Pressemitteilung

14 Dezember 2021 Wien, AT

EY Global IPO Update Q4/2021

Der weltweite IPO-Markt bleibt auch im vierten Quartal im Wachstumsmodus.

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Sarah Mauracher

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Österreich

Nina Eggenberger

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Verwandte Themen Börsengang (IPO)
  • Ausnahmejahr für den weltweiten IPO-Markt: Stärkstes Wachstum in Europa
  • Rekordjahr auf dem weltweiten IPO Markt: Zahl der Börsengänge steigt 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent, Emissionsvolumen um 67 Prozent
  • Weltweit stärkstes Wachstum in Europa
  • Wiener Börse schreibt neue Rekorde bei Anleihen-Listings
  • Höchste SPAC-Aktivität - für den indirekten Weg an die Börse

Wien, 14.12.2021. Der weltweite IPO-Markt bleibt auch im vierten Quartal im Wachstumsmodus: Insgesamt wagten zwischen Oktober und Dezember 2021 weltweit 621 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen stieg um neun Prozent auf 112 Milliarden US-Dollar.

Damit setzt sich der Aufwärtstrend aus den Vorquartalen fort. Insgesamt wurden in diesem Jahr weltweit 2.388 Börsenneulinge gezählt – 64 Prozent mehr als 2020. Das weltweite Emissionsvolumen kletterte sogar um 67 Prozent auf 453 Milliarden US-Dollar.

Damit war 2021 sowohl in Bezug auf die Zahl der Börsengänge als auch beim Emissionsvolumen das stärkste IPO-Jahr weltweit seit dem Jahr 2000.

Das stärkste Wachstum wurde in Europa registriert: Im Vergleich zu 2020 hat sich die Zahl der Börsengänge an europäischen Börsen von 191 auf 485 mehr als verdoppelt (plus 154 %), das Emissionsvolumen hat sich sogar fast verdreifacht: von 27,5 auf 81,1 Milliarden US-Dollar (plus 195 %).

Die meisten Börsengänge wurden hingegen erneut in China (einschließlich Hongkong) registriert. Dort entwickelte sich das IPO-Geschehen aber in der zweiten Jahreshälfte schwächer als im Vorjahr: Im Reich der Mitte wagten in diesem Jahr 593 Unternehmen den Schritt an die Börse, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr. Das Emissionsvolumen stieg um drei Prozent auf 122,8 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal wurde in China hingegen ein Rückgang beim Emissionsvolumen um 31 Prozent und bei der Zahl der Börsengänge um ein Prozent registriert.

Insgesamt sehr stark entwickelte sich der US-Markt – sowohl im Gesamtjahr 2021 als auch im vierten Quartal: Die Zahl der Börsengänge an US-Börsen stieg um 86 Prozent auf 416, das Emissionsvolumen wuchs um 81 Prozent auf 155,7 Milliarden US-Dollar.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

„2021 war ein extrem starkes IPO-Jahr“, sagt Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich. „Zwar sorgte die Pandemie immer wieder für Turbulenzen und Unsicherheit. Dennoch war das Investorensentiment weltweit unterm Strich sehr positiv, die Volatilität hielt sich in Grenzen und neue Konjunktureinbrüche blieben aus. Vor allem aber erfreuen sich digitale Geschäftsmodelle weiterhin größter Beliebtheit bei Investor:innen. Und gleichzeitig ist enorm viel Geld im Markt, das nach vielversprechenden Anlagemöglichkeiten sucht. Alles in allem ist damit das Umfeld für Börsengänge derzeit ausgesprochen gut.“

Die Pandemie habe zumindest für den IPO-Markt deutlich an Schrecken verloren, beobachtet Schwartz: „Die Wirtschaft hat sich relativ schnell auf die neue Realität eingestellt. Und je mehr die Unternehmen lernen, mit der Pandemie umzugehen, desto geringer werden die mit Corona und etwaigen neuen Virusvarianten verbundenen Risiken von Investor:innen gewichtet.“

Tech-Unternehmen bevorzugt

Vor allem Tech-Unternehmen zogen das Interesse der Investor:innen auf sich: Insgesamt wurden im Jahr 2021 611 IPOs in diesem Sektor mit einem Gesamtvolumen von 147 Milliarden US-Dollar gezählt. Damit entfiel jeder vierte Börsengang weltweit (26 %) und sogar 33 Prozent des gesamten Emissionsvolumens auf Technologieunternehmen.

