15 Minuten Lesezeit 6 September 2018
Kollegen beim Brainstorming im Büro eines Tech-Start-ups

Warum Unternehmen von Connected Reporting profitieren können

Von

Peter Wollmert

Leiter Financial Accounting Advisory I Global

Fördert Qualität und Effektivität in der Unternehmensberichterstattung und Prüfung. Fürsprecher für die Zukunft der Wirtschaftsprüfung. Leidenschaftlicher Läufer und Taucher.

15 Minuten Lesezeit 6 September 2018

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Connected Reporting: Warum jedes Unternehmen davon profitieren kann 

Connected Reporting kann nicht nur die interne Entscheidungsfindung erleichtern, sondern das Verhältnis zu Aufsichtsbehörden, Investoren und der allgemeinen Öffentlichkeit verbessern. Unternehmen sind mit immer komplexeren Anforderungen an das Berichtswesen konfrontiert. Die Globalisierung ermöglicht komplexe Geschäftsbeziehungen zwischen diversen Rechtsformen. Auch die Gesetzgebung wandelt sich international rasant. Es wundert daher nicht, dass Investoren und Kapitalmarkt-Teilnehmer immer höhere Anforderungen an das Reporting stellen. Dies zeigt auch eine EY-Befragung von 500 international tätigen Unternehmen: Drei Viertel der Teilnehmer geben an, dass das Berichtswesen in jüngster Vergangenheit komplexer geworden ist.

Unterdessen sind sich Unternehmen ihres Bedarfs an optimierten Reporting-Strukturen bewusst. 74 Prozent der Befragten denken, dass sie die Informationsqualität für externe Stakeholder verbessern müssen. Nur wenige sind davon überzeugt, dass ihr Reporting bereits alle Anforderungen in den Bereichen Aktualität, Effizienz, Compliance und Prozessexzellenz erfüllt. Die Mehrheit sieht einen umfassenden Verbesserungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf zeitliche Effizienz und den Integrationsgrad ihres Berichtswesens. Finanzabteilungen müssen sicherstellen, dass das Reporting alle Stakeholder-Anforderungen erfüllt, aktuell, korrekt und widerspruchsfrei ist.

EY ist sich dieser schwierigen Herausforderung für Unternehmen bewusst. Wir prüfen Ihre Reporting-Strukturen genau und analysieren alle internen wie externen Hürden. Anschließend erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen skalierbare Lösungen mit höchstem Qualitätsanspruch. Eine dieser Lösungen ist das Connected Reporting. Der Grundansatz ist es, finanzielle und nichtfinanzielle Informationen, interne und externe Berichte zusammenzuführen. Dies ermöglicht mehr Effizienz und Konsistenz.

Wir haben fünf Gründe identifiziert, warum Connected Reporting eine wegweisende Lösung ist:

