3 Minuten Lesezeit 15 September 2021
eine Geschäftsfrau, die sich Diagramme auf einem Bildschirm ansieht

Unternehmen am Scheideweg: GBS 2.0 oder Outsourcing?

Autoren
Niklas Oldiges

Leiter Global Business Services, EY Consulting GmbH | Deutschland

Begleitet Kunden bei der Transformation ihrer Verwaltung in flexible und anpassungsfähige Global-Business-Services-Organisationen. Genießt in seiner Freizeit mit seiner Frau und zwei Söhnen die Natur.

Karsten Quirini

Director, Business Consulting, EY Consulting GmbH | Deutschland

Begeisterter Global Business Services Berater. Begleitet Kunden seit vielen Jahren bei Shared-Service- und GBS-Transformationsprojekten – von der Strategie bis zur Implementierung.

3 Minuten Lesezeit 15 September 2021

Wertschöpfende Dienstleistungen statt Routineaufgaben: So meistern Unternehmen mit Global Business Services die digitale Transformation.

Überblick

  • In einem sich rasant entwickelnden Umfeld stehen Shared Services Organisationen der 1. Generation unter hohem Erwartungs- und Handlungsdruck.
  • Der bisherige Status Quo wird gerade von anspruchsvollen CFOs mit Modernisierungsagenda häufig nicht länger akzeptiert.
  • Führungspersonen haben jetzt 2 Möglichkeiten: Entweder Outsourcing oder die radikale Weiterentwicklung zu GBS 2.0 Strukturen.

Die Zeiten sind instabil und flüchtig. Unternehmen stehen mehr denn je vor neuen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat unsere digitalen Grenzen aufgezeigt und eingefahrene Arbeitsweisen auf den Kopf gestellt. Gleichzeitig entwickeln sich neue Technologien immer rasanter – der Digitalisierungsdruck ist größer denn je. „VUCA-Welt“ (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) lautet das Stichwort, das in diesem Zusammenhang immer häufiger fällt.

Deshalb sind agile, digitale Strategien gefragt, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben und global agieren und kooperieren zu können. Dies betrifft immer mehr auch die eigenen Verwaltungsfunktionen.

Es ist Zeit, sich zu entscheiden: Global Business Services (GBS) 2.0 oder Outsourcing?

Den ersten Schritt in die richtige Richtung haben viele Unternehmen längst getan. In Shared Services Centern (SSC) wurden Verwaltungsfunktionen wie HR, Rechnungswesen oder IT mit dem Ziel gebündelt, Standarddienstleistungen zu möglichst niedrigen Kosten abzuwickeln und Effizienzen zu heben. Doch viele SSC Organisationen haben sich über den ursprünglichen Zweck hinaus, nicht weiterentwickelt und sind irgendwo auf dem Weg steckengeblieben. 

Sie werden den heutigen Anforderungen an eine Service-Organisation, die einen sichtbaren Beitrag zu Transformation, Digitalisierung und Wachstum des Unternehmens liefern soll, nicht gerecht – schlimmer noch: Viele können nicht einmal mehr mit dem Vorteil der kostengünstigen Abwicklung punkten, da sich das Lohnniveau der Länder immer mehr angleicht. 

Schnell steht dann die Frage nach Outsourcing im Raum. Wenn die eigene Shared Services Organisation zwar Kosteneinsparung aber keinen Transformationsbeitrag liefert, warum die Verantwortung dann nicht an einen Outsourcing-Dienstleister übertragen? Hierdurch lassen sich potenziell weitere Effizienzgewinne erzielen und, vielleicht noch wichtiger, eigene Managementressourcen in anderen Themen einsetzen.  

Viele interne Shared Services Organisationen und damit auch ihre Führungen stehen daher am Scheideweg: Der bisherige Status Quo wird gerade von anspruchsvollen CFOs mit Modernisierungsagenda nicht länger akzeptiert.