Laut Schwartz hat der Tech-Boom auch mit den wirtschaftlichen Veränderungen zu tun, die von der Pandemie verstärkt wurden: „Die digitale Transformation der Wirtschaft hat durch die Pandemie einen enormen Schub bekommen. Zudem ist die Bereitschaft stark gestiegen, etablierte Geschäftsmodelle auf den Prüfstand zu stellen und auch radikale Maßnahmen einzuleiten, um die Zukunftsfähigkeit und Agilität von Unternehmen zu sichern. All das führt zu einem steten Zustrom von Börsenneulingen. Auch im kommenden Jahr wird es in großer Zahl an stark wachsenden Unternehmen aus dem Technologie- und Healthcare-Bereich an die Börse ziehen,“ erwartet Schwartz.

Wiener Börse schreibt neue Rekorde bei Anleihen-Listings

An der Börse Wien debütierten im Jahr 2021 aktienseitig acht Neuzugänge in den Einstiegssegmenten direct market bzw. direct market plus, unter anderem der Elektromobilitätspionier Kostad AG. Im prime market nutzten auch Unternehmen wie die CA Immo, Marinomed und Porr das Jahr für Kapitalerhöhungen.

Die Wiener Börse schreibt neue Rekorde bei Anleihen-Listings und zählt europaweit zu den Top-Anleihen-Listingplätzen. Im Jahresverlauf kamen bisher mit 6.536 neuen Bonds-Listings doppelt so viele wie im Vorjahr neu auf den Kurszettel (2020: 3.165). Die Wiener Börse hat sich damit europaweit zu den Top-Anleihen-Plattformen entwickelt. Rund 94 Prozent der Listings stammen von außerhalb Österreichs.

Weltweit höchste Aktivität an SPAC-Emissionen

Im laufenden Jahr wurden weltweit insgesamt 646 SPAC-Transaktionen gezählt, ein Wachstum von 136 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mantelgesellschaften erzielten ein Emissionsvolumen von insgesamt 161 Milliarden US-Dollar (plus 97 %).

Von den 468 SPAC-Transaktionen im laufenden Jahr entfielen 587 (91 %) auf die USA und 20 SPAC Emissionen auf Asien, während in Europa 39 derartige Emissionen verzeichnet wurden. „SPACs sind vor allem ein US-Phänomen, aber wir beobachten auch in Europa ein großes Interesse“, sagt Schwartz. „Die Zahl der SPAC-Emissionen in Europa stieg immerhin von sechs im Gesamtjahr 2020 auf 39 im Jahr 2021.“ Er rechnet daher mit einer steigenden Zahl indirekter Börsengänge im kommenden Jahr: „Die Kassen der derzeit rund 660 aktiven SPACs sind mit gut 160 Milliarden US-Dollar prall gefüllt – das eröffnet interessierten Unternehmen über den Zusammenschluss mit einer Mantelgesellschaft einen vielversprechenden alternativen Weg aufs Parkett – ob in Europa oder den USA.“

Rivian ist der größte Börsengang des Jahres

Der mit Abstand größte Börsengang des Jahres fand an der NASDAQ statt: Der Elektroautohersteller Rivian erlöste im November 13,7 Milliarden US-Dollar. 

Der Telekommunikationsanbieter China Telecom kam bei seinem Börsendebüt auf ein Emissionsvolumen von 7,4 Milliarden US-Dollar. An dritter Stelle rangiert die Erstnotiz der Kurzvideoplattform Kuaishou Technology mit einem Emissionsvolumen von 6,2 Milliarden US-Dollar. Dahinter folgt der südkoreanische Onlinehändler Coupang mit einem Emissionsvolumen von 4,6 Milliarden US-Dollar. In Europa belegt der Börsengang der polnischen InPost mit 3,9 Milliarden US-Dollar den ersten Platz im Ranking der größten IPOs, gefolgt von Volvo Car (2,7 Milliarden US-Dollar) und Vantage Towers (2,6 Milliarden US-Dollar). 

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EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt über 1.000 Mitarbeitende an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von 157 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt rund 300.000 Mitarbeitenden der internationalen EY-Organisation betreut EY Unternehmen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung. 

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at 

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.