  1. Mehr Dynamik und Komplexität:
    Vor allem international agierende Unternehmen müssen eine Reihe unterschiedlicher Reporting-Standards erfüllen. Auch die Umfelder, in denen Unternehmen agieren, sind dynamischer und komplexer als je zuvor. Wenn sie wachsen, in neue Märkte eintreten oder neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, ist diese Komplexität eine der größten Herausforderungen.
  2. Schnell und genau:
    Die Anforderungen an das Berichtswesen steigen, sie werden sowohl von internen als auch externen Stakeholdern getrieben. Die Ansprüche interner wie externer Stakeholder erfordern eine zunehmende Anzahl an Reportings. In diesem Zusammenhang gewinnen Faktoren wie Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility an Bedeutung. Dabei verlangen Stakeholder regelmäßige, qualitativ hochwertige Informationen in immer kürzeren Abständen. Es braucht einen ausbalancierten Spagat zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit. Zudem müssen Reportings die je unterschiedlichen Ansprüche diverser Adressaten erfüllen.
  3. Praktische Herausforderungen:
    Die (internationale) Gesetzgebung wandelt sich so rasch, dass Unternehmen Mühe haben, mit ihr Schritt zu halten. Zudem ist es eine Herausforderung, Mitarbeiter für das Berichtswesen zu finden, die mehr als klassische Buchhaltungsfähigkeiten mitbringen. Ohnehin hat ein umfassender Personalabbau in den Finanzabteilungen die Humanressourcen für ein optimiertes Reporting reduziert. Dies bestätigt auch die Mehrzahl der von EY befragten Unternehmen.
  4. Spielraum für Verbesserungen:
    Nichtsdestotrotz sind Optimierungen nötig. Die Mehrheit der Befragten ist davon überzeugt, dass ihre Reporting-Strukturen wesentlich weniger komplex und effizienter sein könnten. Auch im Bereich Informationsqualität gibt es reichlich Handlungsbedarf. Mehr Genauigkeit und Konsistenz kann sowohl die Transparenz als auch die Entscheidungsfähigkeit des Unternehmens stärken.
  5. Vorteile des Connected Reporting:
    Dieser Ansatz kann die Lücke zwischen den unterschiedlichen Informationsansprüchen interner und externer Adressaten schließen. Er ermöglicht es, finanzielle und nichtfinanzielle Informationen auf Basis konsistenter Daten und leistungsfähiger IT- und Reporting-Strukturen zu kommunizieren.
    Connected Reporting wird immer attraktiver. Unternehmen haben erkannt, dass sie damit ihren Reporting-Prozess stärken und die Qualität der Informationen verbessern können. Aus diesen Gründen entscheiden sich immer mehr Unternehmen für Connected Reporting.
    Dazu braucht es allerdings eine Reihe an Vorbereitungen, beispielsweise im Hinblick auf die Datenqualität und Leistungsfähigkeit der IT-Infrastruktur. Um ein effizientes und effektives Berichtswesen zu etablieren, sollten Unternehmen eine Reihe an Faktoren beachten: Einführung von Connected Reporting für verlässliche, konsistente und aktuelle Daten jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen Finanzberichte.

Enge Abstimmung mit der strategischen Kommunikation, um interne wie externe Veröffentlichungen anzupassen und für konsistente, wirksame Public Relations zu sorgen.

  • Prüfung der Reporting-Prozesse auf Angemessenheit und Effizienz, um hochwertige Daten bei möglichst geringem Kosteneinsatz zu gewährleisten.
  • Diese Herausforderungen machen eine breitere, langfristige Perspektive auf das Berichtswesen erforderlich.
  • Dabei geht es in erster Linie um strategische Prioritäten, die über den reinen Compliance-Fokus noch hinausgehen.

Mit einem exzellenten Reporting sind zwar Investitionen in Data Analytics und die IT-Infrastruktur verbunden. Doch es kann dabei helfen, Geschäftsprozesse nachhaltig zu optimieren und die Führungsebene bei profitablen strategischen Entscheidungen zu unterstützen.

Geschäftsmann spricht über die Lösung eines Problems
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Kapitel 1

Unternehmen werden komplexer

Wenn Unternehmen wachsen und expandieren, verlangen zugleich Aufsichtsbehörden und Investoren immer mehr Informationen.

Die Globalisierung hat, wie oben angesprochen, zu komplexeren Unternehmensstrukturen und -beziehungen geführt. Auch die Umfelder, in denen Unternehmen agieren, sind dynamischer und komplexer als je zuvor.

Selbst wenn ein Unternehmen seine Produkte nicht auf der ganzen Welt verkauft, muss es sich wahrscheinlich dennoch mit einer weitreichenden Lieferkette auseinandersetzen, die in internationale Märkte hineinreicht, Shared Service Center nutzt und aus globalen operativen Einheiten aufgebaut ist.

Von den 500 Unternehmen, die EY zu diesem Thema befragt hat, unterhält die Hälfte mehr als zehn Geschäftsbereiche. Ein Drittel ist in mehr als zehn Ländern aktiv. Mehr als 60 Prozent haben in den vergangenen drei Jahren mit einer zunehmenden Anzahl an Aufsichtsbehörden und Rechtsvorgaben zu tun. Im selben Zeitraum haben mehr als 70 Prozent der Befragten ihre Produkt- und Dienstleistungsangebote erweitert und sind damit in neue Marktsegmente vorgestoßen.

