Pressemitteilung

20 Jul 2020 Zurich, CH

Pandemie belastet weltweiten IPO-Markt im zweiten Quartal 2020 – aber Aufwärtstrend im Juni

Zürich, 20 Juli 2020. Die weltweite Covid-19 Pandemie hat die Aktivitäten auf den internationalen IPO-Märkten deutlich verlangsamt: Das Emissionsvolumen der Börsengänge ging im zweiten Quartal 2020 verglichen mit der Vorjahresperiode um 32 Prozent auf 41,1 Milliarden US-Dollar zurück, die Anzahl der IPOs sank sogar um 39 Prozent auf 186.

  • Weltweites Emissionsvolumen sinkt im zweiten Quartal fast um ein Drittel, Zahl der IPOs schrumpft um 39 Prozent
  • Die stärksten Rückgänge wurden in Europa verzeichnet – Schweizer Börse mit zwei IPOs seit Jahresbeginn
  • Kürzere und virtuelle Roadshows ermöglichten dennoch Platzierungen
  • Weiterer Anstieg der IPO Aktivität für die zweite Jahreshälfte erwartet

Die weltweite Covid-19 Pandemie hat die Aktivitäten auf den internationalen IPO-Märkten deutlich verlangsamt: Das Emissionsvolumen der Börsengänge ging im zweiten Quartal 2020 verglichen mit der Vorjahresperiode um 32 Prozent auf 41,1 Milliarden US-Dollar zurück, die Anzahl der IPOs sank sogar um 39 Prozent auf 186. Vor allem in Europa und den USA gab es deutliche Rückgänge verglichen mit dem zweiten Quartal 2019: In den USA schrumpfte das Emissionsvolumen um 45 Prozent auf 15,1 Milliarden US-Dollar, die Anzahl der IPOs ging um 38 Prozent auf 40 zurück. In Europa gab es beim Emissionsvolumen einen Rückgang um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar, während die Zahl der Börsengänge um 60 Prozent auf 22 abnahm.

Der chinesische Markt konnte hingegen dem globalen Trend trotzen und – wie bereits im ersten Quartal dieses Jahres – erneut zulegen: Das Emissionsvolumen stieg in China (einschliesslich Hongkong) um 55 Prozent auf 17,9 Milliarden US-Dollar, die Zahl der IPOs stieg um 28 Prozent auf 91 an. Damit fand fast jeder zweite Börsengang weltweit im zweiten Quartal 2020 in China statt. Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

«Bedingt durch die weltweiten Massnahmen zur Eindämmung von Corona gingen die IPO-Aktivitäten im April und Mai wie erwartet zurück», sagt Tobias Meyer, Leiter Transaction Accounting and IPO Services bei EY in der Schweiz. «Allerdings haben wir schon im Juni deutliche Erholungszeichen gesehen.» So lag die Zahl der Börsengänge im April bei 54, im Mai sogar nur bei 43. Im Juni wagten hingegen bereits wieder 89 Unternehmen den Schritt aufs Parkett – von den zehn grössten Börsengängen im zweiten Quartal 2020 fanden acht im Juni statt. «Die gute Entwicklung in den letzten Wochen zeigt, dass der Markt sehr aufnahmefähig ist und dass gut vorbereitete Unternehmen in den richtigen Sektoren und mit den richtigen Geschäftsmodellen trotz Covid-19 auf Investorenappetit treffen.» Laut Tobias Meyer stehen derzeit vor allem Technologieunternehmen sowie Pharma- und Biotech-Unternehmen bei Investoren hoch im Kurs.

Zwei Listings an der Schweizer Börse

Auch in der Schweiz ist im zweiten Quartal 2020 wieder etwas Schwung in den Markt für IPOs gekommen: Am 12. Juni wurde der erste Handelstag der Ina Invest Holding Ltd. verzeichnet; der Börsengang des Immobilienentwicklungs-Geschäfts des Bauunternehmens Implenia als eigenständig kotierte Gesellschaft generierte 116 Millionen Schweizer Franken. Und am 25. Juni fand die Kotierung der V-ZUG Holding AG statt, und zwar im Rahmen einer Abspaltung der Metall Zug Gruppe und dem gleichzeitigem Listing als eigenständiges Unternehmen an der Schweizer Börse. «Die Erholung der Aktienkurse, eine deutlich niedrigere Volatilität und eine verbesserte Stimmung unter Investoren haben dazu beigetragen, dass sich das Umfeld für Börsengänge in den vergangenen Wochen wieder verbessert hat», ergänzt Tobias Meyer. Börsenkandidaten nutzen die virtuelle Investorenansprache und bereiten sich mit kürzeren Roadshows auf volatile Märkte vor. Es stehen derzeit einige Unternehmen in den Startlöchern, die einen Börsengang in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 oder Anfang 2021 anstreben könnten.»

Die grössten Börsengänge finden zurzeit in China statt

Der grösste Börsengang in Europa im zweiten Quartal 2020 war die Erstnotiz des niederländischen Kaffeeunternehmens JDE Peet’s, bei dem 2,9 Milliarden US-Dollar gelöst wurden. Die weltweit grösste Transaktion war der Börsengang des chinesischen Online Händlers JD.com, der 3,9 Milliarden US-Dollar einbrachte, gefolgt vom Börsendebüt des ebenfalls aus China stammenden Internetkonzerns und Onlinespieleanbieters Netease, der 3,1 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Die detallierten Ergebnisse entnehmen Sie dem PDF.

 

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