Pressemitteilung

8 September 2019 Stuttgart, DE

E-Mobilität und autonom fahrende Autos stoßen bei deutschen Verbrauchern noch auf große Skepsis

STUTTGART, 8. September 2019. Zu teuer, eine zu geringe Reichweite, zu umständlich – gegen Elektroautos sprechen aus Sicht der deutschen Verbraucher noch viele Gründe. Zwar sagt immerhin ein Viertel der Verbraucher (26 Prozent), dass sie Elektroau-tos interessant finden und auch fahren würden. Allerdings geben zwei Drittel (64 Prozent) an, dass die Stromer für sie vorerst nicht in Frage kommen.

  • Für zwei Drittel kommen E-Autos vorerst nicht in Frage
  • 28 Prozent monieren zu geringe Reichweite, 27 Prozent den hohen Preis
  • Knapp die Hälfte würde sich nicht in ein komplett autonom fahrendes Fahrzeug setzen
  • Deutlich größere Akzeptanz für Elektro- und selbstfahrende Autos bei jüngeren Verbrauchern

Zu teuer, eine zu geringe Reichweite, zu umständlich – gegen Elektroautos sprechen aus Sicht der deutschen Verbraucher noch viele Gründe. Zwar sagt immerhin ein Viertel der Verbraucher (26 Prozent), dass sie Elektroautos interessant finden und auch fahren würden. Allerdings geben zwei Drittel (64 Prozent) an, dass die Stromer für sie vorerst nicht in Frage kommen.

Befragt nach den wichtigsten Gründen gegen den Kauf eines Elektroautos, monieren 28 Prozent die zu geringe Reichweite der heutigen Modelle. Für 27 Prozent spricht der hohe Preis gegen den Kauf eines Elektroautos. 13 Prozent lassen sich von zu wenigen Ladepunkten abschrecken und elf Prozent von der Dauer des Ladevorgangs.

Entsprechend wird sich beim nächsten Autokauf die Mehrheit auch für eine klassische Antriebsart entscheiden. 32 Prozent geben an, dass sie vorhaben, als nächstes einen Benziner zu kaufen. 21 Prozent werden sich für einen Diesel entscheiden.

Ein reines Elektroauto wollen sich nur neun Prozent der Befragten zulegen. Eher noch setzen sie auf Hybridfahrzeuge, also eine Mischung aus Elektro- und Benzinantrieb. 16 Prozent haben einen Vollhybrid auf dem Einkaufszettel, sechs Prozent wollen sich einen Plug-in-Hybrid mit externer Lademöglichkeit zulegen.

Einen schweren Stand bei den Verbrauchern hat auch das autonome Fahren. Knapp die Hälfte (49 Prozent) lehnt es ab, sich in ein komplett autonom fahrendes Auto zu setzen. Die Ablehnung ist zwar geringer, wenn die Befragten noch selbst in den Straßenverkehr eingreifen können. Allerdings können sich auch in dem Fall 30 Prozent nicht vorstellen, ein autonom fahrendes Fahrzeug zu nutzen. Bemerkenswert: Bei den vorangegangenen Befragungen in den Jahren 2013 und 2017 war die Ablehnung noch deutlich niedriger.

Das sind Ergebnisse des Automobilbarometers 2019 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Für die repräsentative Studie wurden 2.500 Verbraucher in Deutschland befragt.

Peter Fuß, Partner bei EY: „Die Verbraucher sind nach wie vor skeptisch bei elektrisch oder autonom fahrenden Fahrzeugen. Den Automobilherstellern und der Politik ist es bisher nicht gelungen, dem Großteil der Autokäufer den Mehrwert der E-Mobilität zu vermitteln. Im Gegenteil: Nach wie vor fehlt in Deutschland die nötige Infrastruktur. Elektroautos werden spätestens 2021 einen Anteil von fünf Prozent an den Neuzulassungen in Deutschland haben – dann werden deutlich mehr Ladesäulen benötigt.“

Die nachlassende Akzeptanz von autonomem Fahren gibt Constantin Gall, Leiter des Bereichs Automotive & Transportation bei EY zu denken: „Das autonome Fahren ist unter strenger Beobachtung der Öffentlichkeit. In den vergangenen Jahren standen einige – auch tödliche – Unfälle in den Schlagzeilen. Die Verbraucher werden das autonome Fahren erst akzeptieren, wenn sie es als sicher wahrnehmen.“

Aus Sicht der Verbraucher ist die Sicherheit der entscheidende Faktor, damit sich das autonome Fahren durchsetzen kann. 30 Prozent sehen die rechtliche Unsicherheit und ungeklärte Haftungsfragen im Fall der Fälle als größtes Hemmnis für autonomes Fahren. 28 Prozent nennen die Fahrgastsicherheit. „Für die Autohersteller ist die neue 5G-Technologie eine Chance, dieses Sicherheitsbedürfnis bestmöglich zu bedienen“, so Gall. „Der Mobilfunk-Standard erlaubt Datenübertragungen in Echtzeit – wodurch selbstfahrende Autos ihre Position besser bestimmen und Gefahrensituationen schneller erkennen können.“

Deutlich höhere Zustimmung bei jungen Verbrauchern

Die jüngeren Verbraucher stehen sowohl der Elektromobilität als auch dem autonomen Fahren deutlich offener gegenüber als die älteren. So sagen 33 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und sogar 43 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, dass sie E-Fahrzeuge interessant finden und diese auch fahren würden. Bei Verbrauchern zwischen 50 und 64 Jahren und bei Verbrauchern ab 65 Jahren ist die Zustimmung mit 24 Prozent beziehungsweise 15 Prozent dagegen deutlich geringer.

Ähnlich sieht es beim autonomen Fahren aus. Während die Hälfte der 18-29-Jährigen bereit wäre, in einem autonomen Fahrzeug unterwegs zu sein und bei den 30- bis 39-Jährigen immerhin noch 41 Prozent, nimmt die Bereitschaft bei den Älteren rapide ab. Nur noch 22 Prozent der 50- bis 64-Jährigen und 12 Prozent der Über-65-Jährigen würden sich in ein autonom fahrendes Auto setzen.

„Die Automobilindustrie steckt derzeit in einer Gewinnkrise – unter anderem bedingt durch die Milliardeninvestitionen in die Elektromobilität und das autonome Fahren“, so Fuß. „Die Ergebnisse zeigen aber, dass sich die Investitionen lohnen können, da vor allem die jüngeren Verbraucher durchaus Interesse an den neuen Technologien haben Jetzt gilt es für die Autohersteller, ihre Karten richtig auszuspielen.“ Denn die Befragungsergebnisse zeigten, dass die Deutschen weiterhin am Auto hingen. Für 72 Prozent bleibt der Besitz eines Autos wichtig. Und 44 Prozent haben nicht vor, ihr Mobilitätsverhalten zu ändern. Nur 13 Prozent erwägen überhaupt, aus Klimaschutzgründen weniger Auto zu fahren.

Gall sagt abschließend: „Die Autohersteller sind aber auch auf die Unterstützung der Politik angewiesen. Großflächig können sich E-Mobilität und autonomes Fahren nur durchsetzen, wenn sie Teil eines umfassenden Mobilitätskonzeptes sind.“

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