Shared Services Organisationen stehen am Scheideweg: Entweder sie übergeben bestehende Shared Services Aufgaben vollständig an einen externen Dienstleister oder entwickeln ein GBS 2.0-Modell, das als digitaler Transformationsmotor fungiert und echten Mehrwert für das gesamte Unternehmen schafft.

Sie haben zwei Möglichkeiten zu agieren:

  1. Sie entwickeln ein passgenau zugeschnittenes GBS 2.0-Modell, das als digitaler Transformationsmotor das Unternehmen nach vorne bringt und über Kostenvorteile hinaus einen signifikanten Mehrwert für das gesamte Unternehmen schafft, oder
  2. Sie übergeben bestehende Shared Services Aufgaben vollständig an einen externen Dienstleister, um weitere Effizienzen zu heben und eigene Managementkapazitäten in anderen Transformationsfeldern einzusetzen.

Was zeichnet Global Business Services 2.0 aus? Spezifika und Vorteile im Überblick

Eine Vielzahl von Unternehmen entscheiden sich für die Weiterentwicklung bestehender SSC Strukturen hin zu Global Business Services 2.0 mit einem starken Fokus auf Wertschöpfung. Konkret heißt das:

  • Shared Service Strukturen mit einer globalen Ausrichtung und übergreifenden Steuerung – häufig als unabhängige Organisation und selbstständige Geschäftseinheit
  • Bereitstellung echter Mehrwertdienstleistungen, von denen das gesamte Unternehmen profitiert – von digitalisierten End-to-End Prozessen bis hin zu hochspezialisierten Expertenteams für Integration, Transformation und Innovation  
  • Im Mittelpunkt aller Entscheidungen steht der Kunde, dessen Zufriedenheit über effizient gesteuerte Wertschöpfungsprozesse maximiert werden soll.

Die Vorteile von GBS 2.0, die Unternehmen erzielen können sind zahlreich und gehen weit über die Optimierung von Kosten und Effizienz hinaus. Mit einem individuell abgestimmten GBS-Konzept profitieren global agierende Unternehmen von:

  • zentralisierten und standardisierten Prozessen über alle Organisationseinheiten
  • methodischen (LEAN, Six Sigma) und digitalen Lösungen
  • hochspezialisierten Expertenteams, die die Unternehmenstransformation unterstützen („Next Generation ERP“, Integration, Innovation, Change Management)
  • funktionsübergreifenden End-to-End-Prozessen, statt isolierter Insellösungen
  • strukturiertem Talent Management und neuen Recruiting-Möglichkeiten durch Virtual und Remote Work.

Inwieweit ein Unternehmen ganz individuell von GBS 2.0 oder Outsourcing profitieren kann, ermitteln wir unter anderem über spezifische EY-Tools, wie das Digital Maturity Assessment und die GBS Strategy App

Fazit

In einem sich rasant entwickelnden Umfeld stehen Shared Services Organisationen der 1. Generation unter hohem Erwartungs- und Handlungsdruck: Entweder echten Mehrwert als digitaler Transformationsmotor für Verwaltungsfunktonen liefern oder eine Auslagerung an Outsourcing Dienstleister prüfen, um Effizienzpotenziale zu heben und Managementressourcen neu zu fokussieren.

Über diesen Artikel

Autoren
Niklas Oldiges

Leiter Global Business Services, EY Consulting GmbH | Deutschland

Begleitet Kunden bei der Transformation ihrer Verwaltung in flexible und anpassungsfähige Global-Business-Services-Organisationen. Genießt in seiner Freizeit mit seiner Frau und zwei Söhnen die Natur.

Karsten Quirini

Director, Business Consulting, EY Consulting GmbH | Deutschland

Begeisterter Global Business Services Berater. Begleitet Kunden seit vielen Jahren bei Shared-Service- und GBS-Transformationsprojekten – von der Strategie bis zur Implementierung.