Die zunehmende Komplexität des Geschäfts spiegelt sich in wachsenden Anforderungen an das Berichtswesen. Drei Viertel der Befragten müssen mehr als fünf Reporting-Standards erfüllen und verfügen über ebenso viele Reporting-Systeme. Mehr als zwei Drittel mussten auch die Gesamtzahl und Häufigkeit ihrer Berichte erhöhen.

Unternehmen agieren in einer zunehmend komplexen Umgebung
Die Berichtshäufigkeit ist zweifellos eine der größten Herausforderungen für Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um den Jahresabschluss, sondern insbesondere um Berichte, die für Investoren wichtig sind.
Joon Arn Chiang
EY-Leiter FAAS Asia-Pacific

Die Ansprüche von Investoren sind auch im Zuge der geschäftlichen Expansion eine zentrale Herausforderung für das Reporting. „Werden Unternehmen größer und globaler, nehmen zugleich die Prüfungsintensität durch Wirtschaftsprüfer, Vorstände und institutionelle Anleger zu“, sagt Neri Bukspan, EY-Leiter Financial Reporting and Disclosure FAAS Americas. „Investoren und andere Anspruchsgruppen verlangen mehr Informationen, die verlässlich, valide und aktuell sein müssen.“

Der Bedarf an einer optimierten Reporting-Infrastruktur wächst parallel zur Unternehmenskomplexität.

Studenten hören Gruppe zu
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Kapitel 2

Unternehmen müssen sich mit dynamischen und anspruchsvollen Reporting-Umgebungen auseinandersetzen

Unterschiedliche Stakeholder verlangen unterschiedliche Daten zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Die Ansprüche interner wie externer Stakeholder erfordern eine zunehmende Anzahl an Reportings zu finanziellen wie nichtfinanziellen Themen. In diesem Zusammenhang gewinnen Faktoren wie Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility an Bedeutung. Zudem müssen Berichte immer öfter auch Prognosen abgeben.

Die wachsende Unternehmenskomplexität spiegelt sich dabei in einer herausfordernden Reporting-Umgebung wider. Die Ansprüche externer Stakeholder sind so hoch und divers wie nie zuvor. So wird zum Beispiel ein konstanter Strom an regulatorischen und buchhalterischen Informationen gefordert. Drei Viertel der von EY befragten Unternehmen sind sich einig, dass das Reporting in den vergangenen Jahren komplexer geworden ist.

Und diese Komplexität dürfte noch steigen. Denn heute spielen zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle: Regulierung, Finanzen, Management und Vorstand, Governance, Abteilungen, Corporate Social Responsibility (CSR), Lohnstruktur, Steuern, HR, Nachhaltigkeit und integriertes Berichtswesen. Jeder dieser Faktoren vergrößert entweder den Umfang eines Berichts oder verlangt ein jeweils separates Reporting.

Entwicklung mit der dynamischen Reporting-Umgebung
Investoren verlangen mehr Informationen zur Unternehmensstrategie. Sie wollen Risiken besser verstehen und zugleich wissen, wie das Unternehmen mit ihnen umgeht.
Neri Bukspan
EY-Leiter Financial Reporting and Disclosure FAAS Americas

Unterschiedliche Stakeholder mit unterschiedlichen Bedürfnissen

Fast 70 Prozent aller von uns Befragten geben an, dass es sehr schwierig ist, die Anforderungen unterschiedlicher externer Stakeholder an das Reporting zu erfüllen. So braucht es für Aufsichtsbehörden extrem detaillierte Berichte mit hoher Datengenauigkeit im Rahmen festgelegter Zeitpläne. Investoren hingegen verlangen komprimiertere Informationen zu KPIs in wesentlich kürzeren Abständen.

