4 Minuten Lesezeit 7 Juni 2019
Gepard verfolgt Beute

„Survival of the Fastest“ – Wie Product Lifecycle Management an die Spitze führt

Von

Adrian Reisch

Globaler Leiter Product Lifecycle Management, Advisory Services | Deutschland

Steht Kunden bei der Lösung komplexer Probleme bei der digitalen Transformation zur Seite. Setzt dafür auf jahrelange Erfahrung, sein Wissen über "Leading Practices" und auf moderne IT-Lösungen.

4 Minuten Lesezeit 7 Juni 2019

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Integriertes Product Lifecycle Management bringt die Anforderungen des digitalen Zeitalters auf den Punkt: Überleben heißt schnell und effizient sein. 

Hätte Charles Darwin Produkte entwickelt und gemanagt, wäre integriertes Product Lifecycle Management (PLM) wohl sein Steckenpferd geworden. Der Forscher hätte, angelehnt an seine Theorien, erkannt: Im digitalen Zeitalter setzt sich durch, wer die Komplexität seiner Produkte effizient und ganzheitlich verwaltet. Schnelligkeit wird zur Überlebensstrategie.

Denn: In der sich stetig verändernden digitalen Welt reicht geschäftlicher Ehrgeiz nicht mehr aus, um sich abzuheben, geschweige denn ganz oben mitzumischen. Darwins „Survival of the Fittest“ ist gut. „Survival of the Fastest“ ist besser. Veränderungsbereitschaft bringt voran, doch das Tempo der Anpassungsfähigkeit bestimmt letztendlich den Erfolg.

Auch bei Industrieunternehmen, die sich von ihrer Konkurrenz absetzen und gleichzeitig neuen Kundenanforderungen gerecht werden wollen, wird der Wettbewerb immer fordernder. Erfolg wird zwar durch Stärke angetrieben – um dann aber im Top-Pool mitzuhalten, ist Ausdauer gefragt. Um diese Ausdauer aufzubauen, müssen Unternehmen an ihrer Grundlage arbeiten, indem sie einzelne Business-Bestandteile gezielt optimieren und zu einem ganzheitlichen Gesamtpaket zusammenschnüren.

Diese Herausforderungen lassen sich durch Methoden des integrierten Product Lifecycle Management (PLM) effizient meistern. Das sogenannte Closed Loop PLM ist ein integrierter Ansatz, der PLM mit IoT (Internet of Things) verbindet. Closed Loop PLM fördert die Entwicklung intelligent vernetzter Produkte und adressiert so Themen wie steigenden Innovationsdruck, individuelle Kunden- und Marktanforderung sowie den globalen Wettbewerbsdruck.

Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.
Charles Darwin

Groß denken = strategisch denken

Eine Klarstellung vorweg: PLM ist keine IT-Lösung. PLM ist eine prozessgetriebene Methodik. Das wiederum ermöglicht ein individuelles, strategisches Denken und Vorgehen in allen Bereichen.

So vielseitig die Anforderungen der einzelnen Branchen auch sind, letztendlich stehen produzierende Unternehmen allesamt vor ähnlichen Fragestellungen: Wie bedienen wir wachsende und spezifischer werdende Kunden- und Marktanforderungen? Wie arbeiten unsere disziplinär integrierten Entwicklungsteams noch effizienter und kostengünstiger? Wie steigern wir Produktgewinne und Marktrentabilität?

Die Methoden des integrierten PLM gehen diese komplexen Themen durch Strategien an, die sich durch die gesamte Wertschöpfungskette ziehen – angefangen von der Entwicklung über Einkauf, Produktion, Auslieferung zum Kunden und Service. Jedes einzelne Modul der Kette ist in sich durchdacht konzipiert und hat das große Ziel vor Augen. „Think Big“ wird zum Mantra der Überlebensstrategie. 

Das Baukasten-Prinzip für eine bessere Arbeitswelt

Ein Bild, mit dem wir gerne arbeiten, sind kleine Bausteine auf dem Weg zur PLM-Vision, die wir Nordstern nennen. Integriertes PLM formt perfekte Module, die miteinander kommunizieren, aufeinander aufbauen und sich gegenseitig stabilisieren. Jeder einzelne Stein passt. Jedes noch so kleine Teil hat eine Aufgabe und wird zu einem Teil des großen Ganzen.

