Was beeinflusst heute die Arbeitswelt und Karrieren von morgen?

Autoren

Gunther Reimoser

Country Managing Partner | Österreich

Berater und Prüfer aus Leidenschaft. Lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in seinem Heimatort Perchtoldsdorf. Passionierter Fußballer, Läufer und Mountainbiker.

Ingrid Rattinger

Partnerin, Indirect Tax, Managing Partnerin Talent, Steuerberatung | Österreich

Ist erfahrene Umsatzsteuerberaterin mit Antworten auf die digitalen Herausforderungen. Als Talent Partnerin und Mutter von zwei Kindern liegt ihr die Förderung von Frauen besonders am Herzen.

5 Minuten Lesezeit 7 Februar 2020

Die Arbeitswelt von heute verändert sich nachhaltig. Welche Kompetenzen sind nun für die Karrieren von morgen gefragt?

Globale Megatrends und Entwicklungen wie die Globalisierung, der demografische Wandel und die weitere digitale Transformation verändern Gesellschaft, Wirtschaft und damit auch den Arbeitsmarkt fundamental. Dazu kommt die Ökologisierung als zentraler Treiber, die ganze Branchen wie die Automobilwirtschaft, Industrie, Tourismus und damit auch Geschäftsfelder und Berufsbilder nachhaltig prägen wird. In Österreich ist diese Entwicklung auch aufgrund des im neuen Regierungsprogramm verankerten Ziels, bis 2040 klimaneutral zu sein, keine Zukunftsmusik, sondern bereits jetzt Realität.

Ein angesprochener Treiber für die Veränderung der Arbeitswelt ist die digitale Transformation. Neue Technologien wie Software-Roboter, Automatisierung und Künstliche Intelligenz werden in den Unternehmen immer mehr Aufgaben übernehmen, die bislang von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgeführt werden. Das reduziert den Bedarf an Arbeitskräften in traditionellen Arbeitsbereichen, schafft neue Stellen in anderen Bereichen und verändert die Arbeit, wie wir sie heute kennen, in allen Sektoren gravierend.

Über die Auswirkungen der Technologisierung der Arbeit gibt es sehr unterschiedliche Prognosen und Szenarien. Unabhängig vom Szenario steht fest: Die Nachfrage nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Unternehmen mit digitalen Kompetenzen unterstützen, war nie größer als heute. Die Angst, dass Maschinen die Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängen, ist unbegründet. Menschliche Arbeit wird nicht ersetzt werden, sondern verändert ihr Gesicht: Weg von der „Hand Work“ hin zu mehr „Head Work“. Einfache Tätigkeiten können in Zukunft vermehrt durch Automatisierung erledigt werden, während die Zahl der hochqualifizierten Jobs steigt. Die veränderten Anforderungsprofile verlangen auch nach neuen Ausbildungswegen. 

Die Angst, dass Maschinen die Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängen, ist unbegründet. Menschliche Arbeit wird nicht ersetzt werden, sondern verändert ihr Gesicht.
Gunther Reimoser
Country Managing Partner | Österreich

Auf ins digitale Zeitalter – wie sich Österreichs Arbeitsmarkt für die Zukunft rüsten kann

Österreichs Wirtschaft steht schon jetzt mitten in der digitalen Transformation: Drei Viertel der heimischen Unternehmen haben digitale Technologien in ihr Geschäftsmodell integriert, wie eine aktuelle EY-Studie zeigt. Fakt ist: Jedes Unternehmen muss jetzt digitale Kompetenzen ausbauen – ob durch Rekrutierung oder Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fakt ist aber auch: Diese digitalen Kompetenzen sind momentan nicht ausreichend ausgeprägt oder auf dem Arbeitsmarkt vorhanden. Die Folge: So gut wie alle österreichischen Unternehmen haben aktuell Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Wie mehrere aktuelle EY-Studien zeigen, ist der Fachkräftemangel das aktuell größte Problem für heimische Unternehmen.

Der Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern für offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt macht nicht nur den Personalabteilungen zu schaffen – er kostet die Unternehmen insgesamt viel Geld: Mehr als jedes dritte Unternehmen beklagt Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels.

Fachkräftemangel

36%

Der österreichischen mittelständischen Unternehmen verlieren Umsatz, weil sie Stellen nicht besetzen können

Um diese gesellschaftliche Herausforderung zu bewältigen und die Weichen für die erfolgreiche Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich zu stellen, braucht es einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen. Zwei Maßnahmen sind dafür zentral: Investitionen in die Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und eine nachhaltige Weiterentwicklung des Bildungssystems mit stärkerem Fokus in Richtung digitaler Kompetenzen. Dabei ist es insbesondere wichtig, die Anzahl an Absolventinnen und Absolventen in den sogenannten MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu steigern.