„Standardisierte Reportings, etwa für Aufsichtsbehörden, sind extrem umfangreich. Für Shareholder oder Investoren ist es schwer, daraus die für sie relevanten Informationen herauszufiltern“, unterstreicht Andrew Davies, EY-Leiter FAAS UK&I.

Anspruch auf Regelmäßigkeit

Die Geschäftswelt agiert immer schneller und Unternehmen ziehen Investorengruppen mit einem immer kürzeren Investitionszeitrahmen an. Deshalb wachsen die Zweifel, ob der aktuelle Berichtszyklus für diesen Zweck überhaupt ausgelegt ist. Standardberichte wie der Jahresabschluss werden zunehmend als Referenzmaterial angesehen. Ihr Einfluss auf Investitionsentscheidungen schwindet und sie haben kaum noch marktbewegende Auswirkungen. Mehr als zwei Drittel der Befragten stimmen zu, dass externe Stakeholder häufiger Berichte fordern.

Prognostische Informationen sowie

die nichtfinanzielle Berichterstattung sind gefragt. Fast drei Viertel der Befragten sagen, dass die Finanzfunktion zunehmend nichtfinanzielle Informationen für interne und externe Stakeholder abliefern muss. Zu diesen Informationen gehören Bereiche wie Governance, Corporate Social Responsibility, Lohnstruktur und Nachhaltigkeit, die von vielen Unternehmen als imageentscheidend bezeichnet werden.

Marktanalyse
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Kapitel 3

Vier Herausforderungen für ein verbessertes Reporting

Um das Berichtswesen zu verbessern, müssen sich Unternehmen vielen Herausforderungen stellen.

Die Gesetzgebung wandelt sich so schnell, dass Unternehmen Mühe haben, Schritt zu halten. Aufgrund begrenzter Ressourcen müssen sie vor allem ihr Reporting effizienter gestalten. Das funktioniert beispielsweise über ein Upgrade der IT-Systeme, die Konsolidierung und die Erleichterung der Zugänglichkeit von Daten und durch die Optimierung aller Prozesse. Auch auf der Personalebene sollte man umdenken. Die richtigen Mitarbeiter für die Reporting-Funktionen zu finden, die mehr als nur klassische Buchhaltungsfähigkeiten mitbringen, ist schwierig. Spielraum für Verbesserungen: Nichtsdestotrotz sind Optimierungen nötig.

Externe Herausforderungen und der schnelle Wandel

Eine fließende, dynamische Marktumgebung ist die wichtigste externe Herausforderung für das Reporting, sagen die Befragten. Schnelle Marktveränderungen stellen die Finanzfunktion vor das Problem, präzise und zugleich aktuelle Daten zu liefern, die nicht gleich wieder veraltet sind.

Sorge um regulatorische Veränderungen

Neue Anforderungen an das buchhalterische und finanzielle Reporting treibt die Befragten ebenfalls um. Sie betonen insbesondere die Schnelligkeit, mit der dies geschieht. Das zwingt sie zu einer Anpassung der IT-Systeme und zu Investitionen in die Mitarbeiterschulung und die Ressourcen, mit denen sich Compliance-Anforderungen umsetzen lassen. „In den vergangenen Jahren ist die Anzahl an Buchhaltungsstandards fast exponentiell angestiegen und hat das finanzielle Berichtswesen noch komplexer gemacht“, sagt Davies. „Die Veränderungen bei Finanzinstrumenten, der aktienbasierten Vergütung, Renten und anderen Buchhaltungsstandards sind signifikant und lassen die geforderten Angaben steigen.“

Wo hatten aufsichtsrechtliche Veränderungen im Reporting den größten Einfluss auf Ihr Unternehmen?