Um die Module zu einem stabilen Konstrukt aufzubauen, muss sich eine integrierte PLM-Strategie aus der Unternehmensstrategie ableiten. Als Orientierung hilft dabei ein Nordstern, der klar veranschaulicht, welche Wege kurz-, mittel- und langfristig ans Ziel führen. Die Dimensionen der jeweiligen PLM-Strategie werden dann in einzelne, machbare Projektschritte unterteilt. Diese Bausteine fügen sich schließlich auf einer Nordstern-Roadmap zur ganzheitlichen PLM-Vision zusammen.

Integriertes PLM konstruiert durch dieses Baukasten-Prinzip nicht nur die feste Basis für eine bessere Arbeitswelt. Es garantiert auch den Aufbau komplexer Konstrukte, die je nach Anforderung in jede Richtung erweitert werden können. Die Kunst ist es, PLM flexibel zu gestalten, damit sich die Bauten im Zuge wechselnder Kunden- und Marktbedürfnissen oder sich verändernder Wettbewerbsverhältnisse auseinandernehmen und neu strukturieren lassen – schnell und effektiv.

Mit integriertem PLM ist es möglich, Auswirkungen aus der Produktentwicklung auf die nachgelagerten Bereiche zu verstehen und zu optimieren.

Gebaut wird also an der Überlebensstrategie. Und die muss so schnell umstrukturierbar sein, wie es das digitale Zeitalter vorgibt. PLM-Prozesse integrieren technische und kaufmännische Prozesse im Gesamtunternehmen. Auf dieser Basis ist es möglich, Auswirkungen aus der Produktentwicklung auf die nachgelagerten Bereiche zu verstehen und zu optimieren. Die Verkürzung der Time-to-Market ist ebenso ein Effekt wie reduzierte Produktentstehungs-, Herstellungs- und Servicekosten.

Integriertes PLM wird dadurch zum Weichensteller für zukünftiges Umsatzwachstum und ermöglicht zudem als Teil der digitalen Transformation die intelligente Vernetzung von Produkten und digitalen Services als Basis für neue Geschäftsmodelle.

Schnelligkeit hält wettbewerbsfit – und flexibel

Flexibilität ist heute so wichtig wie Ausdauer und Brillanz – und wird durch immer schnellere Neuerungen weiter gefordert. Auch die Möglichkeiten ändern sich durch innovative Spitzentechnologien stetig. Integriertes PLM hilft, sich gezielt an der steigenden Vielfalt zu bedienen und baut neue digitale Dienste, aufstrebende Software und Elektronik ins traditionelle Produktgeschäft ein.

Zuvor muss aber die Basis stimmen. Integriertes PLM bringt alle Module in die richtige Position oder erleichtert die einfache Umstellung. Diese Grundlage sowie Start- und Durchhalteimpulse helfen in der digitalen Transformation beim Umdenken vom „Survival of the Fittest“ zum „Survival of the Fastest“: Durch die Entwicklung effizient vernetzter Produkte eilt ein Unternehmen der Konkurrenz davon, bleibt beständig stark – und kann sich ganz im Sinne des darwinistischen Ansatzes schnell der Umwelt anpassen. 

Fazit

Wer im digitalen Zeitalter nicht von der Konkurrenz abgehängt werden will, muss schnell und strategisch handeln. Integriertes Product Lifecycle Management (PLM) ist die Basis zur Entwicklung und Verwaltung erfolgreicher Produkte. Das Closed Loop PLM und IoT Angebot von EY adressiert Themen wie steigenden Innovationsdruck, individuelle Kundenwünsche und intelligent vernetzte Produkte ebenso wie den globalen Wettbewerbsdruck.

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Adrian Reisch

Globaler Leiter Product Lifecycle Management, Advisory Services | Deutschland

Steht Kunden bei der Lösung komplexer Probleme bei der digitalen Transformation zur Seite. Setzt dafür auf jahrelange Erfahrung, sein Wissen über "Leading Practices" und auf moderne IT-Lösungen.