Wie Technologie in den Arbeitsalltag integriert werden kann

Müssen jetzt also alle auf Programmierer oder Maschinenbauer umschulen? Die Antwort ist natürlich: Nein! Aber neue Technologien werden immer mehr Einzug in den Berufsalltag finden und unsere Arbeitsweise nachhaltig verändern. Unabhängig von ihrem Tätigkeitsbereich und ihrer Branche sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefordert, sich mit neuen technologischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und diese zu verstehen.

Unabhängig von ihrem Tätigkeitsbereich und ihrer Branche sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefordert, sich mit neuen technologischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und diese zu verstehen.
Ingrid Rattinger
Partnerin, Indirect Tax, Managing Partnerin Talent, Steuerberatung | Österreich

Als vertrauensvoller Partner, der Unternehmen auf allen Etappen des digitalen Wandels begleitet, erleben wir diese Entwicklung hautnah mit. Die Frage, welchen Mehrwert neue Technologien bringen, ob strategisch oder prozessual, steht mittlerweile im Mittelpunkt jedes Projekts. Wir reagieren auf diese neuen Herausforderungen, indem wir einerseits mehr Spezialisten anstellen, andererseits auch in die Weiterentwicklung des Technologieverständnisses unserer Prüferinnen und Prüfer sowie Beraterinnen und Berater investieren. Dafür haben wir mit EY Badges ein globales Weiterbildungsprogramm ins Leben gerufen.

Future Of Work: Welche Kompetenzen gefragt sind

Die Zukunft der Arbeit wird Gewinner und Verlierer hervorbringen. Wichtig wird es sein, die Beschäftigten auf diese Entwicklung vorzubereiten und ihnen heute schon die Fertigkeiten mitzugeben, die sie in Zukunft brauchen werden. In einer sich laufend verändernden Arbeitswelt müssen sich Beschäftigte auf lebenslanges Lernen einstellen und sich an wechselnde Aufgaben anpassen können. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die persönliche Bereitschaft, sich ständig weiterentwickeln zu wollen, essenziell.

Menschliche und soziale Fähigkeiten werden in einer digitalen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen: Dazu zählen insbesondere Empathie, die Fähigkeit zu inspirieren oder auch kulturelle Kompetenzen. In der Arbeitswelt von morgen und auch schon heute gilt es, diese menschlichen Fähigkeiten mit denen von Maschinen zu kombinieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Das bringt mit sich, dass Flexibilität und Agilität immer wichtiger werden. Arbeitgeber sind wiederum gefordert, die richtigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Junge Menschen, die heute und in den nächsten Jahren auf den Arbeitsmarkt kommen, sollten verschiedene Berufslaufbahnen ausprobieren und ihre Fertigkeiten konstant schulen.

Die umfangreichen, durch Megatrends getriebenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass das Mindset gegenüber dem Skillset an Bedeutung gewinnt. Zu den wichtigsten Kompetenzen für die Arbeitswelt der Zukunft zählen insbesondere vernetztes Denken, ein breites Mindset, fachliche Kompetenz, digitales Know-how, Teamfähigkeit und Kompetenz im Umgang mit Diversität, Flexibilität und Agilität sowie Neugier und Mut. Je breiter der Horizont, desto weiter ist das Feld an Karrierewegen, die erfolgreich eingeschlagen werden können.

Fazit

Die umfangreichen, durch Megatrends getriebenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass das Mindset gegenüber dem Skillset an Bedeutung gewinnt. Zu den wichtigsten Kompetenzen für die Arbeitswelt der Zukunft zählen insbesondere vernetztes Denken, ein breites Mindset, fachliche Kompetenz, digitales Know-how, Teamfähigkeit und Kompetenz im Umgang mit Diversität, Flexibilität und Agilität sowie Neugier und Mut. Je breiter der Horizont, desto weiter ist das Feld an Karrierewegen, die erfolgreich eingeschlagen werden können.

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Country Managing Partner | Österreich

Berater und Prüfer aus Leidenschaft. Lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in seinem Heimatort Perchtoldsdorf. Passionierter Fußballer, Läufer und Mountainbiker.

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Ist erfahrene Umsatzsteuerberaterin mit Antworten auf die digitalen Herausforderungen. Als Talent Partnerin und Mutter von zwei Kindern liegt ihr die Förderung von Frauen besonders am Herzen.