Unternehmen stehen vor großen internen Herausforderungen

Als größter interner Faktor für das Reporting gilt die Zeit, die für die Erstellung eines Berichts aufgewendet werden muss. Unternehmen haben offensichtlich Probleme, Informationen zu sammeln, zu analysieren und ihre Berichte pünktlich abzuliefern. Das liegt nicht allein an der Datenquantität oder am Zwang, diese Daten akkurat aufbereitet und pünktlich abzuliefern. Meist liegt es an ineffizienten Strukturen und endlichen Ressourcen. Die komplexe Organisationsstruktur und das Kostenmanagement aufwendiger Reportings sind ebenfalls Schlüsselhürden.

Fachkräfte als Kernproblem

Auch die personellen Ressourcen sind eine große Herausforderung. Der Druck auf das Reporting steigt, die Kosten sind sowieso hoch. Unternehmen sind deshalb auf der Suche nach fähigen Angestellten, die produktiv arbeiten und den Reporting-Prozess stärken können, während sie gleichzeitig die Kosten senken. Mehr als 60 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass es schwierig ist, fachlich kompetentes Personal für das Reporting zu finden.

Überprüfung des Marktdaten-Büros
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Kapitel 4

Die Mehrheit der Befragten ist davon überzeugt, dass ihre Reporting-Strukturen wesentlich weniger komplex und effizienter sein könnten.

Die meisten Unternehmen sind gut aufgestellt, doch sie könnten ihre Effizienz durch den Abbau von Komplexität steigern.

Unternehmen erkennen reichlich Handlungsbedarf bei der Verbesserung ihrer Reporting-Strukturen. Sie sind der Ansicht, dass die Rahmenbedingungen schlanker und zeiteffizienter gestaltet werden können, um bessere Informationen zu liefern. Daraus ergäben sich auch Vorteile in der Genauigkeit, Stimmigkeit und Transparenz. Dies wiederum würde die Entscheidungsfindung erheblich erleichtern.

Ein Großteil der Unternehmen ist mit den meisten Aspekten seiner aktuellen Reporting-Strukturen sehr zufrieden. Generell entsprechen Pünktlichkeit, Kosten und Compliance-Level den Erwartungen. „Katastrophen gibt es selten. Die meisten Organisationen sind in bestimmten Bereichen sogar ausnehmend gut aufgestellt. Doch in allen Strukturen gibt es reichlich Spielraum für noch bessere Ergebnisse und eine allgemeine Optimierung“, sagt Bukspan. „Das kann für Systeme oder integrierte Benennungsregeln für alle Abteilungen gelten. Auch bei der Auswahl und Ausgestaltung der KPIs ist noch vieles möglich. Prozesse, IT und Daten gehören ebenso dazu.“

Mehr Effizienz

Zusätzlich wünschen sich 78 Prozent der Befragten einen effizienteren Reporting-Prozess. Nur 27 Prozent der Befragten sehen hier bereits das Optimum erreicht. Ebenso geben nur 25 Prozent an, dass sie mit der Abschlussgeschwindigkeit zufrieden sind.

Wie viel Vertrauen haben Sie in die folgenden Aspekte des Reportings?

Qualität der Inhalte

Neben der Effizienzsteigerung im Reporting-Prozess sehen 74 Prozent der Befragten einen Verbesserungsbedarf bei der Informationsqualität für externe Stakeholder. Dafür müssen sie über den Tellerrand regulatorischer Anforderungen hinausblicken. Wer ausschließlich gesetzlichen Vorgaben folgt, erzeugt nicht unbedingt Berichte, mit denen externe Stakeholder etwas anfangen können.

Schweben Staudammbrücke
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Kapitel 5

Die zahlreichen Vorteile des Connected Reporting

Mit dem Connected Reporting sind Unternehmen in der Lage, die Anforderungen an die Plausibilität ihrer finanziellen und nichtfinanziellen Informationen zu erfüllen.

Dies macht das Berichtswesen effizienter, verbessert Prozesse und die Qualität der Ergebnisse. Unternehmen haben erkannt, dass sie damit ihren Reporting-Prozess stärken und die Qualität der Informationen verbessern können. Dies wiederum verbessert die Beziehungen zu Investoren und die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden. Es erleichtert es, Entscheidungen zu treffen, und stärkt das Image. Allerdings wissen Unternehmen auch um die Schwierigkeiten bei der Implementierung von Connected Reporting, denn dazu müssen sie wesentliche Fortschritte in vielen Bereichen machen. Von zentraler Bedeutung ist, die Verfügbarkeit, Genauigkeit und Konsistenz der Daten zu erhöhen und in die IT-Infrastruktur zu investieren.

