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Pressemitteilung

28 Mai 2020 Eschborn/Frankfurt (Main), DE

Asset Manager: Nachhaltige Immobilienanlagen sollen höhere Rendite bringen

Frankfurt, 28. Mai 2020. Mit 85 Prozent erwartet eine große Mehrheit der auf dem deutschen Markt aktiven Asset Manager eine signifikante Erhöhung von Investitionen in nachhaltige Immobilien.

  • Datenerhebung auf Objektebene noch unzureichend
  • Risiken werden erkannt – zu oft aber noch nicht beachtet
  • Stärkere Digitalisierung könnte mehr Transparenz und Effizienzen bringen

Mit 85 Prozent erwartet eine große Mehrheit der auf dem deutschen Markt aktiven Asset Manager eine signifikante Erhöhung von Investitionen in nachhaltige Immobilien. Dabei gehen 60 Prozent der Asset Manager davon aus, dass mit nachhaltigen Anlagen langfristig auch höhere Renditen erwirtschaftet werden können. Zwar erwarten alle Befragten einen höheren Aufwand bei der Nachhaltigkeits-Due-Diligence und höhere Kosten aufgrund regulatorischer Anforderungen, aber immerhin drei Viertel der Asset Manager rechnen mit höheren Transaktionspreisen. Rund die Hälfte geht davon aus, dass sich mit dem breiteren Angebot grüner Produkte auch der Investorenkreis erweitert.

Das sind Ergebnisse der diesjährigen Asset-Management-Studie von EY Real Estate, für die querschnitthaft rund 40 Führungskräfte aus der Branche befragt wurden. „Nachhaltigkeit ist nunmehr ein fester Bestandteil auf der strategischen Agenda der Asset-Management-Branche“, sagt Natalie Wehrmann, Associate Partner bei EY Real Estate und Autorin der Studie.

Die aktuelle Diskussion um Nachhaltigkeit und ‚ESG‘ (diese Abkürzung steht für Environment, Social, Governance und damit für die relevanten Bereiche nachhaltigen Wirtschaftens) halten 96 Prozent der Befragten für sinnvoll. Nur noch 26 Prozent gehen davon aus, dass sich durch die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten nichts an ihren Geschäftsprozessen ändern wird.

Nachhaltigkeitsstrategien häufig noch in den Kinderschuhen

Rund ein Viertel der Befragten befindet sich in der Orientierungsphase, beobachtet also noch das Geschehen. Mit mehr als einem Drittel ist der größte Teil der Studienteilnehmer aber schon weiter und arbeitet bereits an einer Strategie, definiert konkrete Ziele und prüft die dafür notwendige Datenerhebung. Knapp ein Viertel der Unternehmen verfügt sogar über eine Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Kennzahlen und erhebt aktuell die notwendigen Daten. Immerhin 15 Prozent der Teilnehmer geben an, eine Nachhaltigkeitsstrategie als festen Bestandteil der Unternehmensprozesse etabliert zu haben, die mit Rückgriff auf definierte Kennzahlen entsprechend gesteuert werden.

Große Herausforderungen bei Datenerhebung auf Objektebene

Über ESG-Datenbanken verfügt bislang nur etwa ein Drittel der befragten Unternehmen. Ebenfalls nur rund ein Drittel der Unternehmen erheben den CO2-Ausstoß gebäudeweise, und noch weniger Befragte (30 Prozent) kontrollieren den Ausstoß. Die Grundlage einer ESG-konformen Portfoliosteuerung muss in vielen Fällen erst noch geschaffen werden: Die konsistente und vollumfängliche Datenerhebung auf Objektebene ist demnach aktuell die größte Herausforderung – das gaben fast 90 Prozent der befragten Unternehmen an. Nur damit lassen sich auch die anstehenden regulatorischen Vorgaben – insbesondere die der EU-Taxonomie – erfüllen. Als Herausforderung werden weiterhin von 84 Prozent der Befragten die fehlenden Marktstandards hinsichtlich ESG-Kennzahlen sowie von 76 Prozent die ebenfalls fehlenden Benchmarks auf Objektebene identifiziert.

Risiken werden gesehen, aber oft noch nicht integriert

Unzureichend ist zudem die Integration der im Nachhaltigkeitskontext bereits erkannten Risiken ins Risikomanagement. So sehen zwar 78 Prozent der Befragten Reputationsrisiken, knapp 70 Prozent strategische Risiken und 65 Prozent Marktpreisrisiken – eine Integration dieser wichtigen Faktoren in das eigene Risikomanagement hat jedoch jeweils nur rund ein Drittel der Befragten vorgenommen. Noch seltener werden Kredit- und Ausfallrisiken sowie Liquiditätsrisiken ins Risikomanagement einbezogen. „Es besteht dringender Nachholbedarf. Wesentliche Risiken aus dem ESG-Kontext werden von vielen Unternehmen noch nicht in ausreichendem Umfang erfasst und bewertet“, sagt Wehrmann. „Dies kann sich jederzeit rächen.“

Digitalisierung entlastet das Kerngeschäft

„Viele Asset Manager sehen noch Ineffizienzen in den Unternehmen selbst, insbesondere im Zusammenspiel bei Transaktionen sowie in der Kommunikation. Lösungsansätze für diese Probleme liegen vor allem im Bereich der Digitalisierung – hier hat die Branche aber noch Nachholbedarf“, sagt Wehrmann. So gab die Hälfte der Umfrageteilnehmer an, sich erst in der Entwicklungsphase der Digitalisierung zu befinden. Fast ein Fünftel der Befragten hat damit noch nicht begonnen, sondern wartet weiter ab. Auf der anderen Seite sieht sich keiner der befragten Asset Manager in der Gruppe der digitalen Exzellenz, also mit einer erfolgreich durchgeführten Digitalisierung. Immerhin rund ein Drittel der Teilnehmer sieht sich in der Etablierungsphase, verfügt bereits über viele Informationen in digitaler Form und wesentliche digitale Prozesse ohne Medienbrüche. „Für Pessimismus besteht in Sachen Digitalisierung kein Grund – die Notwendigkeit ist erkannt und bei Entscheidern mittlerweile ganz oben auf der Agenda“, so Wehrmann. Nach den geplanten Änderungen in den Unternehmen gefragt, gaben 88 Prozent der Teilnehmer an, ihre digitalen Lösungen erweitern zu wollen. Wichtig sind ihnen aktuell ebenso die Erschließung neuer Kundengruppen (64 Prozent) und Assetklassen (53 Prozent). Nicht mehr prioritär wird das Insourcing von Property-Management-Leistungen verfolgt – nur 15 Prozent der Unternehmen planen dies. Im Gegensatz dazu wollen 42 Prozent deren Outsourcing vorantreiben.

 

Über die Studie:

Die Befragung wurde im ersten Quartal 2020 durchgeführt. Insgesamt haben rund 40 Führungskräfte von in Deutschland aktiven Asset-Management-Unternehmen teilgenommen, die einen Querschnitt der Branche bilden.

 

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