Pressemitteilung

23 Dezember 2021 Wien, AT

Umzug nach dem Brexit: Finanzdienstleister zieht es nach Dublin, Mitarbeitende nach Paris

WIEN, 23. Dezember 2021. Umzug nach dem Brexit: Finanzdienstleister zieht es nach Dublin, Mitarbeitende nach Paris

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Nina Eggenberger

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Sarah Mauracher

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Verwandte Themen Banken & Kapitalmärkte
  • Fast die Hälfte (44 %) der Finanzdienstleister plant Teile von Geschäftstätigkeiten und/oder Belegschaft umzusiedeln oder hat das bereits getan
  • COVID-19 verlangsamt Vorhaben
  • Anzahl der umzusiedelnden Stellen im letzten Jahr leicht gesunke

Wien/London, 23. Dezember 2021. Seit dem Brexit-Referendum haben 44 Prozent (97 von 222) der in Großbritannien tätigen Finanzdienstleister Teile von Geschäftstätigkeiten bzw. der Belegschaft in die EU übersiedelt oder planen dies noch zu tun. Im Jänner 2020 lag die Zahl noch knapp darunter (41 %).

COVID-19 hat aber die Dynamik aus den Brexit-bedingten Umsiedelungsplänen im Finanzdienstleistungssektor genommen: Seit dem offiziellen Austritt von Großbritannien aus der EU und dem Ausbruch der Pandemie zu Beginn 2020, ist die Zahl der Ankündigungen hinsichtlich Umsiedelung von Geschäftstätigkeiten signifikant gesunken. Während die Zahl zwischen Dezember 2016 (18 %) und Jänner 2020 (41 %) noch deutlich um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr gestiegen ist, hat es zwischen Jänner 2020 und Dezember 2021 (44 %) nur drei Prozent Zuwachs bei den Ankündigungen gegeben

Aktuell weniger Personalumsiedelungen geplant als noch im Dezember 2020

Trotz des leichten Zuwachses hinsichtlich Umsiedelungsplänen haben einige der größeren in Großbritannien angesiedelten Investmentbanken ihre Pläne hinsichtlich Belegschaftsumsiedelung etwas nach unten korrigiert. Insgesamt sollen nun knapp 7.400 Stellen aufgrund des Brexits in die EU verschoben werden – noch im Dezember 2020 lag die Zahl bei 7.600 Positionen. Allerdings werden neu geschaffene Stellen eher innerhalb der EU besetzt als in Großbritannien: Die Zahl der Neueinstellungen in ganz Europa und Großbritannien seit dem Referendum, die öffentlich mit dem Brexit in Verbindung gebracht wurden, liegt bei knapp über 5.000, wobei rund 2.800 neue Arbeitsplätze in europäischen Ländern und 2.200 in Großbritannien geschaffen wurden.

Gunther Reimoser, Leiter Financial Services bei EY Österreich: „Nach fast einem Jahr seit dem offiziellen Austritt von Großbritannien aus der EU hat die Finanzdienstleistungsbranche das Thema Brexit noch lange nicht überwunden. In den letzten zwei Jahren haben vor allem COVID-19 und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen die Umsiedelungsprozesse verlangsamt. Die EU zeigt sich grundsätzlich pragmatisch und kooperativ, der Druck seitens der Union steigt aber – abhängig von den Entwicklungen rund um Omikron und den damit verbundenen kurzfristigen Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr sollte der Transfer im nächsten Jahr deutlich an Fahrt aufnehmen.“

Dublin erste Wahl bei Umsiedelung von Geschäftstätigkeiten, Belegschaft zieht es hingegen nach Paris

Die beliebtesten Post-Brexit-Destinationen der Finanzdienstleister für neue Europa-Zentralen oder Betriebsumsiedelungen sind Dublin und Luxemburg. 36 Finanzdienstleistungsunternehmen haben ihre Absicht bekannt gegeben, britische Betriebe bzw. Teile der Belegschaft in die irische Hauptstadt zu verlagern. Luxemburg folgt auf Rang zwei mit insgesamt 29 Unternehmen, gleich dahinter Frankfurt mit 23 Unternehmen und Paris mit 21. Weitere genannte Standorte sind Madrid (8), Amsterdam (8), Mailand (7) und Brüssel (6).

Geht es aber um die konkrete Anzahl an Stellen, die bereits in die EU verlagert wurden oder deren Verschiebung noch geplant ist, führt Paris mit rund 2.800 britischen Mitarbeitenden das Ranking an, gefolgt von Frankfurt (rund 1.800) und Dublin (rund 1.200).

Armin Schmitt, Leiter Banking bei EY Österreich, dazu: „Damit Großbritannien und die EU ihre individuelle Wettbewerbsposition auf der globalen Finanzbühne behaupten können, ist Zusammenarbeit gefragt. Insgesamt erwarten wir, dass der Wettbewerb zwischen den beiden Märkten sich noch einige Jahre ziehen und letztendlich zu besseren Ergebnissen und einer weiteren Steigerung der Transparenz führen wird.“

Über die Analyse

  • Der Brexit Tracker von EY beobachtet seit 24. Juni 2016 die öffentlichen Erklärungen von 222* der größten Finanzdienstleistungsunternehmen mit bedeutenden Geschäftstätigkeiten im Vereinigten Königreich von Universalbanken, Investmentbanken, Maklern, Vermögens- und Vermögensverwaltern, Privatkundenbanken, Private-Equity-Häusern, Versicherungen und Versicherungen Broker und FinTechs.
  • Der Tracker erfasst öffentliche Äußerungen dieser Firmen zu Schlüsselthemen in allen Teilsektoren in Bezug auf Personal, Wohnsitz, finanzielle Auswirkungen, Richtlinienanfragen, Produktänderungen, Vergütung und Chancen. Der Brexit Tracker umfasst nur die Verlautbarungen der größten Finanzdienstleistungsunternehmen mit bedeutenden Geschäftstätigkeiten im Vereinigten Königreich innerhalb der definierten Stichprobe.

*Die Zahl der in der Analyse umfassten Finanzdienstleistungsunternehmen bezieht sich auf die vordefinierte Stichprobe von 222 Unternehmen, die vom Brexit Tracker von EY Financial Services überwacht werden.

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EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung. 

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