Häufig wird das finanzielle Reporting als reine Compliance-Anforderung unterschätzt und nicht als Instrument für das Marketing oder das Reputationsmanagement betrachtet. Doch es bietet die Chance, alle drei Bereiche abzudecken.
Andrew Davies
EY-Leiter FAAS UK&I

Trotz der wachsenden Anforderungen und der Erkenntnis, dass das Reporting effizienter werden sollte, haben bisher nur wenige Unternehmen die Vorteile eines verbesserten Reportings erkannt. „Häufig gilt das finanzielle Reporting als reine Compliance-Anforderung, nicht als Instrument für das Marketing oder das Reputationsmanagement. Doch es bietet die Chance, alle drei Bereiche abzudecken“, sagt Davies. Allerdings kommen inzwischen immer mehr Unternehmen genau zu dieser Erkenntnis, denn sie versprechen sich Verbesserungen in den Investor Relations und der Entscheidungsfindung.

Die Vorteile des Connected Reporting

Connected Reporting bietet eine Lösung für alle diese Herausforderungen. Es versetzt Unternehmen in die Lage, alle steigenden Anforderungen an finanzielle und nichtfinanzielle Informationen zu erfüllen. Werden Informationen verknüpft, können Unternehmen leichter Entscheidungen treffen, die zugleich qualitativ besser sind. Zudem zeichnen sie ein deutlicheres Unternehmensbild für externe Stakeholder.

Connected Reporting schließt die Lücke zwischen den unterschiedlichen Informationsanforderungen von in- und externen Zielgruppen und Zielstellungen. Mit schlankeren IT-Strukturen und automatisierten Systemen und Methoden wird das Reporting deutlich vereinfacht. Dies wiederum führt zu konsistenteren Daten und damit zu konsistenteren Prozessen, Berichten und Veröffentlichungen.

Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptvorteile eines vernetzteren Reporting-Ansatzes in Ihrem Unternehmen?

Der Weg zum Connected Reporting

Die Implementierung von Connected Reporting in Unternehmen schreitet nur langsam voran. Dies liegt nicht zuletzt an den Hürden, die sich aus der Verfügbarkeit, Genauigkeit und Konsistenz von Daten ergeben. Damit geht es auch um Investitionen in die IT-Infrastruktur. Genauso wichtig sind standardisierte Geschäftsprozesse. Intern ist es entscheidend, die richtigen Kompetenzen miteinander zu verknüpfen, um alle benötigten Informationen für ein Connected Reporting zur Verfügung zu stellen.

„Unternehmen müssen zwei grundsätzliche Schritte umsetzen“, sagt Chiang. „Erstens braucht es effektivere Prozesse. Es geht um den Informationsfluss, die Datenerfassung, die Datentransformation und die Kondensation zu nutzbaren Werten. Zweitens geht es um die sinnvolle Einbindung des IT-Systems. Schließlich sollen möglichst viele Aspekte automatisiert werden.“

Fazit

Unternehmen müssen zahlreiche Hürden auf dem Weg zum Connected Reporting überwinden. Doch es lohnt sich. Zu den Vorteilen gehören bessere Entscheidungsprozesse, bessere Investor & Regulator Relations und ein besseres Image. Außerdem wird das Reporting so zum strategischen Instrument – weit über die Compliance-Ebene hinaus.

Über diesen Artikel

Von

Peter Wollmert

Leiter Financial Accounting Advisory I Global

Fördert Qualität und Effektivität in der Unternehmensberichterstattung und Prüfung. Fürsprecher für die Zukunft der Wirtschaftsprüfung. Leidenschaftlicher Läufer und Taucher.