: Im Vormonat (Oktober 2021) lag der Marktanteil bei 22,1 Prozent, vor einem Jahr, im November 2020, kamen Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen auf einen Marktanteil von 14,7 Prozent.

Deutschland wies im November erneut mit 34,4 Prozent den höchsten Marktanteil elektrifizierter Neuwagen unter den Top-5-Märkten auf, gefolgt von Großbritannien (28,1 %). Österreich reiht sich im Mittelfeld ein: Der Marktanteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden zusammen liegt bei über einem Viertel (26,5 %). In Spanien waren hingegen im September nur 10,8 Prozent der Neuwagen elektrifiziert.

Insgesamt erweist sich derzeit die Nachfrage nach elektrifizierten Neuwagen in den deutschsprachigen Ländern als besonders hoch. So lag der gemeinsame Marktanteil von Plug-in-Hybriden und Elektroautos auch in der Schweiz im November bei 29,6 Prozent.
 
„E-Mobilität wird auch im kommenden Jahr hoch im Kurs sein, nicht zuletzt dank Kaufprämien und Steuervorteilen“, beobachtet Preiss. „Aktuell kommen laufend neue attraktive Modelle mit immer höherer Reichweite auf den Markt, was das Interesse natürlich weiter befeuert.“

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